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Stadtteilbibliotheken: Zweisprachigkeit baut Grenzen ab

Von Zehn neue zweisprachige Kinderbücher konnten für die Bibliotheken der Stadtbücherei angeschafft werden. Möglich wurde das durch die Einnahmen aus dem Lauf für Mehrsprachigkeit, der dieses Jahr am 26. April im Niddapark startet.
Silke Schuhmann und Galan Celikbudak lesen das Kinderbuch „Tims Traum“ auf deutsch und türkisch vor.	Foto: Christes Silke Schuhmann und Galan Celikbudak lesen das Kinderbuch „Tims Traum“ auf deutsch und türkisch vor. Foto: Christes
Gallus. 

Gespannt hören Malik (4) und sein Papa Walid Popan zu, als die Leiterin der Stadtteilbibliothek im Gallus, Silke Schumann, und die Mitarbeiterin des Projekts Frühstart der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung, Nalan Celikbudak, aus Sibylle Hammers Kinderbuch „Tims Traum“ vorlesen. „Tim’in Rüyasi“ heißt es auf Türkisch und erzählt die traumhafte Geschichte vom Monster Hugo, das den kleinen Tim nachts zum Monsterhockey mitnimmt. Kurz darauf feuert die Kindergruppe als Fanclub die beiden mit lauten Instrumenten an, ehe Malik sich sein eigenes kleines Monster basteln darf.

„Diese Lesungen sind eine tolle Idee. Mein Sohn hört die Geschichte in beiden Sprachen und ich lerne sogar noch etwas Türkisch dazu“, freut sich Walid Popan, der als gebürtiger Afghane in Deutschland mit einer Türkin verheiratet ist. In den Frankfurter Bibliotheken kommen immer mehr fremd- und zweisprachige Medien und Veranstaltungen hinzu, wozu auch im Gallus die fast monatlichen deutsch-türkischen Lesungen des Projekts Frühstart zur Förderung von Sprachverständnis und Wortschatz gehören. Nun wird der bilinguale Bestand um zehn weitere Titel wie Paul Friesters „Heule Eule“, oder Hans de Beers „Kleiner Eisbär – Wohin fährst du. Lars?“ unter anderem auf deutsch-englisch, deutsch-französisch, deutsch-türkisch, deutsch-italienisch, deutsch-spanisch und deutsch-russisch aufgestockt.

 

39 Nationen machen mit

 

„Die Bibliotheken sind Multiplikatoren im Kontakt zu den 22 bilingualen Kindereinrichtungen in Frankfurt“, betont Julia Zabudkin, die die vier deutsch-russischen Kindergärtern „Nezabudka“ in Bockenheim, Sachsenhausen und im Nordend leitet und zusammen mit ihrem Mann Alexej den Lauf für Mehrsprachigkeit organisiert. „Letztes Jahr hatten wir rund 670 Teilnehmer aus 39 Nationen und konnten dank unserer Sponsoren einen Überschuss von 1500 Euro für die Bücher erwirtschaften.“

Der Lauf für Kinder und Erwachsene durch den Niddapark startet unter der Beteiligung der Läuferin des Jahres 2013, Irina Mikitenko, am 26. April ab 10 Uhr, Im Ginnheimer Wäldchen 3. Teilnehmer können sich bis 20. April online oder auch noch eine Stunde vor dem Start für einen Nachmeldeaufschlag von 3 Euro registrieren lassen. Für die Kleinsten bis 6 Jahre gibt es einen kostenlosen Bambinilauf, gefolgt von zwei (Grund)Schülerläufen bis zu drei Kilometern, einem Fünfkilometer- und einem Zehnkilometerlauf mit Startgeldern von 5, 8 und 12 Euro. Neben Haupt- und Überraschungspreisen gibt es eine Geschenktüte für die Bambini und ein T-Shirt.

Unterstützt wird der Lauf unter der Schirmherrschaft von Markus Frank unter anderem von der AOK Hessen, der Fraport und der Strothoff International School, Kooperationspartner sind neben der Stadtbücherei der Sportkreis Frankfurt, der Verein Slowo zur Pflege der russischen Kultur, der Deutsch-Italienische Kindergarten Pinocchio, der Verein 25sonMás zur Förderung der deutsch-spanischsprachigen Erziehung und die multilinguale Le Jardin GmbH mit sechs Kinderkrippen in Frankfurt. „In einer Stadt mit 180 Nationen ist schon der Lauf selbst wichtig“, betont Alexei Zabudkin.

 

Zehn neue Bücher

 

Die zehn neuen Kinderbücher werden jetzt in den Frankfurter Bibliotheken verteilt. Zwar liegen die Bücher nicht in jeder der Sprachen in den Bibliotheken vor Ort aus. „Denn von der Verteilung der Sprachen in den Stadtteilen hängt ab, welche Abteilungen die dortigen Bibliotheken unterhalten“, erklärt Sabine Prasch von der Leitung Öffentlichkeitsarbeit der Stadtbücherei. „Doch die Bücher können online in jeder gewünschten Sprache bestellt werden.“

Neben internationalen Bestsellern wie dem kleinen Eisbären Lars und Erlebnisbüchern, die etwa auf den Besuch beim Zahnarzt vorbereiten, spielt auch die jeweilige nationale Kultur eine besondere Rolle. In der türkischen Sprache sind das neben traditionellen Kinderreimen die besten Geschichten des Schelmen Nasreddin Hodscha. „Bei 20 Sprachen und 35 000 Besuchern jährlich haben wir im Gallus bestimmt für jeden was dabei“, ist Silke Schumann zuversichtlich.

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