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Floristenpapst Erhard Priewe: Die Blumenriviera lässt grüßen

Erhard Priewe, „Ballvater“ und Floristenpapst, stattete glamouröse Party im Kempinski Gravenbruch aus.
Erhard Priewe bringt Farbe in den Winter – aber Blumensträuße sollten nicht zu bunt gestaltet werden, rät der Experte. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Erhard Priewe bringt Farbe in den Winter – aber Blumensträuße sollten nicht zu bunt gestaltet werden, rät der Experte.
Frankfurt. 

Dicke Dinger sind absolut angesagt“, fasst Blumenpapst Erhard Priewe den Trend zusammen und meint damit üppige Blüten in Knallfarben, etwa von der Ranunkel oder dem Mohn. „Unsere Ware kommt derzeit von der ,Blumenriviera’, genauer aus San Remo, wo sie im milden Klima auf Bergterrassen wächst. Das hat seinen Preis“, erklärt der Florist. Und er rät: „Man sollte besser nicht mehrere Farben in der Vase mischen, denn einfarbige Sträuße wirken edler und passen besser zur Frühjahrsmode – die auch für Männer mit verspielten floralen Mustern daherkommt“.

Zum Jahreswechsel hat Priewes Team eine große Party im Kempinski-Hotel Gravenbruch ausgestattet. Passend zum Glamour-Motto „Der große Gatsby“ war der Saal in ein Meer von Federn und weißen Amaryllis-Blüten getaucht. Aufwändige Blumenarrangements, bei denen der Preis bis in den vierstelligen Bereich pro Tischdekoration steigen darf, würden zunehmend gewünscht, so der Florist: „Viele Frankfurter feiern privat oft so pompös wie in New York oder Dubai. Das kostet ein Vermögen.“ Ums liebe Geld, besser um Spendengelder, ging es auch bei Priewes „Blumenkind“, dem Frühlingsball im Palmengarten-Gesellschaftshaus, den der Event-Manager konzipierte und organisierte. Die Benefiz-Gala zu Gunsten der Stiftung Palmengarten und des Botanischen Gartens findet am 4. März ohne Erhard Priewe statt, dessen Event-Agentur hatte sich zurückgezogen. Die Einnahmen des Balls waren zuletzt weit unter den Hoffnungen geblieben, Reformen sollten her. Zwischenzeitlich stand die vierte Ausgabe sogar auf der Kippe, eine neue Agentur versucht nun ihr Glück. „Die Bedingungen hatten sich verändert, und so wollten wir nicht an einer neuen Ausschreibung teilnehmen“, erklärt der einstige „Ballvater“. Man habe ihm jetzt Ehrenkarten geschenkt, doch „vermutlich habe ich an diesem Abend etwas anderes vor.“

Loslassen musste der Starflorist auch seine gute Bekannte Gisela Dahlem-Christ , die langjährige Leiterin des Frankfurter Volkstheaters verstarb vor einem Jahr in ihrem Haus im Westend. „Als ich wie die meisten Freunde erst zur Trauerfeier von ihrem plötzlichen Tod erfuhr, war ich schockiert, denn sie hatte noch so viele Pläne“, erinnert sich Priewe. Auch ein Umzug habe im Raum gestanden: „Sie hatte schon eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Niederrad. Ich wollte ihr Haus kaufen, denn diese Oase direkt hinter der Alten Oper ist traumhaft, doch wir wurden uns über den Preis nicht einig. Inzwischen ging die 550 Quadratmeter große Immobilie, wo auch Liesel Christ bis zu ihrem Tod lebte, an einen Käufer.“

Das Grab der verstorbenen Freundin auf dem Hauptfriedhof will der Blumenfreund bald wieder besuchen und es mit den Lieblingsblumen der Verstorbenen schmücken: „Gisela mochte Mohn und vor allem das Farbenfrohe, was ihrem Charakter entsprach.“

Wer so intensiv mit Blumen zu tun hat, weiß besonders um die Vergänglichkeit des Lebens. Erhard Priewe sieht das Ganze nachdenklich: „Bei allen Blumen geht es um den Moment, und unser Leben ist kurz genug, da sollten wir den Moment feiern und genießen.“ Dann erzählt er über Trauer- und Grabschmuck, der auch bei Vermögenden rückläufig sei: „Eine hochwertige Trauerfeier, wie wir sie im September für den Wasserfilter-Erfinder Heinz Hankammer im Wiesbadener Fußballstadion gestalteten, stellt heute die große Ausnahme dar.“

(fai)
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