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Frankfurt-Blog

Von Noch knapp drei Wochen, dann wird der Uni-Turm in die Luft gejagt. Gehen Sie hin?
116 Meter ist er hoch - und wird von vielen schon lange als Schandfleck empfunden: Der AfE-Turm am Campus Bockenheim. (Foto: dpa) 116 Meter ist er hoch - und wird von vielen schon lange als Schandfleck empfunden: Der AfE-Turm am Campus Bockenheim. (Foto: dpa)
In knapp drei Wochen, am 2. Februar, hat das letzte Stündlein des AfE-Turms geschlagen, der den meisten Frankfurtern einfach nur als Uni-Turm bekannt sein dürfte. Das symbolträchtige Gebäude dankt aber nicht ohne einen letzten, richtig großen Knall ab, denn es wird in die Luft gejagt.
 
Schon jetzt sind alle Vorkehrungen getroffen, nicht nur um die Sprengung ordnungsgemäß durchzuführen, sondern auch, um die Zuschauermassen zu bewältigen, die an dem Tag erwartet werden. Rund 40.000 Schaulustige werden sich vermutlich einfinden, um den Uni-Riesen in die Knie gehen zu sehen. Ich habe mir sagen lassen, dass es einen regelrechten Spreng-Torismus geben soll. Fans von Explosivstoffen reisen durch die ganze Welt, um derartige Spektakel miterleben zu können. Ei ja, wenns schee macht....
 
Viel spannender als die Sprengung - wobei ich tatsächlich überlege, es mir auch anzuschauen - finde ich aber die Geschichte des 116 Meter hohen Klotzes, der zwar nie sonderlich hübsch war, aber dennoch Spuren hinterlassen hat.
 
Der erste Aufhorcher ist da der Name: AfE-Turm. AfE steht nämlich für Abteilung für Erziehungswissenschaft, doch genau diese Abteilung ist nie in den Turm eingezogen, der 1972 fertiggestellt wurde. Man hat sie nämlich wieder geschlossen, bevor der AfE-Turm bezugsfertig war. Stattdessen hat man dann die ganze Palette der Sozialwissenschaften darin untergebracht. So gesehen hätte der Turm also eher das Kürzel AfS tragen müssen aber wir Frankfurter sind ja bekanntermaßen nicht sonderlich gut darin, einmal getroffene Entscheidungen zu revidieren. Passt also.
 
Wirklich bemerkenswert war es aber Anfang der 1970er Jahre, dass man in Frankfurt den Sozial- oder Gesellschaftswissenschaften eine so hohe Bedeutung zugestanden und sie symbolbehaftet in einen derart opulenten Bau gesteckt hat. Es hat nicht nur Frankfurts akademische Bestrebungen in dieser Richtung unterstrichen, sondern auch dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung getragen, der sich in dieser Zeit in ganz Deutschland vollzogen hat.
 
Aber bevor wir jetzt vollends in die Folklore abdriften, kann man einfach nicht übersehen, dass dieser Turm einfach derart hässlich war, dass eine Sprengung ohnehin längst überfällig war. Man könnte jetzt die Chance ergreifen und etwas sehenswertes auf die frei gewordene Fläche bauen. Stattdessen hat sich die ABG wohl dazu entschlossen, wieder einen Turm zu platzieren. Dieses mal allerdings mit einem Mix aus Büro-, Gewerbe- und Wohnflächen. In gut Deutsch also noch ein Büroturm! Ist ja nicht so, dass wir in Frankfurt ohnehin eine wahnwitzige Büro-Leerstandsquote haben. Kann mir das jemand plausibel erklären? Warum keine bezahlbaren Wohnungen, wenn die Stadt jetzt die Gelegenheit hat, freigewordene Flächen zu nutzen?

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