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Feierstunde: 70 Jahre Israel wird kein bisschen leise gefeiert

Sang zum ersten Mal in Frankfurt: Emily Karpel. Bilder > Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Sang zum ersten Mal in Frankfurt: Emily Karpel.

Sie gilt als die israelische Indie-Pop-Queen, hat deutsche Wurzeln und spielte gestern zum ersten Mal in Frankfurt. Und dann auch gleich im Kaisersaal. Anlässlich der Feierstunde zum 70. Geburtstag des Staates Israel und des sechsten deutsch-israelischen Freundschaftstags trat Emily Karpel mit zwei Bandmitgliedern auf. Der Frankfurter Musiker und Balkan-Pop-King Shantel , hatte sie eingeladen, im Römer zu diesem Anlass aufzutreten. „Da musste ich nicht zweimal überlegen“, sagte Karpel, die eine besondere Beziehung zu Deutschland hat und drei Jahre in Berlin lebte. „Es war eine Ehre für mich, hier zu spielen.“ Frankfurt kenne sie auch, „aber es ist lange her, dass ich hier war. Damals war ich gerade eine Woche verheiratet und man kann sagen, dass wir hier die Flitterwochen verbracht haben“, erinnerte sie sich.

Bewusst haben sich die Macher bei der Vorbereitung auf diesen Abend gegen Klezmer-Musik entschieden. Man wollte nicht zu sehr ins Klischee abdriften.

70 Jahre Israel, für Ida Bubis , Witwe des einstigen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, bedeutet das „sehr viel. Es ist für uns etwas Außergewöhnliches, dass wir einen Staat haben. Das gibt uns Sicherheit und das ist ein sehr gutes Gefühl“, sagte die Frau, die am 30. April ihren zweiten Geburtstag feierte. „Das war der Tag, an dem ich aus Dachau befreit wurde – und eigentlich ist es mein richtiger Geburtstag. Aber weil wir seit 70 Jahren einen Staat haben, fühlen wir uns nicht mehr als Opfer.“

Ex-OB Andreas von Schoeler (links) mit Ida Bubis und Julien Chaim Soussan, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Ex-OB Andreas von Schoeler (links) mit Ida Bubis und Julien Chaim Soussan, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt.

„Es ist an der Zeit, zu diesem kleinen Wunder zu gratulieren“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann in seiner Rede im sehr gut gefüllten Kaisersaal. „Es ist ein Geschenk für uns alle, dass es diesen Staat gibt“, so der Oberbürgermeister weiter, der Israel als „selbstbewusste, junge, moderne“ Nation bezeichnete. „Es ist ein Symbol für Demokratie“, lobte Feldmann, der den „Pioniergeist, die Gleichberechtigung und die Vielfalt“, in diesem Land lobte. „Diese Feier ist für uns kein Pflichtprogramm.“ Die Veranstaltung sei ein Signal, „dass wir in unserer Stadt sehr offen sind, aber wir haben keine Toleranz für Diskriminierung, Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung“, sagte Feldmann.

Die neue Generalkonsulin von Israel Sandra Simovich. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Die neue Generalkonsulin von Israel Sandra Simovich.

Sandra Simovich , Generalkonsulin Israels, erinnerte daran, dass die Staatsgründer ihre Heimat und ihre Identitäten zurückgelassen hätten und einen kompletten Neuanfang wagten. „Israel bietet allen Juden auf der ganzen Welt eine Heimat“, betonte sie. Und es habe sich von einer eher landwirtschaftlich geprägten Nation zu einem High-Tech-Land entwickelt, so die Generalkonsulin, die erst seit vergangenem Jahr in Frankfurt im Amt ist. Trotzdem sei die israelische Gesellschaft von Krieg und fundamentalistischem Terrorismus bedroht. „Wir wollen und wir träumen von Frieden mit unseren palästinensischen Nachbarn“, sagte Sandra Simovic. Israel sei eine moderne Demokratie. „Wir möchten wie jedes andere Land kritisiert werden, nicht weniger, aber auch nicht mehr.“

(es)

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