Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 13°C

Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes: „Zika-Virus spielt hier bei uns gar kein Rolle“

Gestern hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen des vor allem in Brasilien grassierenden Zika-Virus’ den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hierzulande wird die Erkrankung jedoch keine große Rolle spielen, ist der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Prof. Dr. Dr. René Gottschalk, überzeugt.
Das gefährliche Zika-Virus unter dem Elektronenmikroskop. Foto: CDC/Cynthia Goldsmith/dpa Das gefährliche Zika-Virus unter dem Elektronenmikroskop. Foto: CDC/Cynthia Goldsmith/dpa
Frankfurt. 

Prof. Dr. Dr. René Gottschalk ist ein Mensch, der großen Respekt vor Infektionskrankheiten hat. Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes ist als Experte für Seuchenschutz international anerkannt, berät die Bundesregierung. Das Zika-Virus aber – für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anlass, den globalen Gesundheitsnotstand auszurufen – jagt Gottschalk keine Angst ein. „Das ist eine ganz harmlose Erkrankung“, urteilt der Infektiologe, „milder als ein Schnupfen und nicht von Mensch zu Mensch übertragbar“. „Für uns spielt das überhaupt keine Rolle“, betont Gottschalk.

Zwar kommen auch in Deutschland Stechmücken wie die Asiatische Tigermücke oder die Asiatische Buschmücke vor, die als potenzielle Überträger des Virus’ gelten, „aber nicht in nennenswerten Populationen“, so der Experte. Mehr als „ein paar eingeschleppte Fälle“ werde es in der Bundesrepublik nicht geben, ein Problem schon gar nicht, ist Gottschalk überzeugt.

Prof. René Gottschalk Bild-Zoom
Prof. René Gottschalk

Überteibt die WHO?

Zudem weist er darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und der Häufung von Mikrozephalie-Fällen bei Neugeborenen noch nicht sicher nachgewiesen ist. Vor allem in Brasilien sind zuletzt zahlreiche Babys mit der Schädelfehlbildung zur Welt gekommen: Weil ihre Köpfe viel zu klein sind, kann sich auch das Gehirn der Kinder nicht richtig entwickeln. In der Folge kommt es zu geistigen, teils auch körperlichen Behinderungen. Mehr als 4000 Verdachtsfälle haben die Behörden allein in Brasilien gezählt, wobei diese Zahlen vor allem auf Untersuchungen von Babys im Mutterleib beruhen. Tatsächlich mit Schädelfehlbildungen geboren wurden bislang etwas mehr als 100 Kinder.

Übertreibt die Weltgesundheitsorganisation also, wenn sie den globalen Gesundheitsnotstand ausruft? Gottschalk diplomatisch: „Für die panamerikanischen Staaten ist es sicherlich sinnvoll.“ Die Einstufung ermöglicht es der WHO, auch Länder außerhalb des Seuchengebietes aufzufordern, Maßnahmen einzuleiten, die eine Ausbreitung des Erregers oder seines Überträgers verhindern sollen.

Dengue-Fieber schlimmer

Bis geklärt ist, ob ein Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und den Mikrozephalie-Fällen besteht, rät Gottschalk Schwangeren von Reisen in betroffene Regionen ab. Alle anderen könnten bedenkenlos reisen. Den Zika-Virus bräuchten sie nicht zu fürchten. „Da hätte ich viel mehr Angst vor Dengue-Fieber oder Chikungunya, denn da gibt es Todesfälle.“

(stef)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse