Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 13°C

Im Bus durchs Baltikum: Zwei Kollegen starten 7500 Kilometer lange Rallye für den guten Zweck

Der Nieder-Eschbacher Enrico Meier und sein Rüsselsheimer Arbeitskollege Martin Deeth wagen für einen guten Zweck eine Rallye durchs Baltikum. Zwar müssen sie die Reise in einem alten VW-Bus antreten. Doch der hat entlang der Route deutliche Vorteile gegenüber einem modernen Untersatz.
Robust ist der mehr als 20 Jahre alte VW-Bus LT 35, mit dem Enrico Maier (am Steuer) und Martin Deeth an der Rallye teilnehmen. Robust ist der mehr als 20 Jahre alte VW-Bus LT 35, mit dem Enrico Maier (am Steuer) und Martin Deeth an der Rallye teilnehmen.
Nieder-Eschbach. 

Vor über zehn Jahren sind Enrico Meier (44) aus Nieder-Eschbach und sein in Rüsselsheim lebender Arbeitskollege Martin Deeth (32) aus beruflichen Gründen von der Ostseeküste ins Rhein-Main-Gebiet gezogen. Beide fühlen sich hier wohl. In ihren Herzen sind Meier und Deeth jedoch Nordmänner geblieben.

Dem Ruf der Heimat können die beiden also nicht widerstehen. In ein paar Tage machen sich Meier und Deeth auf dem Weg in Richtung Hamburg, um an der sogenannten „Baltic Sea Circle“-Rally teilzunehmen. Von der Hansestadt aus geht es weiter nach Dänemark, dann über Schweden, Norwegen, Finnland und Russland in die baltischen Staaten – nie weit von der Ostseeküste entfernt.

Meier und Deeth haben Skandinavien und das Baltikum als Mitarbeiter von Lufthansa Technik zwar schon gesehen. „Allerdings immer nur von oben. Wenn wir mit dem Flieger auf Dienstreise waren“, sagt Meier.

Die „Baltic Sea Circle“-Rally wird jedoch kein oberflächlicher Blick auf europäischen und russischen Norden. Meier und Deeth wagen die Reise in einem über 20 Jahre alten VW-Bus, das Reglement schreibt vor, dass die Fahrzeuge mehr als 20 Jahre alt sein müssen. Einer Schnitzeljagd ähnlich müssen die Rallye-Fahrer unterwegs verschiedene Rätsel lösen und dabei auch auf Tuchfühlung mit den Einheimischen gehen.

Fischdosen öffnen

„Welche Rätsel uns erwarten, wird vor der Reise nicht bekannt gegeben. In den letzten Jahren mussten sich die Teilnehmer mit russischen Brautpaaren fotografieren lassen oder im Auto Büchsen von fürchterlich stinkendem, fermentiertem Fisch öffnen“, hat Meier erfahren.

Die Rätsel zu erfüllen ist eine Vorgabe für die beiden beim „Baltic Sea Circle“. Zudem haben sie 16 Tage lang Zeit, die rund 7500 Kilometer lange Strecke bis zum Ziel in Hamburg zurückzulegen. Weil es jedoch nicht ums Gewinnen, sondern nur ums Ankommen geht, spielt es keine Rolle, welcher Rallye-Teilnehmer an schnellsten ist.

Ziel ist es vielmehr, etwas Gutes zu tun. Dafür müssen Meier und Deeth neben der Anmeldegebühr von 250 Euro Spenden in Höhe von 750 Euro auftreiben. Die Hälfte davon geht an den Veranstalter, den Superlative Adventure Club, der den Betrag an von ihm ausgewählte, gute Zwecke vergibt. Die andere Hälfte müssen Meier und Deeth selbst an einen wohltätigen Zweck spenden. An wen das Geld geht, können die beiden selbst entscheiden. Die Wahl fiel auf ein Waisenhaus im kenianischen Nairobi, in dem auch Ärzte aus Deutschland arbeiten.

Noch sind beide nicht zufrieden mit der von ihnen eingesammelten Summe. „Vielleicht findet sich ja noch ein Bäcker oder Dachdecker aus Rüsselsheim oder andernorts aus dem Rhein-Main-Gebiet. Auf unserem Bus wäre genug Platz für Firmenaufkleber, mit dem die Spender werben könnten.“

Selbst reparieren

Maiers und Deeths VW-Bus, ein LT 35, ist für die beiden eine Garantie, dass sie Hamburg nach maximal 16 Tagen wieder erreichen. „Unser Bus ist so alt, dass alles noch mechanisch funktioniert. Wenn mal was kaputt geht, kann ich es reparieren. Schließlich schraube ich seit meinem achten Lebensjahr an Autos herum“, erzählt Meier.

Und wenn die beiden Rallye-Fahrer mal ein Ersatzteil brauchen, vertrauen sie, wie Meier erzählt, auf russische KFZ-Mechaniker. „Die haben für so alte Karren meist Teile vorrätig und sind gut darin zu improvisieren.“ Und jeder ungeplante Zwischenstopp sorgt zudem dafür, dass die beiden einem ihrer wichtigsten Ziele näher kommen: Ihre Heimat die Ostseeküste und deren Menschen näher kennen zu lernen.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse