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Rund um Frankfurt ist „viel Platz“ für Tausende Wohnungen: Wohnungsmangel: Kommunen im Rhein-Main-Gebiet sollen mehr bauen

Von Das Rhein-Main-Gebiet ist ein Wirtschaftsmotor und zieht viele Menschen an. Doch für sie fehlen Wohnungen. Der Regionalverband FrankfurtRheinMain mahnt die Kommunen im Frankfurter Umland, mehr Wohnungsbau zu ermöglichen als bislang. In der Debatte über Frankfurts geplanten Stadtteil setzte der Verband auf Ausgleich.
Im Rhein-Main-Gebiet werden in den kommenden Jahrzehnten hundertausende Wohnungen fehlen. Foto: Boris Roessler (dpa) Im Rhein-Main-Gebiet werden in den kommenden Jahrzehnten hundertausende Wohnungen fehlen.
Frankfurt. 

Experten sind sich einig: Frankfurt kann den zunehmenden Druck auf den Wohnungsmarkt im Ballungsraum nicht allein meistern. „Viele Kommunen im Umland müssen ihre Bautätigkeit erhöhen“, sagt Ludger Stüve (SPD), Direktor des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain. Während noch vor Jahren von den etwa 9000 Wohnungen, die jährlich in der Region errichtet werden, rund ein Drittel auf Frankfurt entfiel, sei es jetzt etwa die Hälfte. Das heißt, die Bautätigkeit im Umland ist massiv zurückgegangen.

Was sind die Gründe? Stüve meint, dass viele Bürgermeister sich wegen eines Zuzugs sorgten. Sie freuten sich zwar einerseits über Neubürger, andererseits fürchteten sie die zusätzlichen Kosten für die Infrastruktur (Schulen, Kitas, Straßen), die damit verbunden seien.

Zuständig für 2,3 Millionen Menschen

Der Regionalverband Frankfurt-RheinMain soll die Entwicklung der Region steuern und koordinieren. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören die regionale Flächennutzungs- und die

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Um die Nachfrage in der Region zu befriedigen und etwas Preisdruck wegzunehmen, sieht Stüve einen Bedarf von 14 000 neuen Wohnungen im Jahr. Aufgrund der Wohnungsknappheit fehle vor allem bezahlbarer Wohnraum, heißt es aus dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Laut Stüve könnten Landesmittel dazu beitragen, den Kommunen die Sorge zu nehmen und ihre bremsende Haltung aufzugeben.

„Großer Hürdenlauf“

Auf ein weiteres Hemmnis der Bautätigkeit haben Region und Land allerdings keinen Einfluss. „Die Planungsprozesse sind komplizierter und langwieriger geworden als früher“, sagt Stüve. Bürgereinsprüche, Umweltprüfungen und weitere Genehmigungsverfahren zögen den Bauprozess in die Länge. Hier könne Berlin durch gesetzliche Erleichterungen helfen. Die Einflussmöglichkeiten des Regionalverbandes dagegen seien begrenzt. „Es gibt die Hoheit der Kommunen“, sagt Stüve. Er findet: „Generell ist in der Region noch viel Platz.“ Von den 2400 Hektar, die 2011 im regionalen Flächennutzungsplan als potenzielles Bauland zwischen Münzenberg und Groß-Gerau, zwischen Hanau und Hofheim ausgemacht wurden, seien erst elf Prozent entwickelt worden. Blieben also immer noch gut 2100 Hektar zu bebauen. Das sind etwa acht Prozent der Gesamtfläche Frankfurts.

Reportage über das Europaviertel, hier die Blickachse Europaallee Richtung Innenstadt, aufgenommen am Freitag (16.06.2017) in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler
Hohe Mietpreise Frankfurt: Wohnen wird immer teurer – ...

Viele Menschen suchen in Frankfurt eine Wohnung, und sind entsetzt über die Preise. Viele müssen sich im Umland umsehen, weil es für sie zu teuer wird. Die Stadt Frankfurt will mehr geförderten Wohnraum. Schießt sie dabei über das Ziel hinaus?

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Aktuell stoßen die Frankfurter Pläne, einen neuen Stadtteil im Nordwesten zu bauen, auf Widerstand der angrenzenden Städte Steinbach und Oberursel. Das Projekt werde ein „großer Hürdenlauf“, sagte der Erste Beigeordnete des Regionalverbands, Thomas Horn (CDU). Der für rund 30 000 Menschen gedachte Stadtteil mit einer Wohnfläche von rund 200 Hektar könne nur im Einvernehmen mit den angrenzenden Taunus-Gemeinden gebaut werden, mahnt er. Horn war früher Bürgermeister von Kelkheim.

Wichtige Grünflächen

Generell gilt: Selbst wenn mehr Kommunen bauwillig und die Verfahren beschleunigt werden, wird es dauern, bis neue Wohnungen wirklich verfügbar sind. Deshalb heißt das Zauberwort für viele: Nachverdichten. Kann das die größte Not erstmal beheben?

Verbandsdirektor Stüve sieht hier für Frankfurt Grenzen. Vor allem wegen der Veränderung des Klimas. Man müsse auf Luftschneisen und Grünflächen achten, „die Aufenthaltsqualität“ dürfe sich generell nicht verschlechtern, sagt er.

Rolf Janßen, Geschäftsführer des DMB Mieterschutzvereins, wirbt um Verständnis für „Altmieter“, welche die Nachverdichtung manchmal skeptisch sehen. Die Bauarbeiten seien zwar nur vorübergehend, aber wenn Speicher- oder Kellerräume wegfielen, Gemeinschaftsräume von noch mehr Menschen genutzt werden, könne es Spannungen geben.

Das sieht Jürgen H. Conzelmann, Vorstand der Eigentümerschutzgemeinschaft Haus und Grund anders. Aus seiner Sicht könne man noch viel mehr nachverdichten, als bereits geschieht. Er verweist auf eine Studie, nach der in Paris 20 000 Einwohner auf einem Quadratkilometer Stadtfläche leben. In Frankfurt seien es nur 3000.

Viele Frankfurter klagen aber schon heute, man merke am starken Verkehr und an der großen Bautätigkeit, dass die Stadt in den vergangenen zehn Jahren um fast 100 000 Menschen gewachsen sei.

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