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Polizei: Wunschkandidat Frank Sandvoß übernimmt die Leitung des 12. Reviers von Edgar Ramelow

Von Nach zweieinhalb Jahren ist für Revierleiter Edgar Ramelow in Eschersheim Schluss. Der 58-Jährige wechselt nach Bockenheim und legt den Schlüssel des Reviers am Schwalbenschwanz in die Hände von Frank Sandvoß.
Revierleiterwechsel: Edgar Ramelow (links) übergibt den Schlüssel an seinen Nachfolger Frank Sandvoß. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Revierleiterwechsel: Edgar Ramelow (links) übergibt den Schlüssel an seinen Nachfolger Frank Sandvoß.
Eschersheim. 

Es ist das bekannte lachende und zugleich weinende Auge, mit dem Edgar Ramelow auf seine letzten Tage im 12. Polizeirevier blickt. Noch bis zum 12. Oktober wird er dort sein, „aus organisatorischen Gründen“, wie der Revierleiter sagt. Denn eigentlich hätte der 58-Jährige bereits zum 1. Oktober seine neue Stelle als Leiter des 13. Reviers in Bockenheim antreten sollen. Dass dieser Prozess nun quasi schleichend vonstatten geht, stört ihn allerdings nicht. Im Gegenteil. Das zeigen seine Augen. Sie leuchten, als er von seinem „jungen, dynamischen, rund 60-köpfigen Team“ des 12. Reviers spricht, das in Ginnheim, Dornbusch, Eschersheim, Eckenheim und Preungesheim für Ruhe und Ordnung sorgt. „Es ist schlichtweg eine tolle Truppe“, sagt Ramelow.

„Nahe am Bürger sein“

Er weiß, dass er diese Truppe in gute Hände legt, nämlich jene von Frank Sandvoß, 48 Jahre jung und künftiger Leiter des Reviers am Schwalbenschwanz. „Mein Wunschkandidat“, sagt Ramelow, auf den bereits eine neue Aufgabe wartet. Künftig wird er das 13. Polizeirevier in Bockenheim leiten, zunächst weiterhin als 1. Polizeihauptkommissar, später als Polizeirat. „Das Revier in Eschersheim ist zu klein, um dort befördert zu werden. Das ist der eigentliche Grund, warum ich wechsle. Nicht etwa, weil es mir hier nicht mehr gefällt“, sagt Ramelow, der sich selbst als „Reviersau“ bezeichnet. Weil er es liebt, nah am Bürger zu sein und weil er die Belastung der vielen Einsätze mag.

Das, was Ramelow aufzählt, sind genau jene Dinge, die auch Frank Sandvoß liebt. Deswegen will er „zurück an die Front, zurück ins Revier“. Sechseinhalb Jahre hat der zweifache Familienvater und passionierte Fahrradfahrer – mit dem Zug kommt er aus dem Main-Kinzig-Kreis und radelt zurück – jetzt im Innendienst gearbeitet. In der Polizeidirektion Mitte war Sandvoß Leiter der Führungsgruppe und koordinierte dort die Arbeit der Reviere. Damals hatte er sich bewusst für diese Position entschieden. „Der Schichtdienst war auf Dauer aber doch sehr belastend“, sagt er. Und er hatte auch immer stärker bemerkt, was im fehlte: Der Dienst auf dem Revier. „Ich würde gerne mal wieder Streife fahren und die jungen Kollegen an die Hand nehmen und führen“, sagt er.

Um „das Zwölfte“ kennenzulernen, ist er bereits zum vierten Mal in Eschersheim zu Besuch gewesen. Deswegen weiß er, dass „es Spaß macht, dort zu arbeiten“. Trotzdem will er die nächsten Tage nutzen und sich von Ramelow im übertragenen Sinn zunächst an die Hand nehmen lassen.

Soziale Brennpunkte

Dazu zählt auch der wichtige Kontakt zum Regionalrat Ginnheim, der sich vor einem Jahr gegründet hat. Ein Grund dafür war unter anderem die aufkeimende Drogenproblematik in der Platensiedlung – eines von zwei Problemquartieren in der Zuständigkeit des 12. Polizeireviers. Als zweites nennt Ramelow die Karl-Kirchner-Siedlung.

Dagegen hat sich die Lage in der Siegmund-Freud-Siedlung in Eckenheim, in den 1990er Jahren ein sogenannter sozialer Brennpunkt, gebessert; dort sei es „etwas ruhiger“ geworden. Als „fast schon ruhig“ bezeichnet Ramelow dagegen sein neues Revier, wobei die Schwerpunkte dort gänzlich andere seien. „Dort gibt es die Messe mit ihren Veranstaltungen und die Festhalle. Das kann man nicht miteinander vergleichen“, sagt Ramelow, der mit seinem Schnauzbart aussieht wie ein Bilderbuch-Polizist.

Freud und Leid des Berufs

Dass der Beruf eines Polizisten viele Facetten hat, also schöne und traurige Erlebnisse bringt, dass zeigte im positiven Sinn die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 – für Ramelow und Sandvoß „ein tolles Fest und Erlebnis“. Als besonders traurig prägten sich ihnen die Proteste gegen die Eröffnung der neuen Europäischen Zentralbank (EZB) am 18. März 2015 ein. „Ich habe mich so hilflos gefühlt, saß in meinem Büro und wäre am liebsten rausgerannt, um den Kollegen zu helfen“, erinnert sich Sandvoß. Diese Bilder wird auch Edgar Ramelow niemals vergessen. Ebenso wenig wie die Einsätze bei den Protesten im Jahr 1980 gegen den Bau der Startbahn 18 West am Frankfurter Flughafen. Vom ersten Tag an war er als junger Polizist dort gewesen. „Das bleibt“, sagt er. Und betont gleich darauf, dass er seinen Job niemals eintauschen würde. „Ich bin dafür gemacht. Wir sind dafür gemacht“, sagt er und Sandvoß nickt.

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