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Stadtgeflüster: Die Bouffiers einmal ganz privat

Thomas Berthold, Dieter Müller, MP Volker Bouffier und Dragoslav Stephanovic im Ruderdorf in Frankfurt . Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Thomas Berthold, Dieter Müller, MP Volker Bouffier und Dragoslav Stephanovic im Ruderdorf in Frankfurt .

Es sind seltene Einblicke ins Privatleben des Ehepaars Bouffier, die Ursula und ihr Mann, Ministerpräsident Volker Bouffier , an diesem schönen Sommerabend geben. Vor ungefähr 200 Zuhörern und -schauern im Restaurant Achter direkt am Mainufer sprechen die Bouffiers übers Leben abseits der Politik – für viele wohl kaum vorstellbar, dass es ein solches für einen Vollblutpolitiker wie den CDU-Mann überhaupt gibt.

Auch für die Familie – zwei Söhne und eine Tochter gehören dazu – ist es eher selten, dass der Vater mal daheim ist. Und so wird der 66-Jährige wohl nie vergessen, wie an einem Tag zwei Termine hintereinander ausfielen, er seiner Entourage freigab, die ihr Glück selbst kaum fassen konnte, und sich auf den Weg nach Hause macht. Er habe ein großes „Hurra“ und Begeisterung erwartet. „Aber null“, erinnert sich Volker Bouffier und schmunzelt. Seine Frau fragte damals nur, was er „hier“ mache und konterte auf seine Antwort „ich wohne hier“ mit „aber nicht um 17 Uhr“. Was er darauf sagte, ist nicht überliefert.

Einen Traum hat Bouffier: „Mal einen ganzen Tag lang gar nichts machen“, sagt er. Seine Frau muss kurz lachen. Das könne er nicht. Ausschlafen, das sei schon drin. Und ein ausgiebiges Frühstück auch. Doch das sei auch schon alles. Danach würde er sicher durchs Haus laufen „und nachgucken, wo er was ausmisten könne“. Wenn er in seinen vielen Jahren als Jurist und Politiker eins gelernt hat, dann, dass es ohne Kompromisse nicht geht. „Mal einen ganzen Tag lang nicht verplant zu sein, das wäre schön.“

Bouffier liebt seine Familie. „Sie gibt mir diese schöne Erdung und bringt mich immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen, indem sie sagt, dass hier, also Zuhause, unsere Regeln gelten.“

Der Abend im Restaurant Achter ist der Auftakt für „Wir für Bouffier“ – einer Initiative von politisch Interessierten, die möchten, dass der Amtsinhaber wiedergewählt wird. Unter den Gästen sind viele Bekannte aus dem Sport wie Thomas Berthold , einst Adlerträger und Fußballweltmeister von 1990, Trainerlegende Dragoslav Stepanovic , Dieter Müller , Torschützenkönig der Europameisterschaft 1976, die Unternehmerinnen Beate Haereus und Gabriele Eick sowie Anette von Zitzewitz , der Sportarzt Johannes Peil , Siggi Dietrich , Manager des 1. FFC Frankfurt, oder Frank Dievernich , Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences. Sie alle lauschen den launigen Ausführungen des Ehepaars. Und eins ist klar. Während Volker Bouffier in der Politik seine Spuren hinterlässt, sei dies Zuhause schwierig, zu selten sei er da. Aber, so seine Frau, „Volker ist ein sehr ordentlicher Mensch. Ein bisschen etwas davon würde mir auch nicht schaden“.

Aber selbst bei einer solchen Veranstaltung gibt es von seiner Gattin nicht nur Lob für den Göttergatten. Denn der „hat auch schon so seine Macken“. Und was für welche. Sein Hobby scheint es zu sein, die noch so kleinste Spinnwebe im Haushalt zu finden. Einen „Spinnwebentick“ nennt sie das. „Ich verstehe, dass sie davon etwas genervt ist“, mimt Bouffier den Verständnisvollen. Schließlich sei sein Beitrag im Haushalt „sehr gering“.

Ganz im Gegensatz zur Politik. Und dort möchte er, wenn es gelingt, weitermachen. „Es geht mir nicht darum, am Amt festzuhalten“, sagt Bouffier. Er habe viel berufliche und politische Erfahrung gesammelt und wolle gerade in diesen Zeiten „unser Land nicht den Lautsprechern und Nörglern überlassen“.

(es)

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