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Zeil-Nebenstraßen werden aufgewertet

In den Nebenstraßen der Zeil tut sich etwas: Der Platz an der Staufenmauer wird neu gestaltet, die Reineckstraße zur Fußgängerzone, Fahrgasse und Große Friedberger Straße werden aufgewertet. Die CDU beklagt jedoch den geplanten Wegfall vieler Parkplätze.
In der Großen Friedberger Straße werden bei der Neugestaltung zahlreiche Parkplätze wegfallen. Foto: Rüffer In der Großen Friedberger Straße werden bei der Neugestaltung zahlreiche Parkplätze wegfallen. Foto: Rüffer
Innenstadt. 

Jahrelang haben das Planungsdezernat und der Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) nach Möglichkeiten gesucht, die Staufenmauer und die Straßen nördlich und südlich der Zeil aufzuwerten. Nun ist die Lösung nahe, doch sie ist aus Sicht des Stadtplanungsamtes nur zu verwirklichen, wenn die Autofahrer zurückstecken: "Gerade die Schäfergasse und die Große Friedberger Straße sind sehr durch den Autoverkehr geprägt, während die Außengastronomie bislang zurückstehen muss", sagte Michelle Aicher vom Stadtplanungsamt in der jüngsten Sitzung des Stadtteilparlaments.

Probegrabungen

Allein in der Großen Friedberger Straße werden bis zu 30 Stellplätze auf der östlichen Seite entfallen, um den Gehweg zu verbreitern und die Straße mit Betonpflaster wie die Große Eschenheimer Straße zu gestalten. Wobei auch die Gelbe Hirschstraße und der Schwedenkronenplatz neu aufgepflastert und mit Sitzmöbeln ausgestattet werden. Die Reineckstraße erhält durch die Aufhebung der Trennung von Gehweg und Fahrbahn den Charakter einer Fußgängerzone. Rund sieben Millionen Euro werden die Sanierungsmaßnahem insgesamt kosten. Noch handelt es sich um Vorplanungen, die ersten Arbeiten sollen erst in etwa einem Jahr beginnen.

Am meisten soll jedoch die älteste erhaltene Frankfurter Stadtmauer, die erst nach dem Krieg wieder freigelegt werden konnte, von der geplanten Schönheitskur profitieren. "Vor einigen Monaten haben wir Probegrabungen vorgenommen und konnten dabei sogar mittelalterliche Keramikgegenstände freilegen", berichtet Aicher.

Um den ursprünglichen Zustand erfahrbar zu machen, wird die Mauer, die nach dem Krieg aufgeschüttet wurde, um einige Meter abgegraben, der Platz selbst in abgestufter Form mit drei eingelassenen Sichtvitrinen angelegt, ähnlich den Ausgrabungen im Archäologischen Garten. Nachts wird die Staufenmauer angeleuchtet, der zugehörige Spielplatz in den angrenzenden Hof verlagert. "Auch die Geschichte der Staufenmauer wollen wir neu erfahrbar machen", erklärt Aicher. Die ehemalige Situation der Straße soll gezeigt, die Breite und die Namen früherer Gebäude mit digitalen Schautafeln (Medienviewern) in einem Bronzeband sichtbar gemacht werden – darunter ist auch die ehemalige Synagoge mit einer bestehenden Gedenktafel, die aufgearbeitet werden soll.

Während an der Staufenmauer elf Parkplätze entfallen, wird das Angebot in der Fahrgasse immerhin auf 28 Plätze ausgeweitet." In der Fahrgasse hat sich die Situation im Kreuzungsbereich geändert, hier ist die Zufahrt zur Konstablerwache wichtig", erläutert Aicher.

Der Bereich zwischen Battonnstraße, Töngesgasse und Berliner Straße soll auch zukünftig als Zu- und Abfahrt zum Parkhaus Konstablerwache dienen. Der Bereich nördlich der Battonnstraße, der hauptsächlich zur Andienung benötigt wird, wird beruhigt, die Straße wird mit unterschiedlichen Fahrbahnbreiten und -belägen ausgebaut. "Insgesamt fallen sehr viele Parkplätze weg, was für Anwohner und Geschäftsleute sehr misslich ist", monierte Stephan Deusinger. Der CDU-Fraktionsführer sprach damit ein Problem an, was auch seine Kollegen im Römer schon kritisiert haben. Aicher hielt dagegen, das Parkhaus halte mit Monatsmieten für 60 Euro günstige Stellplätze bereit, außerdem sei die Streichung der rund 40 Parkplätze zugunsten einer Gehwegverbreiterung mit den Geschäftsleuten abgestimmt worden.

Fahrradstellplätze

Deusinger erklärte dieser Zeitung, von der CDU seien weitere Anträge wegen der Parkplätze zu erwarten. Ansonsten wurden die Magistratsvorlagen zur Vorplanung mit der vor allem von der SPD angeregten Maßgabe verabschiedet, südlich der Zeil mehr Fahrradstellplätze zu schaffen und die Staufenmauer von Falschparkern freizuhalten. Aicher betonte, die Behindertenparkplätze seien von den Umgestaltungen nicht betroffen. got

(Gernot Gottwals)
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