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AfE-Turm: Am Sonntag kann es eng werden

Von Am Sonntag wird der AfE-Turm in Bockenheim gesprengt – für Tausende Schaulustige könnte sich die Anfahrt schwierig gestalten. Nicht nur Straßensperrungen, sondern auch Baustellen beeinträchtigen den S- und U-Bahn-Verkehr.
Die Vollsperrung der Senckenberganlage wird bereits angekündigt. Am Sonntagvormittag geht hier nichts mehr.	Foto: Hamerski Die Vollsperrung der Senckenberganlage wird bereits angekündigt. Am Sonntagvormittag geht hier nichts mehr. Foto: Hamerski
Frankfurt. 

Um 10 Uhr am Sonntag wird der AfE-Turm gesprengt. Bis zu 40 000 Zuschauer werden erwartet. Für Schaulustige könnte die Anreise kompliziert werden. Von
7 bis 14 Uhr sind die Senckenberganlage komplett sowie die stadtauswärts führende Strecke der Friedrich-Ebert-Anlage an der Messe für Autos gesperrt. Viele kleinere Straßen werden ebenfalls zeitweise gesperrt, darunter die Hamburger
Allee.

Zur gleichen Zeit stellt die U 4 zwischen den Haltestellen „Festhalle/Messe“ und „Bockenheimer Warte“ den Verkehr ein; der U-Bahn-Tunnel verläuft fast genau unter dem AfE-Turm. Die Buslinie 50 und die Straßenbahnlinien 16 und 17 passieren die Bockenheimer Warte und die Ludwig-Erhard-Anlage in dieser Zeit ebenfalls nicht.

 

Einschränkung bei S-Bahn

 

Verlegt

Sprengung erfolgt von der Straße aus.

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Ärger droht den Bahnfahrern am Sonntag aber auch aus anderen Gründen: Bauarbeiten an den Gleisen beeinträchtigen die S-Bahn und den U-Bahn-Verkehr in Frankfurt. Seit Wochen erneuert die Deutsche Bahn AG die Gleise der S-Bahnen zwischen der Galluswarte und dem Südbahnhof. Nach Betriebsschluss und sonntags wird im Tunnel gearbeitet – auch am kommenden Sonntag. Trotz der Sprengung und des zu erwartenden Zuschauerandrangs in den Bahnen ändert das Unternehmen diesen Ablauf am
2. Februar nicht. „Wer von außerhalb mit der S-Bahn anreisen will, kann das auch am Sonntag tun“, sagt Bahn-Sprecher Thomas Bischoff. „Die Bahnen S 1, S 3 und S 8 verkehren normal, sogar mit Langzügen.“ Mit diesen drei Bahnen seien alle Umsteigemöglichkeiten und wesentlichen Verbindungen abgedeckt.

 

Die A-Strecke ist dicht

 

Läuft die Gleiserneuerung im S-Bahn-Tunnel schon seit einigen Wochen, plant die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) just am kommenden Sonntag eine besondere Aktion: Die U-Bahnen der sogenannten A-Strecke (U 1, U 2, U 3 U 8) fahren am Sonntag nur bis zur Hügelstraße. Die Verbindung bis zum Südbahnhof übernehmen Ersatzbusse. Der Grund hierfür sind ebenfalls Gleisarbeiten im Tunnel.

Die geplanten Arbeiten zu verschieben, hat die VGF nicht in Betracht gezogen. „Die Spezialmaschinen muss man rund ein Jahr im voraus mieten“, verteidigt sich VGF-Sprecher Bernd Conrads. Laut Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen ABG-Holding (Eigentümerin des AfE-Turms), hat die VGF bei keinem der zahlreichen Vorgespräche Einwände gegen den Termin am 2. Februar erhoben. Offenbar waren damals keine Probleme erwartet worden.
 

Bilderstrecke Die letzten Tage des AfE-Turms
Der 116 Meter hohe AfE-Turm der Frankfurter Universität soll am 2. Februar gesprengt werden. Nie zuvor ist bislang in Europa ein derart hohes Haus gesprengt worden. Wir blicken noch einmal zurück, als das Gebäude ausgeräumt wurde. Fotos: ChristesDer gesprühte Drache über den Hausplan zeigt, dass hier ein gewisses Maß an Freigeist herrschte.Das ist auch kein Wunder: Rund 40 Jahre lang beherbergte der 1972 errichtete Bau die gesellschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Universität. Die Bezeichnung AfE hatte sich als Abkürzung für Abteilung für Erziehungswissenschaft eingebürgert. Die altertümlichen Bildschirme in dem Container haben wohl auch langes Leben hinter sich.

 

Wer mit dem Auto nach Frankfurt fährt, um die Sprengung zu beobachten, muss sich außerhalb des Sperrgebietes einen Parkplatz suchen. Besondere Angebote gibt es nicht, doch die Parkhäuser sind offen. Klaus Linek, Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, sagt: „Alle Ziele sind mit Bus und Bahn zu erreichen – auch am Sonntag. Aber die Fahrgäste sollten sich informieren und früher aufstehen, um rechtzeitig in Frankfurt zu sein.“

Die Polizei rät, nicht mit dem Auto in die Nähe des AfE-Turms zu fahren. Wer am Hauptbahnhof aussteigt, kann die etwa 1,2 Kilometer zur Messe in 15 Minuten laufen.

Am Messekreisel wollen die Polizei und das Technische Hilfswerk eigens Zuschauerbezirke ausweisen. Wer will, kann dem Spreng-Spektakel auch von der Bockenheimer Warte aus zusehen. Dorthin fahren die U 6 und U 7 auch am Sonntag im üblichen Takt.
 

Die Sprengung des Pruitt-Igoe-Wohngebiets in St. Louis wurde sogar im Fernsehen übertragen.	Foto: Wikipedia
Gebäude-Sprengungen: Gnadenschuss mit Dynamit

1972 wurde der Frankfurter AfE-Turm seiner Bestimmung übergeben. Im selben Jahr versanken 33 Wohnblöcke in St. Louis in einer Staub- und Rauchwolke. Eine Sprengung, die auch die Baupolitik am Main stark beeinflusste.

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AfE-Turm Turm-Sprengung: Zimmer mit Aussicht sind vergeben

Am Sonntag wird der AfE-Turm der Frankfurter Universität gesprengt. Es werden Massen von Zuschauern erwartet und die anliegenden Hotels haben die Chance erkannt. Alle Hotelzimmer mit Aussicht auf die Sprengung sind seit Donnerstag ausgebucht.

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Der AfE-Turm. Promis nehmen Abschied: Er wird am Sonntag gesprengt. Foto: dpa.
Sprengung des AfE-Turms Promi-Rückblick auf den Uni-Turm

Am kommenden Sonntag soll der AFE-Turm gesprengt werden. Viele Studenten sind seitdem in seinen Aufzügen nach oben geruckelt. Auch einige Promis wurden als Studenten in dem Betonklotz geprägt.

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Bilderstrecke Sprengmeister des AfE-Turms
Zweimal soll es knallen, dann ist der AfE-Turm Geschichte. Der Mann dahinter ist Sprengmeister Eduard Reisch. Die Sprengung des mehr als 110 Meter hohen Gebäudes ist in Europa bisher einzigartig. Für Reisch heißt das: Bevor der Turm am 2.2 zu Staub zerfällt, war es ein langes Stück Arbeit. Fotos: Kammerer, dpa (2)Reisch zeigt sein Arbeitsgerät: Die gelbe Schnur ist eine spezielle Zündschnur, die den Zündimpuls sehr gleichmäßig übermittelt.Hier präsentiert Reisch das wichtigste Utensil: eine 125 Gramm schwere Sprengpatrone, die mit gelatinösen Sprengstoffen gefüllt ist.


Bilderstrecke Sprengungen in Frankfurt
Wenn in Frankfurt beim Abriss mal Sprengstoff zum Einsatz kommt, dann hat es in den vergangenen zwanzig Jahren fast immer am Sonntag heftig geknallt - so auch bei der Sprengung des AfE-Turms. Bevor dieser am 2. Februar in Schutt zerfällt. Eine kleine Auswahl Frankfurts gefallener Riesen:24. April 1994: Bis zu diesem Sonntagmorgen standen in der Friedrich-Ebert-Anlage zwei Bürotürme der Bundesbahn, der kleinere 45, der andere 75 Meter hoch. 100 Kilogramm Sprengstoff brachten sie zum Einsturz, etwa 4000 Neugierige schauten zu. Anstelle der beiden alten Hochhäuser stehen heute die Gebäude namens Castor und Pollux.20. August 1995: 37 Meter ragte der Kirchturm der Philippus-Gemeinde im Riederwald in die Höhe. Weil sich die Gemeinde die Sanierung des Bauwerks aus Stahlbeton, errichtet 1961, nicht leisten konnte, hatte sie den Turm sprengen lassen.
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