Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 28°C

Bank-Pionierin macht ihr Ding

Hoch über den Dächern der Mainmetropole hatte Barbara Brosius ihr Büro bei der UBS. Nun verlässt sie die Bank. Foto: Bernd Kammerer (.) Hoch über den Dächern der Mainmetropole hatte Barbara Brosius ihr Büro bei der UBS. Nun verlässt sie die Bank.

Fast vier Jahrzehnte lang war sie in der Finanzindustrie tätig – nun verabschiedete sich Barbara Brosius , Geschäftsführerin der UBS Foundation Deutschland sowie Vice Chairman der UBS Deutschland AG von „ihrer“ Bank.

Sie tat das mit einem Fest, bei dem auch der ehemalige Hessische Ministerpräsident und Aufsichtsratschef der UBS Deutschland AG, Roland Koch , sprach. Und sie tut es nicht ohne Wehmut. „Wenn man eine solche Aufbauarbeit geleistet hat wie ich, dann ist man noch Teil der Bank, auch wenn man geht“, sagt die 63 Jahre alte Diplom-Volkswirtin. Sie habe ihre Arbeit genossen, habe sich mit dem Kreditinstitut identifiziert, aber jetzt wolle sie etwas anderes machen. „Ich war das Gesicht der UBS“, sagt Brosius, die in ihrer Karriere etliches erlebt hat. „Ich war eine Pionierin und die erste ,Vorständin‘ in einer Bank.“ Damit sei sie damals oft auf Anfeindungen gestoßen. „Das war keine einfache Zeit.“

Jetzt also verlässt sie ihren Job, der nicht nur im übertragenen Sinne hoch oben lag. Ihr Büro lag hoch oben im Opernturm. „Ich brauche eine Auszeit“, sagt sie und fügt sogleich hinzu: „Ich habe noch ein paar Aufsichtsratsmandate.“ Und sie hat eigene Pläne. „Ich bin jetzt selbstständig beratend tätig“, so Brosius. So richtig viel Freizeit hat sie sich also doch nicht eingeplant, Ihr Thema ist nämlich das nachhaltige Investieren und darüber wird sie überall auf der Welt Vorträge halten.

Seit 40 Jahren in Frankfurt lebt die gebürtige Saarländerin in Frankfurt, ihr Sohn ist 25, hat gerade sein Studium abgeschlossen. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass er sich trotz einer voll berufstätigen Mutter sich so gut entwickelt hat“, sagt Barbara Brosius. Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen sei schwer. „Ich habe es immer versucht.“

Heutzutage höre sie oft von berufstätigen Frauen, sie hätten keine Zeit, Kinder zu bekommen. „Das ist ein Fehler“, findet Barbara Brosius. „Sie müssen das in Einklang bringen“, lautet ihr Rat. „Man muss sich auch helfen lassen.“

Privat waren es also turbulente Jahrzehnte, aber auch mit Blick auf die Finanzwelt seien die Anforderungen alles andere als leicht gewesen. „Immerhin habe ich drei Börsen-Crashs erlebt.“

Nun möchte sie ein paar Gänge runterschalten. „Nach einigen Schicksalsschlägen habe ich darüber nachgedacht, dass die gesunde Zeit, die mir bleibt, endlich ist“, sagt Brosius, die genau weiß, mit wem sie diese kostbare Zeit verbringen möchte: „Mit Menschen, die mir wichtig sind. Und dazu gehört natürlich die Familie, aber auch meine Freunde.“

Solche Gedanken bestimmten auch ihre ins Philosophische gehende Abschiedsrede, sie sprach darüber, was ihr in den vergangenen Jahren wichtig war und was sie gelernt habe. So etwa: „Man muss sich die Zeit nehmen, das Schöne und das Glück, das man hat, bewusst zu genießen.“

(es)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse