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Stadtgeflüster: Das ist der neue Macher der Frankfurter Musikmesse

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Wolfgang Weyand ist der neue Macher der Frankfurter Musikmesse. Bilder > Foto: Kammerer Wolfgang Weyand ist der neue Macher der Frankfurter Musikmesse.

Die Musikmesse ist eine der großen Veranstaltungen auf dem Frankfurter Messegelände. Jahrzehntelang lockte sie Massen an. Seit einigen Jahren erlebt sie allerdings eine Umbruchphase. Seit Oktober lenkt nun Wolfgang Weyand die Geschicke der Veranstaltung. „Obwohl sie eine Traditionsmarke der Messe Frankfurt ist, ist die Musikmesse nicht ganz so bekannt“, erklärt Weyand, der als Director Business Relations & Entertainment nun die Strippen zieht.

Die erste Maßnahme: Die Veranstaltung schafft neben den reinen Fachbesucher-Themen mehr Attraktionen für die normalen Musikbegeisterten Besucher. „Wir kümmern uns aber natürlich auch weiterhin intensiv um die Leute vom Fach“, versichert der Neue. „Und mit knapp 2000 Ausstellern ist das die größte Musikmesse in Europa“, rechnet er weiter vor. Natürlich habe sie ihr Erscheinungsbild gewandelt, das sei unweigerlich der Fall. „Wir haben jetzt weniger Harfen-Hersteller als früher, dafür aber mehr Produzenten von DJ-Pult-Anlagen.“ Er weiß: „Die berühmten Gitarrenmarken fehlen uns. Aber ich bin mir sicher, dass sie wiederkommen werden.“ Und was keiner vergessen dürfe: „Die ,Prolight & Sound’ ist die Leitmesse weltweit.“

Weyand bringt viel Erfahrung mit. Er kennt die Musik nicht nur von der Retorte her, sondern war selbst als Keyboarder einiger Frankfurter Bands aktiv. Zudem hat er den Auftritt Frankfurts bei der Expo in Mailand mitverantwortet. Und nicht zuletzt hatte er einst das legendäre Event „Sound of Frankfurt“ auf die Beine gestellt, das etliche Hunderttausend Besucher in die City lockte. Nun also will er der Musikmesse eine Frischzellenkur verpassen. „Ich möchte Geschichten erzählen und damit die Begeisterung fürs Musikmachen in den Vordergrund stellen“, sagt er. „Mädchen und Jungen sollen wieder lernen zu spüren, wie schön es ist, Musik zu machen.“ Auch will er, „dass die 100 000 Messebesucher mitbekommen, wie schön unsere Stadt ist“. Weyand will „Musik in die Stadt bringen“. Dazu gelte es, die städtische Kultur und die Clubszene zum Mitmachen zu bewegen. In den vergangenen zwei Jahren – da war Weyand bereits verantwortlich für das Musikfestival zur Messe – gelang ihm das durch mehrere Aktionen. Wie etwa die, dass er Klaviere an verschiedenen Orten in der Innenstadt aufstellen ließ oder ein Konzert in der S-Bahn-Station an der Taunusanlage veranstaltete.

Albert Hammond kommt in die Alte Oper. Bild-Zoom Foto: Jan-Philipp Strobel (dpa)
Albert Hammond kommt in die Alte Oper.

So soll es auch weitergehen. Denn Weyand hat zwei Ziele: „Ich möchte Events schaffen, die der Messe einen Einmaligkeits- und einen Unvergesslichkeits-Charakter verpassen.“ Nur so erhalte die Traditionsveranstaltung eine moderne Identität und wecke Begeisterung. Das reiche von den Klavieren in der Stadt über Abschlusskonzerte in der Festhalle bis hin zu Konzerten in der Festhalle. Und mehr noch. Das Ganze soll auch ins Politische gehen. „Wenn über musikalische Früherziehung diskutiert und debattiert wird, dann soll das bei uns während der Messe geschehen“, wünscht sich Weyand.

Nun stehen auch die Künstler fest, die die musikalische Untermalung für dieses Großereignis liefern, das vom 11. bis zum 14. April über die Bühne geht. Mehr als 60 Konzerte finden in ganz Frankfurt statt – und erstmals stehen auch abends Höhepunkte direkt auf dem Messegelände im Programm. „Dazu werden wir auf dem Gelände eine Festival-Arena aufbauen, ein großes Zirkuszelt mit 1500 Plätzen, in dem nach Messeschluss Konzerte stattfinden“, erklärt Weyand. In über 30 Locations in Frankfurt präsentiert das Festival Konzerte verschiedenster Genres.

Albert Hammond kommt in die Alte Oper. Bild-Zoom Foto: Jan-Philipp Strobel (dpa)
Albert Hammond kommt in die Alte Oper.

Mit dabei sind: Der israelische Folk-Rock-Musiker Asaf Avidan (13. April, Batschkapp), bekannt durch den Megahit „Reckoning Song (One Day)“, der britische Singer-Songwriter Albert Hammond (12. April, Alte Oper) sowie die US-Soulband En Vogue (13. April, Gibson-Club). Fans des deutschen Hip-Hop können sich auf den Auftritt des Rappers Curse am 14. April in der Batschkapp freuen. Rockig wird es im Club Nachtleben an der Konstablerwache bei den Konzerten von Brian Downey’s Alive And Dangerous , der Band des langjährigen Schlagzeugers von Thin Lizzy (14. April) sowie der Deutschpunk-Band Radio Havanna (12. April). Geballte Frauenpower mit harten Riffs steht bei dem Auftritt der „femalefronted“ Metalband Fallcie am 14. April im Cave und bei der Alternative-Rockband Calling Vega am 12. April im Club Voltaire auf dem Programm.

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