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Fußball-WM 2018: Ante Rebic hat die Haare schön

Selfie mit „Bruda“: Boris Lipovac (hinten) frisierte Fußballstar Ante Rebic im WM-Quartier der kroatischen Nationalmannschaft. Selfie mit „Bruda“: Boris Lipovac (hinten) frisierte Fußballstar Ante Rebic im WM-Quartier der kroatischen Nationalmannschaft.

Er wäre sicher der richtige Mann für Jogi Löw . Zwar hat Boris Lipovac mit Fußball nichts am Hut, dafür aber ein goldenes Händchen mit seiner Schere. Denn der Coiffeur sorgte dafür, dass Ante Rebic beim DFB-Pokalfinale gegen die Bayern aus München die Haare schön hatte. Was das gebracht hat, ist bekannt. Und mehr noch: Lipovac düste mit seinem Auto zum ersten Vorrundenspiel der Kroatischen Nationalmannschaft nach Kaliningrad. Im Gepäck: Schaum, Schere und Rasierer. Das kam so, weil der 30-Jährige, der seinen Frisörladen in Bockenheim führt, Rebic berichtete, dass er Tickets für die Partie hat. „Als ich ihm das erzählt habe, hat er mich direkt ins Teamhotel eingeladen“, erzählt der Vater einer Tochter, der mit zwei Freunden die Fahrt mit Freuden aufnahm. Zum einen wollte er das Spiel sehen, das die Kroaten mit 2:0 gegen Nigeria gewannen. Zum anderen sei die ungefähr 1200 Kilometer lange Strecke, die es bis zum Austragungsort zurückzulegen galt, für ihn nichts Ungewöhnliches. „Wir sind durchgefahren. Das ist doch normal. Wenn wir nach Kroatien in den Urlaub fahren, dann sind das auch immer gut 1500 Kilometer“, erklärt er. Und zum Dritten „durfte“ er Ante Rebic die Haare schneiden. Aber dabei blieb es – natürlich – nicht. Denn als andere Spieler hörten, dass ein Figaro im Hotel weilte, der mit seiner Schere und seiner Frisur für Treffsicherheit beim Toreschießen garantiere, standen sie Schlange. Ivan Rakitic vom FC Barcelona, Marcelo Brozovic und Ivan Perisic von Inter Mailand sowie der mittlerweile suspendierte Nikola Kalinic von Milan und der ehemalige Bayern-Profi Ivica Olic . Viel Arbeit für Frisörmeister Lipovac. Denn nicht alle sind so genügsam wie Rebic, wenn’s um die Haartolle geht. Spitzen schneiden, unten möglichst kurz halten, dafür das Deckhaar gern etwas fülliger. Fertig. Mehr sei bei Ante Rebic nicht zu tun. „Rakitic habe ich blond gefärbt, Perisic das kroatische Wappen in die Haare rasiert. Das war dann schon etwas extrovertierter.“ Der Aufwand hat sich gelohnt, denn so lernte der Mann, der einst in der Jugend in der Abwehr des FSV Steinbach spielte, diese Fußballsuperstars mal von einer ganz anderen Seite kennen. „Die Jungs waren alle locker und super nett. Das ist ein tolles Team.“ Übrigens so richtig locker war der Sicherheitsdienst hingegen nicht, als Lipovac mit all seinen Utensilien vor der Pforte um Einlass bat. „Da herrschte dann kurz Ausnahmezustand, die wollten mich nicht reinlassen.“ Erst als der eilig herbeigerannte Rebic die Lage aufklärte, durfte Lipovac ins Allerheiligste. Rebic lernte er über einen ehemaligen Mitschüler kennen, der dem Stürmer der Adlerträger empfahl, sich in Bockenheim die Haare schön machen zu lassen. „Ich kannte ihn vorher nicht, denn Fußball hat mich lange nicht mehr wirklich interessiert“, so Lipovac. Das hat sich nun komplett geändert. Das große Fenster zu seinem Salon schmückt sogar ein hübsch dekoriertes Fußballfeld. Dorthin kommen auch Spieler wie Mijat Gacinovic , Branimir Hrgota , der ehemalige Adlerträger Slobodan Medojevic oder der scheidende Torwart von Eintracht Frankfurt Lukáš Hrádecký . Eins steht für Boris Lipovac fest: „Wenn sie ins Achtelfinale kommen, fahre ich wieder hin und schneide noch einmal allen die Haare. Das haben wir schon ausgemacht.“ Und nach dem grandiosen Ergebnis gegen Messi und Co. stehen die Chancen sehr gut. Eventuell sollte er auch mal einen Abstecher nach Watutinki einlegen, und dort den Spielern mal den Kopf waschen. Wer weiß, vielleicht hilft’s.

(es)

Der Kroate Ante Rebic legt sich den abgefangenen Ball zum Torschuss zurecht. Foto: Michael Sohn/AP
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