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Stadtgeflüster: Bäppi sucht ein neues Zuhause

Bäppi La Belles Theatrallalla muss schließen. Doch das bedeutet noch lange nicht den Ruhestand für den Frankfurter Travetiekünstler. Er hat in der nächsten Zeit so einiges vor.
Thomas Bäppler-Wolf schließt sein Theatrallalla. Foto: Bernd Kammerer Thomas Bäppler-Wolf schließt sein Theatrallalla.
Frankfurt. 

Das Theatrallalla an der Friedberger Landstraße schließt. Die, die Bäppi La Belle nicht leiden können, mögen da nun jubeln. Dabei ist das nicht das Ende des Frankfurter Travestiekünstlers, Fleischwurstliebhabers und Moderators. „Ich gehe nicht in den Ruhestand. Auch wenn viele sich das wünschen“, sagt Thomas Bäppler-Wolf, so heißt La Belle mit richtigem Namen. Vielmehr macht er weiter. Sein Logo hat er bereits geändert. Aus „Theatrallalla – das Volkstheater im Nordend“ ist „Theatrallalla – das Comedytheater“ geworden. Außerdem nutzt er die Zeit ohne feste Bleibe ab April oder Mai kommenden Jahres und geht verstärkt auf Tour.

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Zwei Gründe nennt er für die Schließung – immerhin logiert er bereits seit 30 Jahren im Gebäude an der Friedberger Landstraße, das früher eine Gurkenfabrik und später die Telekom beherbergte. „Das Theater ist ein hoher Kostenfaktor.“ Den möchte und kann er so nicht mehr tragen. Besonderns nach einem – zumindest für Theaterbetreiber – schlechten Sommer. „Wir haben nur 50 bis 60 Prozent Auslastung. Das bringt’s nicht bei den 96 Plätzen, die unser Haus hat“, sagt er. Eine Insolvenz habe er bereits überstanden. „Eine zweite wird es auf keinen Fall geben“, ist er sich sicher. Und deshalb zieht er jetzt die Reißleine.

Als zweiten Grund führt Thomas Bäppler-Wolf das Baugebiet „Günthersburghöfe“ an, vormals Innovationsquartier genannt. „Da wird hier alles platt gemacht. Und bevor es heißt, wir fangen hier in vier Wochen mit den Bauarbeiten an, will ich fort sein“, erklärt der Impresario. Aber die Schließung sei kein Grund für Tränen: „Ich wollte immer schon mit den Stücken in die Stadtteile und dort in den Bürgerhäusern auftreten“, erzählt er. „Wir könnten natürlich auch weitermachen bis kurz vor dem Abriss, aber das wäre für mich nur ein mieses Geschäft.“

Aber mit einem „theatralischen Zuhause“ liebäugelt er dann doch und sagt: „Klar suchen wir Räume, wollen uns aber auch ein wenig verkleinern.“ Ideal wäre etwas Behindertengerechtes mit Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr. Schließlich will er dort nicht nur Theater, Comedy und Travestie zeigen, sondern auch dem Nachwuchs Tanzen beibringen, ist das doch sein „eigentlicher“ Beruf.

Mit „wir“ meint er seinen musikalischen Direktor und Pianisten Gabriel Groh . Gemeinsam veranstalten sie einmal pro Monat an einem Sonntag Abend im Etablissement „Pik Dame“ im Bahnhofsviertel den „Pik Sonntag“. Doch dieser fällt nun auch flach, weil das Haus, in dem die Bar ist, renoviert wird. „Aber fänden wir einen Raum, dann gäb’s dort das ganze Jahr über ,Pik-Sonntag‘“, erklärt Bäppi. Denn Groh und Bäppler wollen ihren Fokus künftig stärker auf Kleinkunst legen. Dies ist auch im Umstand begründet, dass ihm die Verantwortung für das Theatrallalla und das ganze Team dort zu viel geworden ist. „Was ist denn, wenn ich mal mehrere Wochen ausfalle? Es hängt hier doch alles an mir“, hat er sich immer öfter gefragt.

Was Bäppler-Wolf aber wichtig ist: Es wird weitergehen – und zwar wie bisher auch ohne Subventionen der Stadt. „Auch, weil ich Stadtverordneter bin. Das würde kein gutes Licht auf mich werfen, wenn ich von der Stadt Geld für meinen Theaterbetrieb bekommen würde“, weiß der Allroundkünstler, dessen Theater „als das einzige der Stadt nicht subventioniert wird“.

Und so tut er, was er sowieso gerne tut und geht auf Tour. Dieses neue Projekt hat er übrigens „Theatrallalla on Tour“ genannt und es mit „ToT“ abgekürzt. Hoffen wir für ihn, dass das nicht so weit kommt. Obwohl: Totgesagte leben ja bekanntlich länger. . .

(es)

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