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Abschied in den Ruhestand: Den Promis ganz nah

Philippe Fort, Restaurantleiter im Hessischen Hof, geht in den Ruhestand.
Nach 39 Jahren im Hessischen Hof gibt Philippe Fort die Leitung des Restaurants im Grandhotel jetzt in jüngere Hände. Foto: Bernd Kammerer (.) Nach 39 Jahren im Hessischen Hof gibt Philippe Fort die Leitung des Restaurants im Grandhotel jetzt in jüngere Hände.

Die französische Melodie in seiner Stimme schwingt selbst nach 40 Jahren in Frankfurt noch immer sympathisch mit. Philippe Fort , Restaurantleiter im Grandhotel Hessischer Hof, steuert elegant durch „sein“ Revier, das er Ende März nach 39 Jahren in jüngere Hände gibt. Seinem Abschied aus dem Berufsleben sieht der 63-Jährige mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. „Den Kontakt mit den Gästen werde ich vermissen, darunter sind viele Stammgäste, und mit einigen sind im Laufe der Jahre private Kontakte entstanden“, sagt er mit feuchten Augen. Ihm zu Ehren veranstaltet das Luxushotel an drei Abenden ein französisches Gourmet-Feuerwerk, das bereits restlos ausgebucht ist. „Ohne Tränen wird der Abschied wohl nicht gehen“, weiß Philippe Fort. Doch anderseits lockt der Ruhestand, viel mit seiner Frau verreisen will er, auch Skifahren steht auf dem Programm. Und dann gibt es da noch in der Champagne, wo er aufgewachsen ist und seine Eltern mehrere Patisserien besaßen, eigene Weinberge, die auf ihn warten. Ganz nach Frankreich zurückzukehren, kann er sich nicht vorstellen „Ich bin inzwischen in Frankfurt verwurzelt, lebe in Eschborn.“

Frisch von der Hotelfachschule in Straßburg und durch ein Jahr in Paris gestählt, wollte der Franzose eigentlich nicht lange am Main bleiben. Doch dann traf ihn ausgerechnet am Arbeitsplatz Amors Pfeil. Mittlerweile ist das Paar seit über 40 Jahren verheiratet, Erna Fort ging vor zwei Jahren in den Ruhestand, nachdem sie Jahrzehnte als leitende Hausdame im Hessischen Hof tätig war. „Unsere 26-jährige Tochter lebt nach ihrem Studium in Brüssel, wo sie im Hotelmanagement für ein 5-Sterne-Haus tätig ist, darauf sind wir stolz“, erzählt der Vater.

Unzählige Berühmtheiten hat er bedient, von Boris Becker über den Schriftsteller Umberto Eco bis hin zu Polit-Größen wie Gerhard Schröder und Horst Köhler . Im Restaurant sind diese Gäste kaum zu sehen, lieber speisen sie diskret in ihrer Suite. „So auch die Sängerin Juliette Gréco im vergangenen Jahr, ich brachte ihr das Gewünschte persönlich auf die Etage, und natürlich sprachen wir in unserer Muttersprache miteinander, eine tolle Frau“, schwärmt der Restaurant-Chef.

Sein Faible ist der klassische Service, das Filetieren und Tranchieren unter den Augen des Gastes, die Weinbegleitung und überhaupt, gutem Essen mit Stil zu begegnen: „Eine Linie zu haben ist wichtig, etwas anzubieten, was so nicht alle machen.“ Bereits die aufwendig gefalteten Stoffservietten zeugen von dieser Haltung. „Ein schöner Beruf“, sagt er leise zum Schluss. Philippe Fort hat viele junge Talente ausgebildet, ein bleibendes Erbe, das inzwischen weit über Frankfurt hinaus verstreut ist. Sein Nachfolger Domagoj Grabar tritt in große Fußspuren.

(fai)
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