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Wegen Israel-Kochbuch: Anfeindungen gegen Promi-Koch Reeh

Wegen dieses Kochbuchs ist er im Internet schwer angefeindet worden. Mittlerweile kann Mirko Reeh wieder lachen. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Wegen dieses Kochbuchs ist er im Internet schwer angefeindet worden. Mittlerweile kann Mirko Reeh wieder lachen.

Er hat es wieder getan. Mirko Reeh hat ein Buch geschrieben. Und – oh, Wunder – es ist ein Kochbuch geworden. Dieses Mal eines über die israelische Küche. Er hat es „TLV – kulinarische Reise mit Mirko Reeh“ betitelt. Und das Buch geht weg wie warme Semmeln. „Die erste Auflage – 3500 Stück – ist schon ausverkauft“, freut sich der Frankfurter Koch mit überregionaler TV-Bekanntheit.

Doch nicht bei jedem kommt das Buch gut an. So hagelte es im Internet, auf dem sozialen Netzwerk Facebook Anfeindungen. Damit nicht genug. „Mir wurde sogar vorgeworfen, ich hätte die Anfeindungen selbst inszeniert, damit ich mehr Bücher verkaufe. Das ist natürlich nicht der Fall“, empört sich Reeh. „Ich finde es unglaublich, dass man mir so etwas nachsagt.“

Unglaublich ist natürlich schon allein, dass ein Buch über das Essen in Israel derartige Reaktionen hervorruft. „Mich schmerzt die Engstirnigkeit der Menschen. Das trifft mich, weil ich ein sehr weltoffener Mensch bin“, sagt Reeh.

„Aber, dass Leute sich so aufregen, nur weil ich ein Buch über die israelische Küche geschrieben habe, das ist mir unverständlich.“ Der 40-Jährige schüttelt den Kopf. „Es geht um die Kultur des Essens in diesem Land. Jeder darf natürlich seine Meinung sagen. Ich finde es aber schwierig. Denn es ist ein Kochbuch. Es ist kein Buch, in dem ich etwas über Religion oder politische Ausrichtungen schreibe“, ringt Reeh regelrecht um Worte. Das mit den Anfeindungen sei sogar so weit gegangen, dass Reeh einen Anruf aus Wiesbaden bekam. „Die Polizei meldete sich und bat mich, die Einträge nicht zu löschen, damit sie sich die ganze Sache genauer anschauen kann“, erzählt Reeh. „Facebook hat gar nicht reagiert.“

Die Situation macht Reeh zu schaffen. „Das tangiert mich leider nicht nur peripher. Denn von Freitag- auf Samstagnacht klingelte mein Telefon 400 Mal. Immer waren es anonyme Anrufer.“ Selbst als er Gespräche angenommen habe, „hat sich niemand gemeldet“.

Mittlerweile gab es aber auch positive Kommentare. Das stimmt Reeh zuversichtlich. „Es ist super, wie die Leute zu mir stehen und es zeigt, dass viele tolerant sind. Das macht einiges wieder wett.“

Aber zurück zum Buch. „Es wird eine ganz Serie geben“, kündigt Mirko Reeh an. Merkmal dieser Reihe, die der Koch mit „kulinarische Reise mit Mirko Reeh“ überschreibt, ist, dass der Flughafen-Code des jeweiligen Zielorts Bestandteil des Buchtitels sein wird – also aktuell TLV für Tel Aviv. „Israel ist meine erste Station, da es eine extrem große Auswahl gibt, weil dort sehr viele Nationen vertreten sind. Es ist ein außergewöhnliches Essen“, sagt Reeh, der seit zehn Jahren jährlich dorthin fliegt. „Nachdem ich da eine Sendung gemacht habe, hat mich das so sehr fasziniert, dass ich mir immer mehr von diesem Land anschauen wollte.“

Die Arbeit an dem Buch sei hochspannend gewesen und habe unheimlich viel Spaß gemacht, „weil es unendlich viele kulinarische Eindrücke gibt“. Etwa 250 Rezepte sammelte er und filterte daraus gut 60 heraus. „Ich wollte aus jeder Küche etwas Traditionelles und auch moderne Sachen, die in Israel en vogue sind“, erklärt Reeh. „Ich bin seit dem Sommer des vergangenen Jahres am Rezepte-Sammeln“, so Reeh, der das Buch gemeinsam mit der Autorin Barbara Stromberg verfasste.

(es)
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