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Stadtgeflüster: Bäppi singt für den FSV von strammen Waden

Mit dem Runden, das ins Eckige muss, kann der Mann, der allen als Bäppi La Belle bekannt ist, überhaupt nichts anfangen. Obwohl es da doch eine Verbindung gibt.
Thomas Bäppler-Wolf alias Bäppi la Belle will dem Frankfurter Fußballzwerg vom FSV helfen, besser über die Grasnabe zu blicken. Deshalb singt er für ihn einen Schlager aus den siebziger Jahren. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Thomas Bäppler-Wolf alias Bäppi la Belle will dem Frankfurter Fußballzwerg vom FSV helfen, besser über die Grasnabe zu blicken. Deshalb singt er für ihn einen Schlager aus den siebziger Jahren.
Frankfurt. 

Mit Fußball hat Thomas Bäppler-Wolf so viel zu tun wie ein Bär mit dem Stepptanz – nämlich gar nichts. Mit dem Runden, das ins Eckige muss, kann der Mann, der allen als Bäppi La Belle bekannt ist, überhaupt nichts anfangen. Obwohl es da doch eine Verbindung gibt. Und nicht mal eine schlechte. Denn der kleine Thomas war Teil der Choreografie auf dem Fußballfeld bei der Eröffnung der Weltmeisterschaft 1974 in Frankfurt im Stadion, das damals nicht Commerzbank-Arena, sondern Waldstadion hieß. „Ich war einer von 2000, die mit dabei waren und das Emblem der Weltmeisterschaft gebildet haben“, so Bäppi, der auch oft mit seinem Vater bei der Eintracht war. „Aber es war nur eine sehr kurze Phase.“ Doch die Liebe zur wichtigsten Nebensache der Welt wollte nie so richtig entflammen. Eins ist dem Entertainer, der für die SPD im Stadtparlament sitzt, klar: Fußballvereine sind wichtig. Und in Frankfurt gibt es neben der Eintracht noch einen anderen – den FSV Frankfurt. Der steckt in der Bredouille, und Bäppi, ganz Sozialdemokrat, der er nunmal ist, will helfen. Aber keine Angst, er streift sich kein FSV-Trikot über. Das gibt es in seiner Größe wohl auch nicht, obwohl er gerade ziemlich erfolgreich abnimmt. „Ich kann den FSV nicht retten und ich kann auch nicht Fußball spielen“, sagt Bäppler-Wolf. Aber was er kann, das ist singen. „Und der FSV ist ein Traditionsverein, den muss es weiterhin geben, und aus diesem Grund habe ich mir etwas einfallen lassen“, erklärt der Unterhalter. „Ich bin Mitglied geworden.“ So weit, so gut. Aber er tut noch mehr, um Geld in die klammen Kassen des Fußballvereins zu spülen. „Ich bin auch nicht die Eintracht und kann nicht so eben mal schnell einen Scheck über 150 000 Euro überreichen“, ketzert Bäppler-Wolf. „Es gibt da aber ein sehr schönes Lied meines schauspielerischen Vorbilds Gert Fröbe , den man aus Filmen wie dem James-Bond-Klassiker ,Goldfinger‘ kennt“, erklärt Bäppi. „Ende der 70er sang er das Lied ,Lass’ doch mal Dampf ab und geh’ mit deinem Schatz am nächsten Samstag auf den Fußballplatz‘“, erinnert sich Bäppi an einen Song, den übrigens auch die „oten Hosen“ erwiesenermaßen Fußballfans durch und durch, nachgespielt haben. Da kann das Lied so falsch nicht sein. „Ich habe es natürlich ein wenig auf den FSV umgetextet und habe beim Verlag angerufen, um zu fragen, ob ich das darf“, berichtet Bäppler-Wolf. „Das ging durch. Jetzt sind wir so weit.“ Pianist Gabriel Groh , mit dem Bäppi oft zusammenarbeitet, arrangiert das Lied. „Wir haben vor, ein paar Tausend davon zu pressen“, gibt Bäppi eine Größenordnung vor. Aber: „Es soll noch ein zweites Lied drauf. Ich habe einen Traum, dass die Spieler des FSV als Chor das Lied ,Fußball ist unser Leben‘ singen.“ Das würde sogar passen und den Kreis schließen, denn schließlich war es der Song zur Weltmeisterschaft 1974, den die Nationalmannschaft 1973 einsang und der von Jack White , ehemals selbst als Horst Nußbaum Fußballprofi, komponiert und produziert worden war. „Es wäre doch schön, wenn da von den FSV-Spielern noch was käme. Sonst singe ich von Heinz Schenk ,Es ist alles nur geliehen‘ ein – das passt auch irgendwie“, scherzt Bäppi. „Wir wollen die CD für fünf Euro bei den Spielen verkaufen.“ Ob die CD zum Spiel am 6. August, wenn in der Commerzbank-Arena die Eintracht und der FSV aufeinandertreffen, fertig sein wird, ist fraglich. Vielleicht wäre es angebracht, wenn Bäppi es zumindest live im Stadion vortragen würde. „Ich weiß nicht“, sinniert er. „Meine Kollegin Helene Fischer hat da nicht so gute Erfahrungen mit dem Singen bei einem Fußballspiel im Stadion gemacht“, frotzelt Bäppi la Belle und spielt damit auf das Pokalfinale zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund in diesem Jahr an, bei dem Goldkehlchen Fischer in der Pause ein paar Songs zum Besten gab – was nicht wirklich bei jedem gut ankam. A propos ankommen: „Präsident Michael Görner und sein Vize Stephan Siegler sind Feuer und Flamme für dieses CD-Projekt“, sagt Bäppi, der noch einen Sponsor für die Produktion sucht.

(es)
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