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Stadtgeflüster: Der Frühlingsball trotzt dem Winter

Ein Duo, das sich sehen lasen kann: Marika Kilius kam mit Enkelin Lola zum Frühlingsball. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Ein Duo, das sich sehen lasen kann: Marika Kilius kam mit Enkelin Lola zum Frühlingsball.

Eisige Temperaturen vor dem Palmengarten Gesellschaftshaus – heiße Stimmung im Innern. Mitten im kältesten Winter steigt der Frühlingsball. Matthias Jenny, 20 Jahre lang Direktor des Palmengartens, ist zwar bereits vor einigen Wochen gebührend verabschiedet worden. Doch der Frühlingsball, der am Wochenende zum fünften Mal über die Bühne ging, war noch einmal ein Adieu an den Schweizer, dessen Ruhestand offiziell erst mit Ende dieses Monats beginnt.

Dessen Baby ist diese Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten. Und diese Ausgabe, durch die das Moderatorenduo Leni Eckstein , ganz in grau mit Pailletten und Tüll, und Joachim Llambi führten, hatte es in sich.

Sie machten es gut, die zwei. Wäre Llambi ein Fußballer, würde der Sportreporter schreiben, dass er seine ganze Routine ausspielte. „Wir haben heute morgen nach dem Frühstück noch schnell einen Walzer geübt“, sagt Leni Eckstein, die später mit Jenny den Frühlingsball mit einem Tanz eröffneten. Für die 29-Jährige sollte es aber noch „dicker“ kommen, denn vor dem Tänzchen kam ein Küsschen. Und zwar von einer wildfremden Frau auf der Bühne.

Das kam so: Bei diesem Ball stand eine Auktion an, bei der Auktionator Karl M. Arnold in gut einer halben Stunde acht Kunstwerke von Professoren der Offenbacher Hochschule für Gestaltung unter das Kuhhornhämmerchen bringen musste. Das gelang ihm zwar. Doch eröffnete er den Auktionsreigen mit der Versteigerung eines „Begrüßungsbussis“ durch Leni Eckstein. Die wusste bis zu diesem Augenblick nichts von ihrem Glück. Für 450 Euro ging das Bussi an die blonde Rosalie („meinen Nachnamen möchte ich nicht sagen“), die auch nicht so recht wusste, wie ihr geschah. „Mein Mann hat gesagt, ich soll mal winken“, und schwups war er 450 Euro los und sie stand auf der Bühne und holte sich den Kuss von Leni Eckstein – „ich kenne sie gar nicht“. Egal.

Bei der Auktion kamen so 8 940 Euro zusammen. Im vergangenen Jahr waren es noch gut 36 000 Euro. Doch die Organisatoren zeigen sich zufrieden. Genaue Zahlen gibt es noch nicht, aber: „Das Spendenaufkommen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher. Da auch nach dem Ball noch Spenden eingehen, ist das Endergebnis noch offen“, so Christian Schön , der den Ball mit auf die Beine stellte. „Die Auktion lief schlechter als im vergangenen Jahr. Die Tombola hingegen war erfolgreicher. Fast alle Lose sind verkauft.“ Schön zu den Besucherzahlen: „520 Galamenüs wurden gezählt. Am Tag vor dem Ball waren 690 Flanierkarten weg. Die Ergebnisse der Abendkasse liegen mir noch nicht vor. In Summe liegen wir damit aber jetzt schon über den Zahlen der Vorjahre.“

Was auch anders war: Sonst tanzten stets Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und Matthias Jenny zur Eröffnung. „Doch sie hat sich einen anderen Tanzpartner gewünscht“, scherzte Llambi – nämlich ihn. Bis vor wenigen Tagen auch nichts von ihrem Glück wussten Annamaria und Alexander und Letzia und Felix . Die vier Kinder im Alter von acht und neun Jahren aus der Tanzschule von Motsi Mabuse , bekannt – wie Llambi auch – von der RTL-Show „Let’s Dance“, legten einen Cha-Cha-Cha, eine Rumba und einen Jive hin, die sich sehen lassen konnten. Apropos sehen: Hingucker der Nacht war nicht das schöne Kleid einer hübschen Frau, sondern das Gesicht des Fernsehkochs Mirko Reeh . Der hatte sich einen Schmetterling darauf malen lassen und trug noch einen Schmetterling als „Fliege“. „Vor zwei Jahren war ich knallgelb angezogen und hatte viele Schmetterlinge auf dem Anzug. Dieses Jahr wollte ich das toppen“ – das ist ihm gelungen.

Vom Urwald in den Großstadt-dschungel verschlug es gleich drei Dschungelcamper. Zum einen die beiden jüngst aus Australien zurückgekommenen Matthias Mangiapane und Tatjana Gsell . Zum anderen Gina Lisa Lohfink , die 2017 bei der RTL-Sendung dabei war. „Ob ihr wollt oder nicht, ihr müsst mich im Fernsehn wieder ertragen“, so die bestens gelaunte 31-Jährige. „Ich habe bei zwei Fernsehprojekten unterschrieben.“ Während Mangiapane mit seinem Lebenspartner Hubert Fella zum Frühlingsball kam, spazierte Tatjana Gsell händchenhaltend mit Neil Azzam durch das Gesellschaftshaus. „Wir sind nur Freunde“, sagen sie. Aber da könnte durchaus mehr sein, so wie sie miteinander turteln. „Wir wollen erstmal miteinander sprechen“, sagt Azzam.

Der eigentlich als Star des Abends angekündigte Nevio Passaro , der auch die musikalische Regie dieses Großereignisses übernommen hatte, trat in den Hintergrund, als Ann Sophie die Bühne betrat. Mit Schmackes riss die junge Frau, die vor gut drei Jahren beim 60. Eurovision Songcontest antrat, das Publikum auf ihre Seite. Gut, beim Gesangswettbewerb wurde sie Letzte, aber hier im Palmenhaus kletterte sie schnell auf Platz eins.

Im Publikum war auch die legendäre Roll- und Eiskunstläuferin Marika Kilius , die mit ihrer Enkelin Lola zum Frühlingsball gekommen war. Die 74-Jährige schwärmte immer noch von der Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen für Aljona Savchenko und Bruno Massot im Paarlauf. „Ich habe, wie viele andere sicher auch, geweint – und ich bin jeden Schritt mitgelaufen“, so die Frankfurter Einkunstlauf-Legende.

(es)

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