Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 19°C

Stadtgeflüster: Claus Helmer: Liebeserklärung im Römer

Der große Prinzipal Claus Helmer erhielt gestern die Goetheplakette im Frankfurter Römer.
Familienfoto mit Plakette: Claus Helmer, seine Frau Christine Glasner und Sohn Alexander halten die Ehre hoch. Allen drei sind im Theater zu Hause, auch der Junior arbeitet an den beiden Bühnen, die Helmer leitet, mit. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Familienfoto mit Plakette: Claus Helmer, seine Frau Christine Glasner und Sohn Alexander halten die Ehre hoch. Allen drei sind im Theater zu Hause, auch der Junior arbeitet an den beiden Bühnen, die Helmer leitet, mit.
Frankfurt. 

So einen wie Claus Helmer hat die Stadt nur einmal. Als Chef der Komödie und des Fritz-Rémond-Theaters hat er unzählige Probleme gelöst, Entscheidungen getroffen und – das zuerst – der Kunst gedient. Die Kraft und Ausdauer, die der große Impresario investierte, bekam er nun gedankt: Seine Bühnen seien „einzigartige Farben in der Frankfurter Theaterlandschaft“, lobt gestern Oberbürgermeister Peter Feldmann bei der Verleihung der Goetheplakette an den „Grandseigneur des Boulevards“.

Damit steht der Österreicher in einer Reihe mit großen Künstlern und Kulturschaffenden. Autoren wie Wilhelm Genazino und Martin Mosebach, Theater-Visionäre wie Heiner Goebbels und der Literatur-Papst Marcel Reich-Ranicki erhielten diese Ehrung bereits. „Sie ehrt mich, weil es mich auch als Frankfurter Bürger auszeichnet“, sagt Helmer, der seit rund 40 Jahren in Sachsenhausen wohnt. „Wenn Wien meine Mutterstadt ist, ist Frankfurt meine Vaterstadt“.

Die Liebe zum Theater trug er schon früh ins sich. Als Bub stand er bereits auf den Brettern, die ihm die Welt bedeuten. Mit 15 Jahren ging er an das renommierten Max-Reinhard-Seminar, absolvierte seine Schauspiel-Ausbildung. „Ich stehe gerne auf Bühne.“ Der Applaus zähle bis heute zu den schönsten Dingen, die es für ihn gäbe.

Die Herzen der Frankfurter eroberte Helmer in den 1960er Jahren. Er sorgte in zahlreichen Rollen für prächtige Unterhaltung – auch an den Theatern, die er später leiten sollte. Mit nur 28 Jahren wurde er 1972 neben Hellmut Kollek zum Mitverantwortlichen der „Komödie“ und übernahm drei Jahre später die Gesamtleitung. Es gelang ihm, die Bühne aus den Schulden zu holen und die Stars nach Frankfurt: Anita Kupsch, Claus Biederstaedt und viele weitere sorgten für erlesene Theatermomente. Helmers Erfolgsgeheimnis: „Ich habe die leichte Kunst immer ernst genommen.“ Wichtig sei ihm stets gewesen, Theater für und nicht gegen das Publikum zum machen.

Seine beruflichen Erfolge bedeuten dem 73-Jährigen viel. Zumal die Verantwortung für seine Mitarbeiter und die Bühnen manches Mal schwer gewogen hat, wie er andeutet. Auch finanziell ging er ein großes Risiko ein. So investierte er 1,5 Millionen Mark aus der eigenen Schatulle in das Theater am Zoo. Nur so habe er die Bühne retten können. Deren Leitung hatte Helmer aus Verbundenheit zum Gründer Fritz Rémond übernommen.

Neben dem Kreativen hat der 70-Jährige auch einen Blick für das Organisatorische und die Finanzen. „Er ist ein Prinzipal“, meint Schauspieler Wilfried Elste . Mit seiner Frau Monika Elste zählte er zu den zahlreichen prominenten Gratulanten im Römer, darunter Michael Quast und Ehrenbürgerin Trude Simonsohn .

Seine Energie zieht Claus Helmer, der auch Großvater ist, aus seinem Privatleben. Seine Frau Christine Glasner stärke und umsorge ihn, verwöhne ihn mit Wiener Schnitzel und Marillenknödeln. In seiner Rede dankte Helmer seiner Frau und bekannte, dass er sein Lebenswerk ohne ihre Liebe und Geduld nicht erreicht hätte. „Das hat mich gepackt“, gesteht sie danach. Ein paar Tränen seien geflossen.

(tay)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse