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Interview mit Vorsitzender des Stadtelternbeirats: „Man muss den Kindern eine Chance geben“

Auch Alix Puhl, Vorsitzende des Stadtelternbeirats, war gestern im Nordend dabei. Für sie sind die Klagen über gefährliche Schulwege nicht neu. Trotzdem sollten Eltern ihre Kinder gehen lassen, rät die vierfache Mutter im Gespräch mit FNP-Redakteurin Inga Janovic.
AlixPuhl Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA AlixPuhl

Wie fanden Sie die Aktion mit der Menschenkette im Nordend?

ALIX PUHL: Das war beeindruckend, vor allem, weil mehrere Schulen zusammengearbeitet haben, es klar wurde, dass sie sich als ein Stadtteil begreifen.

Der Stadtelternbeirat kennt das Thema der Sicherheit auf Schulwegen bestimmt schon lange?

PUHL: Natürlich, die Probleme sind lange bekannt. Aber bislang fühlt sich keiner wirklich dafür verantwortlich, sie zu lösen. Es gibt zwar Schulwegpläne, aber deren Vorhandensein alleine macht den Schulweg nicht sicher.

Woran krankt es besonders?

PUHL: Die größten Gefahren sind zu schnell fahrende Autos, Ampelschaltungen, die Fußgängern und Rechtsabbiegern gleichzeitig Grün geben, zugeparkte Geh- und Überwege, rücksichtslose Radfahrer. Selbst Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto vor die Schule fahren, halten sich oft nicht an die Regeln.

Grundsätzlich lautet ja die Empfehlung, die Kinder allein laufen zu lassen. Aber wenn es so gefährlich ist. . .?

PUHL: Der Weg zur Schule ist die erste Gelegenheit, bei der man Kinder alleine gehen lässt. Das kostet die Eltern Überwindung, aber sie sollten den Mut und das Vertrauen aufbringen. Sie können etwas für die Sicherheit tun, die Wege mit den Kindern üben, ihnen Warnwesten anziehen. Die Kinder sind stolz, wenn man ihnen Verantwortung überträgt. Alle übrigen Verkehrsteilnehmer müssen ihnen aber die Chance geben, das meistern zu können.

Die Politiker haben heute unisono angekündigt, die Straßen sicherer machen zu wollen. Was kann man tatsächlich tun?

PUHL: Es funktioniert nur, wenn alle zusammenarbeiten: Schule, Eltern, Kinder, Stadt und Polizei. Die Schulen im Nordend haben die Gefahrenstellen genau aufgelistet, das sollten alle stadtweit machen. Als Stadtelternbeirat werden wir die Informationen sammeln, bündeln und weiterverfolgen. Wir wollen das Thema auf Landes- und Bundesebene aufgreifen. Es geht auch um gesetzliche Fragen. In einer Tempo-30-Zone etwa darf eigentlich kein Zebrastreifen mehr eingerichtet werden, egal wie offenkundig eine Gefahrenstelle ist.

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