E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 27°C

Zoologische Gesellschaft: Zum 160. Geburtstag wünschen sich die Natur- und Tierschützer eine Zentrale

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt ist für viele Menschen mit dem Namen Bernhard Grzimek verbunden. Ihre Schwerpunkte sind nach wie vor stark in Afrika. Mittlerweile gibt es aber auch in Deutschland Projekte.
Christof Schenck ist seit dem Jahr 2000 Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Christof Schenck ist seit dem Jahr 2000 Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft.
Frankfurt. 

Der Yaguas Nationalpark im Norden Perus ist eines der Gebiete mit der größten Biodiversität der Erde. Erst im Januar hat er den Nationalparkstatus erhalten. Diesen 8700 Quadratkilometer großen Park zu schützen ist eines der Anliegen der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Leider habe dieses Gebiet auch Goldvorkommen, die illegal abgebaut werden, sagt Klaus Becker, Präsident der ZGF am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz für 2017. Zurück blieben quecksilberverseuchte Mondlandschaften, ein immenser Schaden für Mensch und Natur. „Dagegen kämpfen wir gemeinsam mit der Regierung.“

Die ZGF hat im vergangenen Jahr in 18 Ländern und mit 30 Programmen Naturschutz und den Erhalt großer Wildnisgebiete gefördert. In Zambia etwa setzten sie sich gegen Elefantenwilderei ein und konnten dort Erfolge erzielen. In Kasachstan siedelte die Organisation wilde Esel wieder an, auf Sumatra kümmern sie sich um Orang-Utans und in der Ukraine engagieren sie sich dafür, dass dort die letzten Urwälder Europas geschützt werden.

Langfristig planen

Um nicht immer nur projektbezogen, sonder langfristig zu planen, würde die ZGF gerne in der Stadt eine Zentrale einrichten. „Wir glauben, Frankfurt ist reif für ein Conservation Center und einen weiteren ’Leuchtturm’ neben Hochfinanz, Flughafen und Kultur“, sagt Geschäftsführer Christof Schenk. Hier könnten sich unterschiedliche Organisationen vernetzen.

Mit der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung habe eine international anerkannte wissenschaftliche Einrichtung mit dem Schwerpunkt Artenvielfalt und Klima ihren Sitz in Frankfurt, ebenso die KfW-Stiftung, die mit dem Bund zu den weltweit großen finanziellen Förderern von Artenvielfalt gehöre. Ziel sei es, so Themen besser in die Öffentlichkeit zu bringen. Man sei bereits mit dem Kulturdezernat im Gespräch. Für das Center müsse natürlich auch ein Gebäude gefunden werden, da biete sich das Zoo-Gesellschaftshaus an, sagt Becker. Vom Zeitablauf plane man mit drei bis vier Jahren.

160. Geburtstag

Rund 13,9 Millionen Euro hat die ZGF, die in diesem Jahr ihr 160-jähriges Bestehen feiert, für Naturschutz ausgegeben, den größten Etat jemals, sagt Becker. In der Serengeti begann Ende der 1950er-Jahre mit Bernhard Grzimek das, was heute zu einem umfassenden Programm angewachsen ist. Der Arbeitsschwerpunkt liegt immer noch in Afrika.

Der Nationalpark in Tansania wird immer noch am stärksten unterstützt. Aber auch in Deutschland engagiert sich die ZGF mittlerweile. In Brandenburg etwa werden ehemalige Truppenübungsplätze wieder in Wildnis umgewandelt.

Doch die Naturschutzorganisation warnt, dass Wildnisgebiete und Artenvielfalt Stück für Stück zurückgehen. Immer mehr Wald werde abgeholzt. Klimawandel, Bevölkerungswachstum, und illegaler Goldabbau bedrohten die Schutzgebiete der ZGF. Derzeit versucht die Organisation ein riesiges Staudammprojekt im tansanischen Selous-Nationalparks zu verhindern. Sie befürchten verheerende Folgen.

Auch wenn die Zahl der Nationalparks steige, „das reicht nicht“, sagt Schenk. Denn viele seien weder finanziell noch personell ausreichend ausgestattet. Die ZGF sehe auch hier ihre Aufgabe gegenzusteuern.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen