Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 10°C

Frankfurter Garten: „Zaunkönig“ verschönert Frankfurter Garten

Von Der Zaun um den Frankfurter Garten am Danziger Platz bekommt ein schöneres Aussehen. Freiwillige Helfer setzen die Gestaltungsideen von Architekturstudenten der Technischen Universität Darmstadt um.
Mario Appari (Mitte) hatte die Idee für die Umgestaltung. Jetzt werden die Pläne umgesetzt. Bilder > Foto: Rainer Rüffer (Frankfurt-Picture) Mario Appari (Mitte) hatte die Idee für die Umgestaltung. Jetzt werden die Pläne umgesetzt.
Ostend. 

Im Frankfurter Garten wird gehämmert, Holz geschliffen und gesägt. Der Zaun, der das grüne Kleinod am Danziger Platz befriedet, wird neu gestaltet. Zahlreiche freiwillige Helfer sind hierfür im Einsatz. Zuvor wurde ein Ideenwettbewerb unter dem Motto „Zaunkönig“ initiiert, bei dem Studenten im Masterstudiengang Architektur an der Technischen Universität (TU) Darmstadt aufgefordert waren, selbstständig und in kürzester Zeit Gestaltungsvorschläge zu machen.

„Aus den verschiedenen Ideen haben wir hier im Garten die zwei Gewinner-Entwürfe ausgewählt, die wir nun gemeinschaftlich umsetzen“, schildert Ilona Lohmann-Thomas vom Frankfurter Garten. Gut drei Wochen, so schätzt sie, werde es dauern, bis alles fertig realisiert sei. „Bis dahin sind wir auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen und können jede unterstützende Hand gebrauchen“, betont sie weiter. Der Frankfurter Garten ist das größte „Urban-Gardening Projekt“ in Hessen, wurde 2013 eröffnet. Zentrale Anliegen sind unter anderem die Themen Nachhaltigkeit sowie bewusster Umgang mit natürlichen Ressourcen, aber auch die Idee durchs Gärtnern und Gestalten die Gemeinschaft zu stärken.

 

Hochbeete aus Holz

 

Beide Gewinner-Entwürfe für die Neugestaltung des Zauns verbinden Funktionalität, ästhetische Gestaltung sowie Nachhaltigkeitsaspekte gekonnt miteinander. Die Studenten Daniel Mario Appari (29) und Anna Koutsas (27) haben einen hiervon entwickelt. Mit selbstgebauten Hochbeeten aus dem Holz von gespendeten Europaletten gefertigt, werden die Metallstreben verdeckt, die den Zaun stützen. So wird Platz für weitere Pflanzen geschaffen.

Realisiert wird die Idee entlang der Henschelstraße. Dort ist der Zaun zum Teil bereits mit Holzleisten abgedeckt. Neben den neugebauten Hochbeeten ist dort geplant, eine Welldachplatte aus Polycarbonat, das ist ein Kunststoff, sowie Regenrinnen zu befestigen. „Über die Welldachplatte und die Rinnen soll das Regenwasser in Tonnen aufgefangen werden, damit die Pflanzen in den Sommermonaten nicht unbedingt mit Frischwasser aus der Leitung gegossen werden müssen“, erklärt Appari.

Die Regentonnen können in den Räumen zwischen den neu errichteten Hochbeeten aufgestellt werden. Diese Zwischenräume bieten zudem Platz für Bänke zum Ausruhen, aber sind etwa auch als Lagerfläche für Gartengeräte geeignet. Die neuen Hochbeete können außerdem – ähnlich einem Regal – über Holzeinlegeböden miteinander verbunden werden. Gerade in den Wintermonaten bietet dies die Möglichkeit, dort Pflanzen abzustellen und den so geschaffenen Raum als eine Art Wintergarten zu nutzen.

Appari und Koutsas legen selbst Hand an bei der praktischen Umsetzung ihrer Idee und zeigen den freiwilligen Helfern, was zu tun ist. Ein erster Prototyp ist bereits fertig, die weiteren Hochbeete in Arbeit. „Ich habe eine genaue Anleitung geschrieben, so dass weitere Hochbeete jederzeit ohne unsere Unterstützung von den Leuten hier im Garten eigenständig gebaut werden können“, sagt Appari.

Den beiden Architekturstudenten macht die Umsetzung sichtlich Spaß. „Die Aufgabe, die uns gestellt wurde, gehört zu den sogenannten „Stehgreif-Projekten“. Das bedeutet, dass wir komplett selbstständig Lösungen finden müssen und dafür nur eine Woche lang Zeit haben“, erklärt Appari. „Das Tolle ist, dass wir hierbei nicht nur vor dem Brett sitzen und etwas entwerfen, sondern praktisch arbeiten können“, fügt Anna Koutsas hinzu. „Diese praktische Arbeit ist wichtig, denn dann sieht man auch, dass Dinge, die man sich in der Theorie überlegt, nicht immer auch in Praxis funktionieren“, sagt Appari.

Auch Annika Trux (24) hat diese Erfahrung während des Projektes machen können. Sie hat die Idee für den zweiten Gewinner-Entwurf entwickelt, der am Zaun entlang der Grusonstraße realisiert werden soll. Geplant sind bis zu 40 Module aus Holz, die ebenfalls überwiegend aus Dielen eines gespendeten Parkettfußbodens entstehen.

 

Pflanzen ranken hoch

 

Die Module, die unterschiedliche Höhen haben, bestehen aus einer Holzkonstruktion, die auf zugeschnittenen Paletten befestigt wird. Optisch greifen sie das wellenförmige Aussehen eines Walls auf. Jedes Modul wird mit Erde gefüllt, bepflanzt und entlang des Zauns aufgestellt. „Im Sommer werden sich an diesem Pflanzen nach oben ranken“, sagt Lohmann-Thomas. Zudem könne jedes der Module aufgrund der Konstruktion mit Paletten transportiert und umgestellt werden.

Wer mithelfen möchte, kann sich an der Gestaltung des Zaunes beteiligen und zwar dienstags bis sonntags zwischen 10 und 20 Uhr. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.frankfurter-garten.de.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse