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Brandauer versteht Hessen

Zog die 900 Zuhörer gestern voll in seinem Bann: Schauspieler Klaus Maria Brandauer. Bilder > Foto: Christian Christes (CHRISTES) Zog die 900 Zuhörer gestern voll in seinem Bann: Schauspieler Klaus Maria Brandauer.
Frankfurt. 

Alles erstarrt vor Ehrfurcht. Der Brandauer kommt. Aber wie lange er bleibt, was er genau tut, und wann genau er kommt, das weiß am Anfang dieses Abends noch niemand. Er solle am besten nicht angesprochen und auch nicht fotografiert werden. „Ein exzentrischer Typ“, sagt jemand.

Klaus Maria Brandauer , der österreichische Schauspieler und Regisseur, der jüngst beim Hessischen Filmpreis den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten erhielt, las gestern in der Goethe-Uni anlässlich des 70. Geburtstags des Landes Hessen. Begleitet wurde er vom Pianisten Arno Waschk . 900 Zuhörer wollten im Hörsaalzentrum dabei sein, als Brandauer unter dem Titel „Hessen – Das Land im Zentrum“ las. Unter ihnen neben der Uni-Präsidentin Birgitta Wolff auch ihre beiden Vorgänger Werner Müller-Esterl und Rudolf Steinberg . Natürlich fehlten Hilmar Koppe r (Ex-Deutsche Bank)und Unternehmer Claus Wisser nicht, sie hatten dazu beigetragen, den Abend möglich zu machen. Genauso wie der ehemalige Fraport-Chef Wilhelm Bender , der mit seiner Frau Sandra gekommen war. Ohne Begleitung hörte Friederike Lohse , sonst an der Seite von Ex-Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen, zu. Es war, das muss man dem Weltklasse-Schauspieler lassen, ein packender Vortrag, fast schon eine literarische Geschichtsstunde à la Brandauer, die von Mozart über Goethe und Napoleon bis hin zu Adorno führte. Ein Meisterstück, das mit langen Ovationen belohnt wurde.

Wer nicht kam, das war Ministerpräsident Volker Bouffier . Der weilte in Brüssel und sprach dort über den Brexit. So erklärte es die Pressestelle der Landesregierung. Auch bei der Übergabe des Ehrenpreises damals in der Alten Oper hatte er sich schon vertreten lassen. Bouffier soll in Berlin gewesen sein, andere meinen gehört zu haben, er wäre im Urlaub gewesen. So hatte sich Wissenschafts- und Kulturminister Boris Rhein anhören müssen, was Brandauer schrie: „Ich hasse Politik. Ich hasse Politiker.“ Vielleicht hatte Bouffier so etwas geahnt, vielleicht war ihm der 73-Jährige einfach zu exzentrisch.

Gestern nach seinem Auftritt war bei Brandauer davon aber nichts zu spüren. Mit einem Bier in der Hand plauderte er mit Uni-Chefin Wolff, Bender und Mäzenin Renate von Metzler . Deren Bewunderung für Brandauer wuchs noch, als er versicherte, dass er seinen Vortrag beinahe im Alleingang zusammengestellt hatte.

(es)
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