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Frankfurt Art Bar: Zum Jazz in den Schrebergarten

Hier wächst zusammen, was auf den ersten Blick gar nicht zusammengehört: Umringt von Sachsenhausener Kleingärtnern feiert Janice Youngs kultiger Jazz-Club FAB sein zehnjähriges Jubiläum.
»Zunächst war ich skeptisch«, sagt Janice Young, die mit ihrem Jazz-Club FAB in die Gaststätte eines Kleingartenvereins gezogen ist. Doch alle Zweifel sind längst verflogen. Foto: Michael Faust »Zunächst war ich skeptisch«, sagt Janice Young, die mit ihrem Jazz-Club FAB in die Gaststätte eines Kleingartenvereins gezogen ist. Doch alle Zweifel sind längst verflogen.
Sachsenhausen. 

Es war zwar keine Liebe auf den ersten Blick – aber die braucht es ja nicht immer für eine lange, glückliche Beziehung. „Eine Vereinsgaststätte als neuen Standort für unsere Jazz-Bar? Zunächst war ich skeptisch“, gibt Janice Young, Betreiberin der Frankfurt Art Bar (FAB) zu. „Aber verliebt habe ich mich in die Sonnenuntergänge, die wir durch die großen Fenster genießen können, und die Akustik ist sehr gut“, schwärmt die gebürtige Engländerin dann doch.

Etwas ungewöhnlich ist neben dem Bauwerk auch das neue Umfeld der Kultur- und Jazzmusikkneipe: Zwar ist die Bar, die jetzt um rund 20 Sitzplätze gewachsen ist, nur einige hundert Meter den Ziegelhüttenweg hinuntergezogen. Allerdings finden sich Freunde der Jazzmusik in der FAB jetzt vier- bis fünfmal in der Woche mitten in der Sachsenhausener Kleingartensiedlung Ziegelhütte wieder.

„Skeptisch war da zuerst nicht nur Frau Young“, sagt Wilfried Auth, Youngs Ansprechpartner beim Kleingartenverein. „Aber alle Gärtner freuen sich über das neue Kultur- und Musikangebot, die Nachtruhe stört ja hier ohnehin niemanden, da selbst im Sommer die Leute immer nachts heimfahren.“

Das Wagnis der FAB-Betreiberin Young, sich mit ihrem Jazz-Club in den Kosmos der Kleingärtner zu trauen, ist wohl geglückt. „Tatsächlich war es sogar so, dass einige von unseren liebsten und treuesten Stammkunden hier einen Garten haben“, sagt Young. „Die freuen sich jetzt natürlich riesig, nach der Gartenarbeit noch etwas Live-Jazz hören zu können.“ Besonders ihre Stammgäste und die große Gruppe von Musikern, die fast schon zur FAB gehören wie Young selbst oder der blaue Gläserschrank hinter der Bar, freuten sich darüber, dass die Jazzkneipe nicht allzu weit wegzog.

 

„Eine große Familie“

 

Für die Unterstützung und all die Hilfe, die FAB-Fans bei der Suche nach einer neuen Location oder beim Umzug geleistet haben, ist Young sehr dankbar. „Wirklich klasse, dass so viele Menschen uns geholfen haben, man fühlt sich da wie in einer großen Familie.“ Auf eine große, feierliche Eröffnung hat das FAB-Team aber, so Young, beim Einzug aus mehreren Gründen verzichtet. „Vor drei Wochen, als wir hier die ersten kleinen Konzerte hatten, war ja auch noch gar nicht alles fertig. Abgesehen davon wollen wir uns hier sachte integrieren, um die Freundschaft mit unseren Gärtnernachbarn nicht zu strapazieren.“ Zudem stehe in diesem Jahr noch eine andere große Feier ins Haus, denn die FAB wird zehn Jahre alt. „Wir wissen noch nicht, ob wir daraus eine große Sache machen sollten“, sagt Young, der Umzug sei Trubel genug gewesen.

 

Zehn Mann Verstärkung

 

Neben dem – vorerst – etwas leiseren Programm musste sich die FAB aber auch kulinarisch anpassen: Neben „Soulfood“ und den Stammspeisen der langjährigen FAB-Fans stehen jetzt auch die Evergreens der Frankfurter Küche mit Grüner Soße, Bratkartoffel und Handkäs auf dem Menü. Mit dem neu hinzugekommenen Biergarten, der gern von Radfahrern und Wanderern aus dem Louisa-Park aufgesucht wird, hat die FAB jetzt im Sommer auch tagsüber viel zu tun. „Unser Team mussten wir auf zehn Leute vergrößern, und wahrscheinlich reicht das noch nicht einmal“, erklärt Young, die als gelernte Köchin selbst mit anpackt. Ihre Ergebnisse können sich aber schon sehen lassen, „Alle Wetter, die Grüne Soße ist schon sehr, sehr gut!“, lobt Kleingärtner Auth.

Im Vordergrund aber, betont Young, soll im FAB immer noch die Musik und die Kultur stehen, der komplette Juni ist schon mit Musikern und Bands ausgebucht. „Natürlich bleiben wir aber auch unserem donnerstäglichen Open-Stage-Thursday treu.“ Für die ferne Zukunft plant Young auch Ausflüge in die Theater- und Kleinkunstwelt.

Heute gibt es in der Frankfurt Art Bar im Ziegelhüttenweg 221 in der „Irish Celtic Music Session“ erst einmal irische Klänge zu hören, am Donnerstag dann die beliebte Open-Stage, und am Freitag geht es mit Jazz von unter anderem Jens Hubert am Flügel, Thomas Schilling am Bass und Matthieu Darracq Paries am Saxophon weiter.

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