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Zum Elch-Burger gibt’s Wikinger-Schnaps

Alter Schwede: So könnte das Lokal von Aleksander Raus und Karolina Wyrwas auch heißen. Sie fanden
 Nordisk“ besser.	Foto: Privat Alter Schwede: So könnte das Lokal von Aleksander Raus und Karolina Wyrwas auch heißen. Sie fanden Nordisk“ besser. Foto: Privat

Wer kennt sie nicht, die Fleischklößchen namens Köttbullar, die ein schwedischer Möbelbauer in seinen kantinenartigen Restaurants auf die Teller häuft? Seit Eröffnung des Smørgås können Skandinavienfans ihr Leibgericht auch in gemütlicher Atmosphäre verspeisen.

Das kulinarische Angebot des neuen Lokals im Nordend hat aber weit mehr zu bieten. „Ich kombiniere Beliebtes aus Schweden, Dänemark, Norwegen und Island“, sagt Inhaberin Karolina Wyrwas. Warum sie sich in ihrem Restaurant ausgerechnet auf skandinavische Gerichte spezialisiert? Als junges Mädchen sei sie mit ihren Eltern oft in den Norden Europas gereist. Während dieser Zeit habe sie sich nicht nur in die Natur besagter Länder verliebt, sondern auch in deren Essen.

Und in deren Sprache, weshalb sie Jahre später entschied, Skandinavistik zu studieren. Um die Uni zu besuchen, kam die gebürtige Polin 2003 nach Deutschland. Weil ihr Vater eine Baufirma in Frankfurt leitete, fiel ihre Wahl auf die Mainmetropole. Dass sie sich hier bald heimisch fühlte, lag auch an ihrem Landsmann Aleksander Raus: Sie hatte übers Internet jemanden gesucht, der ihr die schönsten Ecken der Stadt zeigt – und einen Ehemann gefunden.

Heute gehen die beiden auch beruflich gemeinsame Wege. Bevor sie das Smørgås eröffnen konnten, mussten sie jedoch kräftig anpacken. „Die Räume ließen sich bestenfalls als Rohbau bezeichnen“, erzählt die Betreiberin. Immerhin hatte der Besitzer des frisch sanierten Altbaus für neue Elektrik, Gasleitungen und sanitäre Anlagen gesorgt. Den Rest erledigten Wyrwas, ihr Mann und ihre Eltern in Eigenregie. Bei der optischen Gestaltung des „Nordisk Restaurant“ verbanden sie verschiedene Facetten von Skandinavien miteinander. Die Wände im vorderen und hinteren Bereich verkleideten sie mit Holzpaneelen, die typisch für schwedische Freizeithäuser sind. Dazu kombinierten sie rustikales Mobiliar und einen passenden Dielenboden. Ein digitaler Bilderrahmen präsentiert wechselnde Fotos mit spektakulären Nordlichtern. Als zusätzliche Deko-Elemente gibt es Runenreihen, von der Gastronomin und Skandinavistin persönlich in den Putz geritzt.

Die alten Schriftzeichen finden sich zudem auf der Speisekarte: Ansuz, Kenaz und Co. fungieren als Namen für eine ganze Reihe von Smörgas. „Dabei handelt es sich um die ’offenen Brote’, die in allen skandinavischen Ländern quasi zu jeder Tageszeit gegessen werden“, erklärt Wyrwas. Genauso üppig belegt und schön garniert wie dort sind sie im Herzen von Frankfurt. Sie kommen etwa mit aromatischer Fischpaste, geschmorten Zwiebeln und zartrosa gebratenen Scheiben vom Roastbeef (10,60 Euro). Fehlt lediglich eine Handvoll Sprossen und fertig ist der herzhafte Sattmacher. Deftig geht es auch bei den anderen Spezialitäten zu: Hinter der Vorspeise „pyttipanna“, zu Deutsch „winzig in der Pfanne“, verbergen sich Karotten, Bohnen, Kartoffeln, Zwiebeln und Speck – alles klein geschnitten, alles mit Biss und von einem Spiegelei gekrönt (6,20 Euro).

Als Hauptgericht stehen natürlich Köttbullar zur Auswahl (8,90 Euro), schön saftig auf schmeckbar hausgemachtem Kartoffelpüree, aber auch mehrere Burger. Was bei näherer Betrachtung nicht weiter erstaunlich sei, so Wyrwas. Allein im kleinen Island gebe es zwei große Burger-Ketten. Außerdem hat ihr Ehemann und Küchenchef ein Faible für die Doppeldecker. Sein erstes gastronomisches Standbein ist Heroes Premium Burgers in der Leibnizstraße. Im Smørgås legt er beispielsweise eine Elchfrikadelle zwischen die Brötchenhälften, gefolgt von Tomaten, roten Zwiebeln und Salat.

Zum Ragnar Burger (12,90 Euro) gibt es stilechte Durstlöscher wie den Odin Trunk (4,90 Euro), eine nach dem Hauptgott der nordischen Mythologie benannte Mischung aus Schwarzbier und Honig mit rund 5 Prozent Alkohol. Durch wesentlich mehr Umdrehungen zeichnet sich dagegen der isländische Moosschnaps aus (4,70 Euro), den in ähnlicher Form schon die Wikinger getrunken haben.

Apropos Wikinger: Ab kommenden Herbst planen die Inhaber des Smørgås regelmäßige Motto-Abende. So berüchtigt wie die Gelage der Nordmänner dürften ihre Veranstaltungen nicht werden. Die Gäste sitzen jedoch an einer langen Tafel und bekommen wechselnde Menus serviert – darunter vielleicht ein Gang mit den Fleischbällchen namens Köttbullar.

Smørgås Nordisk Restaurant: Nordend, Burgstraße 82, Tel. 069 84777092, www.smorgas-frankfurt.de, Mo–Do 17–23, Fr 17–24, Sa/So 12–23 Uhr, Sitzplätze: 56 innen/24 außen, Küche: skandinavisch

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