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Manfred Niekisch zu Facebook-Kommentaren: Zoodirektor zur Affen-Tragödie: "Nichts, was wir hätten verhindern können"

Der Tod gleich dreier Menschenaffen innerhalb kurzer Zeit im Frankfurter Zoos lässt die Emotionen vieler Tierfreunde hochkochen – auch auf der FNP-Facebookseite erreichten uns viele Kommentare und Fragen. Wir haben Zoodirektor Manfred Niekisch damit konfrontiert.
Bashiras Baby. Foto: Matthias Besant Bashiras Baby.
Frankfurt. 

Die Nachricht von den drei gestorbenen Menschenaffen im Frankfurter Zoo hat viele Tierfreunde bewegt – und Fragen aufgeworfen zum Artenschutz, zur Tierhaltung und den Möglichkeiten, die Zoobewohner besser vor Krankheiten zu schützen. Wir haben Zoodirektor Professor Manfred Niekisch mit fünf Kommentaren konfrontiert, die uns über unsere Facebookseite erreichten.

Evelin Wildfang:

"In Gefangenschaft geboren um Menschen zu unterhalten und belustigen bis zum Tod. Wie grausam der Mensch doch ist. […] Schliesst endlich diese Tiergefängnisse."

Prof. Manfred Niekisch. Bild-Zoom Foto: Christian Christes
Prof. Manfred Niekisch.

Professor Manfred Niekisch:

Wer so kommentiert, versteht nichts vom Menschenaffen. Die Tiere fühlen sich nicht als Gefangene, sondern als Revierinhaber, als Besitzer der Fläche. Das ist auch der Grund, weshalb wir nicht zu ihnen auf die Anlage gehen, wenn sie dort sind.

Mariana Nascimento:

"Wären Wildgehege im originalen Habitat nicht besser als Zoos? Dann sieht eben nicht jeder Mensch einen Affen hautnah. Bringt uns nicht um, macht uns auch nicht dümmer."

Niekisch: Natürlich ist es ganz wichtig, in ihrem Lebensraum zu schützen. Leider sind aber die letzten verbliebenen Lebensräume auch erheblich unter Druck durch die Wilderei - auch auf Bonobos.

Sabine Reuß:

"Irgendwas stimmt da nicht. Wo ist die Behörde, die da mal nachsieht und was ändert?"

Bild-Zoom

Niekisch: Der Frankfurter Zoo ist wissenschaftlich geführt und arbeitet sehr eng mit den Veterinärbehörden zusammen. Die Mannschaft des Zoos und die Veterinärbehöden sind gleichermaßen traurig über den Tod der Tiere. Aber das ist nichts, was man hätte verhindern können.

Janeck Zöö:

"Ich war in den letzten Jahren der Meinung, dass die meisten Tiere, und gerade die Affen sehr krank aussahen im Frankfurter Zoo..."

Niekisch: Das ist durch nichts gerechtfertigt und durch nichts zu belegen. Unsere Tiere sind unter ständiger veterinärmedizinischer Beobachtung. Der Ludwig ist ja ein sehr gutes Beispiel: Er war einer der ältesten lebenden Bonobos überhaupt. Alle Symptome, die er hatte, sind rein altersbedingt. Und er hat ein Alter erreicht, dass ein Bonobo-Mann im Freiland wohl nicht erreichen würde.

Ludwig schaute stets aufmerksam, was die Menschen um ihn treiben.
Drei Todesfälle Infektion: Frankfurter Bonobo-Kinder tot

Gleich drei Todesfälle gibt es bei den Bonobos im Frankfurter Zoo zu beklagen. Unter anderem musste Ludwig, einer der ältesten seiner Art in menschlicher Obhut, eingeschläfert werden.

clearing
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