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Cool sein wie Bud Spencer

Regisseur Karl-Martin Pold präsentiert „Sie nannten ihn Spencer“ in der Harmonie. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Regisseur Karl-Martin Pold präsentiert „Sie nannten ihn Spencer“ in der Harmonie.

Eigentlich hatte Filmstudent Karl-Martin Pold (36) vor acht Jahren nur eine Diplomarbeit geschrieben. Über den schlagkräftigen Bud Spencer. Was als Internet-Spaß begann, endete nach acht Jahren als witziger Dokumentarfilm über den Prügelknaben mit Herz, der jetzt in der Harmonie in Sachsenhausen läuft.

Bud Spencer, dick, fetter Vollbart, und immer die Faust parat. Karl-Martin Pold, schlaksig, dünner Vollbart, schlagfertig. Gleicher und ungleicher können der Megastar und der junge Regisseur nicht sein.

„Mein Idol hat sein Leben gelebt. Er war Kettenraucher, hat gegessen, was das Zeug hält, hatte Frauengeschichten und war ein fauler Hund, der oft seinen Text nicht kannte“, so Pold. „Ein typischer Neapolitaner eben. Aber genau das macht ihn so sympathisch.“ Dass Carlo Pedersoli alias Bud Spencer aber auch Schwimmer, Jurist, Erfinder und vieles mehr war, wissen nicht viele.

Dass der österreichische Karl-Martin Pold aus dem Waldviertel („da gibt es nichts außer Wald“) acht Jahre für den Film gebraucht hat, Spencer ein halbes Jahr jede Woche ein Fax geschrieben und angerufen hat, bis er einfach zu dessen Büro fuhr und prompt ein Interview bekam, wissen auch nur wenige.

Dass der Film sechs Mal von der Filmförderung abgelehnt wurde, sich Pold als Christbaumverkäufer, Kassierer, Fußballtrainer, Lastwagenfahrer und als Chauffeur über Wasser hielt, auch nicht.

„Ich habe einen kleinen Trailer, der auf einen fiktiven Bud Spencer-Dokumentarfilm hinweisen wollte, ins Netz gestellt. Dann war die Hölle los“, erzählt Pold. „Ich bekam E-Mails aus der ganzen Welt, von Japan bis Südamerika, in denen nur eine Frage gestellt wurde: Wann kommt der Film ins Kino?“

Daraus wurden 270 000 Facebook Fans, Hunderte Fans haben geholfen. „Dolmetscher, Kamera- und Tonleute mit Equipment, Automechaniker, Website-Designer und noch viele mehr. Einfach so, damit der Film zustande kommt. Dazu kam Crowdfunding, viel österreichischer Schmäh und der Glaube an mein Lebenswerk.“

Pold erzählt, dass er Bud Spencer nie im Kino gesehen habe, sondern immer nur im Fernsehen. „Als ich ein kleiner Junge war, haben wir uns schon jede Woche mit Freunden und Familie vor der Glotze zum Bud Spencer gucken verabredet. Das war ein wunderbares Gefühl der Gemeinsamkeit mit sehr viel Spaß. Dazu hatten wir Bud Spencer T-Shirts an und haben davon geträumt, auch mal so cool zu werden.“

Bei der Filmpremiere „Sie nannten ihn Spencer“ in der Harmonie ist Pold selbst im Kinosaal, achtet auf alles und vor allem auf die Reaktionen. Kinobetreiber Christopher Bausch (37) flüstert leise. „Er ist absoluter Perfektionist, achtet auf den Sound und ist total neugierig auf das Publikum.“ Vor dem Kino albern die beiden zufrieden, drohen sich kichernd mit den Fäusten.

„Lachen können die Frankfurter“, resümiert Pold, „sogar bis die Tränen fließen.“ Es gebe Gags, bei denen immer und überall gelacht werde. Und andere Filmstellen, wo die Zuschauer immer wieder anders reagieren. „Das ist wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Total spannend.“

Der attraktive Single („auf der Suche“) ist beruhigt, glücklich und müde. „Jetzt brauche ich Urlaub, aber vorher muss ich unbedingt Grüne Soße probieren. Und endlich mal wieder Apfelwein trinken“, so der junge Regisseur.

(bi)
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