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Am Sonntag wird der AfE-Turm gesprengt: AfE-Turm: Es knallt nicht zum ersten Mal

Von Die Vorbereitungen für die Sprengung des AfE-Turms sind gestern in die heiße Phase eingetreten: Arbeiter platzierten die ersten Sprengkörper in eigens vorgebohrte Löchern. Der AfE-Turm ist aber nicht das erste Gebäude in Frankfurt, das durch eine Explosion dem Erdboden gleichgemacht wird. Es gibt mehrere prominente Vorgänger . . .
Das war die Gegentribüne des Waldstadions. Bilder > Das war die Gegentribüne des Waldstadions.
Frankfurt. 

Etwa 1400 Sprenglöcher sind in den vergangenen Tagen in Stützpfeiler und Wände des AfE-Turms gebohrt worden. Gestern gingen die Vorbereitungen für die Sprengung des 116 Meter hohen Gebäudes an der Senckenberganlage in die heiße Phase: „Erst werden die Löcher mit Sprengkörpern bestückt, dann werden diese mit Kabeln verbunden“, sagte Frank Junker, Chef der ABG Frankfurt Holding. Die städtische Wohnungsgesellschaft entwickelt das Gelände, auf dem der AfE-Turm steht, zum Kulturcampus weiter.

950 Kilo Sprengstoff sind nötig, um das Hochhaus mit 32 Stockwerken vertikal einstürzen zu lassen. Damit niemand an die schon platzierten Sprengkörper herankommt, wurde die Liegenschaft bis zur Sprengung am Sonntag um 10 Uhr in eine Hochsicherheitszone verwandelt. Bewaffnete Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdiensts patrouillieren Tag und Nacht, außerdem hat die Landespolizei ihre Streifen intensiviert.

Bilderstrecke Sprengungen in Frankfurt
Wenn in Frankfurt beim Abriss mal Sprengstoff zum Einsatz kommt, dann hat es in den vergangenen zwanzig Jahren fast immer am Sonntag heftig geknallt - so auch bei der Sprengung des AfE-Turms. Bevor dieser am 2. Februar in Schutt zerfällt. Eine kleine Auswahl Frankfurts gefallener Riesen:24. April 1994: Bis zu diesem Sonntagmorgen standen in der Friedrich-Ebert-Anlage zwei Bürotürme der Bundesbahn, der kleinere 45, der andere 75 Meter hoch. 100 Kilogramm Sprengstoff brachten sie zum Einsturz, etwa 4000 Neugierige schauten zu. Anstelle der beiden alten Hochhäuser stehen heute die Gebäude namens Castor und Pollux.20. August 1995: 37 Meter ragte der Kirchturm der Philippus-Gemeinde im Riederwald in die Höhe. Weil sich die Gemeinde die Sanierung des Bauwerks aus Stahlbeton, errichtet 1961, nicht leisten konnte, hatte sie den Turm sprengen lassen.

 

„Da sind Dutzende Sicherheitskräfte im Einsatz, die bis an die Zähne bewaffnet sind“, sagte ABG-Chef Junker. Das Sprengmaterial werde mit Lastwagen sukzessive zum AfE-Turm transportiert. Tagsüber nicht verbaute Sprengkörper würden nachts aus Sicherheitsgründen nicht in Bockenheim, sondern an einem Ort außerhalb der Stadt gelagert. „Weil Sprengmeister Eduard Reisch und die Bundeswehr eine Kooperation pflegen und sich regelmäßig austauschen, wirkt bei der Sprengung auch eine Gruppe von Soldaten mit.“

Polizei ist vorbereitet

Am Sonntag um 6 Uhr beginnt der Großeinsatz der Landespolizei, die rings um den AfE-Turm zwei Sperrzonen einrichten wird. Ab 7 Uhr, so berichtet Polizeisprecher Alexander Kießling, wird der innere Kreis (Radius: 135 Meter) nach und nach geräumt, ab 8 Uhr darf sich darin niemand mehr aufhalten. Im äußeren Kreis (135 bis 250 Meter) können die Menschen zwar in ihren Häusern und Wohnungen bleiben, sie müssen ihre Fenster aber ab 9.30 Uhr geschlossen halten. Auch auf Balkonen, Terrassen und in Gärten darf sich niemand befinden.

1000 Einsatzkräfte

Insgesamt, so sagt Junker, werden bei der Sprengung etwa 1000 Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und privaten Sicherheitsdiensten im Einsatz sein. Für den Fall, dass jemand in der äußeren Sperrzone medizinische Hilfe benötigt, kann der Rettungsdienst wie üblich unter der Nummer 112 gerufen werden. Die Behörden gehen davon aus, dass zur Sprengung bis zu 40 000 Schaulustige kommen. Die Polizei wird sie über ihren neuen Twitter-Kanal (@Polizei_Ffm) auf dem Laufenden halten. Junker ließ gestern durchblicken, dass die Vorbereitungen planmäßig verlaufen und der für die Sprengung vorgesehene Termin eingehalten werden kann.

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