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Frankfurter Figaro Boris Lipovac: Bruda, schneid’ die Haare kurz

Boris Lipovac ist der Frisör des Vertrauens einiger Fußballer. Foto: Enrico Sauda _>___ N Boris Lipovac ist der Frisör des Vertrauens einiger Fußballer.

Seine Schnitte ließen Eintracht-Star Ante Rebic beim DFB-Pokal-Finale und einige kroatische Nationalspieler bei der Weltmeisterschaft auf ganz andere Weise gut aussehen. Der Frankfurter Figaro Boris Lipovac war eigens mit dem Auto nach Russland gefahren, weil Rebic ihn darum gebeten hatte. Als er dort die Haare des Eintracht-Stars in Form brachte, scharrten sich Stars wie Ivan Rakitic vom FC Barcelona, Marcelo Brozovic und Ivan Perisic von Inter Mailand sowie der ehemalige Bayern-Profi und jetzige Co-Trainer Ivica Olic um ihn und wollten, dass er ihnen ebenfalls die Haare schön macht (wir berichteten). Das tat er.

Dann kam die Urlaubszeit. Es waren die ersten Ferien mit Töchterchen und Frau. Trotzdem jettete er noch einmal nach Russland, machte die Kroaten fesch fürs Halbfinale. Nur zum Finale, da konnte und wollte er nicht hin. „Die Frisuren werden schon halten“, frotzelte er damals. Das taten sie auch. Aber der Torwart hielt nicht. Musste gleich viermal hinter sich greifen. Das Team verlor mit 2:4 gegen Frankreich. Heute sagt Lipovac: „Hätte ich den Jungs die Haare doch gemacht.“ Zu spät. Nun hat er den Salat. Was ist aber in der Zwischenzeit passiert? Der Ansturm auf seinen Frisörsalon Boki, den er in Bockenheim betreibt, sei enorm. „Alle wollen Autogramme der Spieler“, sagt er. Anfangs habe ihn das nicht gestört. Aber dann seien immer mehr Fans mit Trikots vorbeigekommen, die die Kicker unterschreiben sollten. Da wurde es Lipovac zu viel. Schließlich wollen sich seine Kunden in Ruhe die Haare schneiden lassen. Aber eins kann er nicht verhindern: „Wenn Ante Rebic sich die Haare schneiden lässt, hat er keine ruhige Minute. Die Leute sehen ihn durchs Fenster und kommen einfach rein.“ Aber er zieht auch Vorteile aus dem Ansturm – seine Trikotsammlung sei angewachsen in den vergangenen Monaten. Und er hat auch ein T-Shirt mit eigenem Slogan erfunden: „Bruda, schneid’ die Haare kurz“ – in Anlehnung an den berühmt gewordenen Dialog zwischen Rebic und Kevin Prinz Boateng.

Und noch einen Vorteil hat seine Popularität: neue Kunden. „Viele wollen den gleichen Haarschnitt von dem oder dem Fußballer haben“, berichtet er. Was ihm auch auffiel: „Männer schicken ihre Frauen zu mir.“ Damit sie dieselbe Frisur wie Rebic bekommen? „Nein, weil sie Eintracht-Fans sind.“ Über einen Mangel an Arbeit kann er sich nicht beschweren. „Wir waren schon vorher sehr gut gebucht, aber jetzt reißen sie uns die Hütte ein“, erzählt er.

Wer bei Lipovac auf den Friseurstuhl will, muss geduldig sein, denn die Wartezeit kann bis zu acht Wochen betragen. Selbst bei den Fußballern. „Aber da weiß ich, wann sie können und wir planen gemeinsam einen Termin“, erklärt Lipovac. Noch gelingt es ihm, mit seinen zwei Mitarbeitern und dem Azubi der Nachfrage gerecht zu werden. „Auf absehbare Zeit müssen wir nicht vergrößern“, sagt Boris Lipovac. „Aber wenn es mal so weit sein sollte, würde ich den Laden behalten und einen zweiten eröffnen“, kündigt Boris Lipovac an, der inzwischen wieder Gefallen daran gefunden hat, ins Stadion zu gehen.

Beim Supercupspiel der Eintracht gegen Bayern München sei er auch gewesen. Boris Lipovac findet es gut, dass Ante Rebic bei den Adlerträgern geblieben ist. Damit steigen seine Chancen, Haus- und Hoffrisör der Kroatischen Fußballnationalmannschaft zu bleiben.


 

(es)

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