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Anne Imhof beeindruckt einfach alle

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Die Künstlerin Anne Imhof (2. v. li.) strahlt neben ihrem Bruder und den Eltern Annette Imhof-Kramer und Michael Imhof im Kaisersaal des Römers. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Die Künstlerin Anne Imhof (2. v. li.) strahlt neben ihrem Bruder und den Eltern Annette Imhof-Kramer und Michael Imhof im Kaisersaal des Römers.

Manche Eltern fallen aus allen Wolken, wenn ihre Sprösslinge zu ihnen kommen und den Wunsch äußern, Künstler werden zu wollen. Bei Dr. Annette Imhof-Kramer und Dr. Michael Imhof war das anders. „Wir haben das Werden und Wirken sowie die Entwicklung unserer Tochter Anne stets unterstützend begleitet“, sagen sie unisono. Das hat sich gelohnt: Schließlich gewann ihre Tochter Anne Imhof bei der Biennale in Venedig für ihre fünfstündige Performance mit dem Titel „Faust“ den Goldenen Löwen. „Das ist vergleichbar mit einem Oscar-Gewinn“, sagt der stolz.

Dass die 1978 in Gießen geborene Anne eines Tages ihren Lebensunterhalt als Künstlerin verdienen würde, „war ein Prozess. Es kam nicht plötzlich, sondern wir konnten uns gut daran gewöhnen“, sagt Michael Imhof. „Schon ihre Arbeit im Portikus war ganz groß“, lobt er. Damals, 2013, hatte Anne Imhof an der Maininsel ihre erste Einzelausstellung. Und Mutter Annette fügt hinzu: „Annes Weg ist ein neuer.“

Thomas Bayrle und seine Ehefrau Helke weilten unter den Gästen. Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Thomas Bayrle und seine Ehefrau Helke weilten unter den Gästen.

Helke Bayrle , Ehefrau des Künstlers Thomas Bayrle , begleitete Anne Imhofs Performance im Portikus mit dem Titel „Parade“ damals. „Ich habe den Aufbau gefilmt“, berichtet Helke Bayrle. Der Streifen ist übrigens unter dem Titel „Portikus under construction“ im Internet zu sehen. Für das Paar Bayrle ist Anne Imhof eine „außergewöhnliche Künstlerin und Performerin. Ihre Perfomances sind sehr, sehr existenziell“. Thomas Bayrle, bis 2002 drei Jahrzehnte lang als Professor an der Städelschule tätig, bezeichnet Anne Imhof als „sehr eigen. Sie ist immer sie selbst. Sie lässt sich nicht beirren oder von außen reinreden“.

Gestern nun trug sich die Künstlerin, die seit 1999 in Frankfurt wohnt und sich laut Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) „eingeplackt“ hat, ins Goldene Buch der Stadt ein. Über 150 Gäste wohnten der Feierstunde im Kaisersaal im Römer bei. Der Oberbürgermeister, voll des Lobes, verriet seinen Wunsch: „Wir würden uns freuen, wenn sie unserer Stadt erhalten bleibt“. Auch Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hob in ihrer Rede die Verbundenheit Anne Imhofs, die ihr Atelier im Bahnhofsviertel hat, mit der Stadt hervor. „Ihre Frankfurttreue ist ein gutes Zeichen für unsere Stadt als Ort der Kunst.“

Auch Fabian Schöneich, Susanne Pfeffer und Philippe Pirotte (v. li.) schätzen Anne Imhof als eine großartige Künstlerin. Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Auch Fabian Schöneich, Susanne Pfeffer und Philippe Pirotte (v. li.) schätzen Anne Imhof als eine großartige Künstlerin.

Unter den Gästen der Feierstunde weilte auch die Frankfurter Künstlerin E.R. Nele, seit 2008 Trägerin der Goetheplakette. „Ich war bei der Voreröffnung von ,Faust‘ in Venedig und habe die Performance gesehen“, erinnert sich die 85-Jährige. Sie war hingerissen: „Ich wusste sofort, dass Anne Imhof mit dem Werk in diesem Jahr den ,Goldenen Löwen‘ gewinnen würde“. Ihr erster Eindruck sei also richtig gewesen. „Ihre Arbeit ist überzeugend und einmalig“, schwärmt die Bildhauerin, Grafikerin und Goldschmiedin, die seit ihrem 17. Lebensjahr jede Biennale in der norditalienischen Lagunenstadt besucht hat. „Der ,Faust‘ von Anne Imhof ist ein grandioses Gesamtkunstwerk“, lobt sie.

Philippe Pirotte , Rektor der Städelschule, parlierte derweil mit Susanne Pfeffer , Kuratorin des deutschen Pavillons bei der Biennale, und Fabian Schöneich , Chef des Portikus. Pirotte erzählt, dass Anne Imhof einst Meisterschülerin bei Judith Hopf war. „Anne Imhof ist eine Künstlerin, die es geschafft hat, einen Wechsel herbeizuführen“. Sie habe die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Arten der Kunst gefördert. „Sie ist eine Künstlerin, die mir die Augen geöffnet hat“. Und er sieht stets genau hin.

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