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Leiterin des Stoltze-Museums: Ausgezeichnete Museumsleiterin

Petra Breitkreuz erhielt im Römer den Stoltze-Preis.
Überglücklich ist Petra Breitkreuz, die das Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse leitet. Sie ist mit dem Stoltze-Preis ausgezeichnet worden. Frank Albrecht, Vorsitzender der Freunde Frankfurts überreichte den Preis – eine silberfarbene Büste von Stoltze auf einem Sockel. Bilder > Foto: Bernd Kammerer Überglücklich ist Petra Breitkreuz, die das Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse leitet. Sie ist mit dem Stoltze-Preis ausgezeichnet worden. Frank Albrecht, Vorsitzender der Freunde Frankfurts überreichte den Preis – eine silberfarbene Büste von Stoltze auf einem Sockel.
Frankfurt. 

Es ist wie bei allen Preisverleihungen: Richtig spannend wird es erst nach dem offiziellen Teil. Neudeutsch nennt sich das „gemütlicher Teil“. Friedrich Stoltze, der Mundartdichter und Demagoge, der gestern vor 200 Jahren geboren wurde, hätte dazu wohl gesagt: „Schobbe petze und babbeln“.

Doch der Reihe nach. Im Kaisersaal nahm Petra Breitkreuz , die Leiterin des Stoltze-Museums, gestern den Stoltze-Preis aus den Händen von Frank Albrecht , dem Vorsitzenden der Freunde Frankfurts, die diesen Preis seit 1978 vergeben, entgegen. Es sollte der letzte Preis sein, der vergeben werden sollte, wie Barbara Deppert-Lippitz , Geschäftsführerin der Freunde Frankfurts, in ihrer spontanen Rede bemerkte. Doch zum Glück gibt es die „After-Show-Party“ und Carlo Giersch . Und eine Wendung. „Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen“, sagt Barbara Deppert-Lippitz und auch Mäzen Giersch sagt was: „Gehen Sie davon aus, dass es den Preis weiterhin geben wird.“ Die Zuständigkeiten müssten noch geklärt werden.

Aber bis der nächste Preisträger feststeht, dauert es noch lange, schließlich vergeben die Freunde Frankfurts diese Auszeichnung – die übrigens auch schon Carlo Giersch erhielt – nur alle zwei Jahre. „Die Vergabe kostete jedes Mal zwischen 4 000 und 5 000 Euro, das ist für einen Verein wie den unseren sehr viel Geld für eineinhalb Stunden im Kaisersaal“, so Barbara Deppert-Lippitz. Die Summe wollen die Freunde Frankfurts künftig in „nachhaltige“ Projekte investieren. Wie es aussieht, können sie nun zweigleisig fahren.

Für Petra Breitkreuz, die engagierte Leiterin, ist das einerlei. „Ich bin überwältigt“, sagt sie, schließlich reiht sie sich ein in eine Riege, zu der neben Giersch unter anderem noch Theatermann Wolfgang Kaus sowie Frankfurts ehemaliger Kulturdezernent Hilmar Hoffmann gehören. „Die Trophäe bekommt einen Ehrenplatz bei mir zu Hause“, kündigt Petra Breitkreuz an, die nicht viel sagen wollte, „denn das große Los habe ich mit meiner Familie schon gezogen“. Und so viel verrät sie auch noch: „Zu meiner Bettlektüre gehörte und gehört Stoltze nicht.“ Doch auch nach 27 Jahren eingehender Beschäftigung mit diesem Frankfurter Dichter, mache ihr ihre Arbeit immer noch sehr viel Spaß, versichert Breitkreuz, die sich schon auf das neue Stoltze-Museum freut, das in der neuen Altstadt entsteht.

Darauf machte auch Robert Restani aufmerksam, Vorsitzender des Vorstandes der Frankfurter Sparkasse, die das Stoltze-Museum seit 1978 trägt, und der einen Ausblick darauf gab, wie es mit Stoltze und dem Stoltze-Museum nach dem Jubiläum weitergeht. „Stolze hätte es sicherlich gemocht, dass er im Kaisersaal geehrt werden würde“, vermutete Oberbürgermeister Peter Feldmann , und fügte an: „Obwohl er mit der Obrigkeit nicht so wirklich viel am Hut hatte“. In seiner Rede bezeichnete er Stoltze als „Demokraten durch und durch und er ist deshalb auch der „Freiheitsdichter Frankfurts“. Somit sei Stoltze auch ein Vorfahre solcher Zeitschriften und Magazine wie der „Titanic“ und des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“, betonte der Oberbürgermeister.

„Er hat das erlitten, was viel erlitten haben, die sagen mussten, was sie zu sagen haben“, so der Oberbürgermeister, der auch darüber berichten kann, dass die „Feindschaft“ zwischen Offenbach und Frankfurt daher rührt, dass Stoltze dort mal in Haft war. „Wir können den Offenbachern alles verzeihen, das allerdings nicht“, scherzte Feldmann.

(es)
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