Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 17°C

Darkan Kambyshev im Tigerpalasts: Die Liebe entflammte unter der Varieté-Kuppel

Artist Darkan Kambyshev ist bei der Herbstrevue des Tigerpalasts zu sehen. Foto: bernd Kammerer Artist Darkan Kambyshev ist bei der Herbstrevue des Tigerpalasts zu sehen.

Und „der Liebe leichte Schwingen“ tragen doch: Das beweist die Liebesgeschichte des Strapaten-Artisten Darkan Kambyshev , der ab Mittwoch (13. September) bei der Herbstrevue im Varieté-Theater Tigerpalast auftritt. Der 33-jährige Kasache lernte im Kult-“Palast“, der jetzt in die 30. Saison geht, in der Heiligkreuzgasse seine spätere Lebensgefährtin kennen. Die junge Frau, ebenfalls aus Kasachstan, arbeitet in Eschborn bei einer großen Unternehmensberatung. Heute haben die beiden ein gemeinsames Kind und leben im Frankfurter Europaviertel.

„Sie saß mit kasachischen Freundinnen im Publikum, und als der Conférencier ankündigte, dass ich Kasache bin, war bei den Frauen der Jubel groß. Das fiel mir auf, und nach der Vorstellung ging ich zu ihnen und sprach sie auf Russisch an“, erinnert sich der Hochleistungskünstler an den früheren Auftritt im Tigerpalast. Die Liebe entflammte augenblicklich, und so bekam die Begegnung unter der Varieté-Kuppel etwas Schicksalhaftes.

Die kraftvolle und ästhetisch anspruchsvolle Artistik in der Luft beherrscht der charismatische „Flieger“ absolut meisterhaft. Strapaten nennt man die Bänder, an denen er scheinbar allen Gesetzen der Schwerkraft trotzend geschmeidige Bewegungen vollführt. Ohne Sicherheitsnetz wickelt sich der Artist an den beiden Bändern bis unter die Decke hoch, um dann nach unten zu fallen und knapp über dem Boden zu stoppen.

Nicht ganz ungefährlich, „zweimal ist ein Band gerissen, aber nie im Tigerpalast“, sagt Darkan, der zu den Weltbesten seiner Zunft gehört. Seit Wochen trainiert der Kasache wieder täglich, nachdem er sich eine längere Sommerpause in seiner alten Heimat gegönnt hat. Seine Eltern seien stolz auf ihn, obwohl sie zunächst andere Pläne hatten: „Ich war fünf Jahre alt, als ich nach einem Zirkusbesuch verkündete, dass ich Artist werden will. Doch mein Vater drängte mich, dass ich Sportgymnastik bis zur Olympia-Reife schaffe und meine Mutter sah mich beim Ballett.“

Mit festem Willen wechselte er schließlich von der erfolgreichen Kunstturner-Riege in Kasachstan zur staatlichen Zirkusschule in Almaty. Unter den Fittichen des legendären Choreographen Alexander „Sascha“ Grimailo aus Moskau gelang Darkan der Sprung in die Weltelite. Monatelang probte er mit dem Meister im Tigerpalast, wurde dort final ausgebildet, und konnte bald Trophäen bei internationalen Festivals ergattern. „Ich trug bei den Festival-Auftritten ein Amulett mit Gebetstexten, das unterstützte mich“, ist das gläubige Talent überzeugt, dessen Name im Deutschen auch „offene Seele“ bedeutet.

Seit nunmehr zehn Jahren lebt Darkan Kambyshev in Frankfurt, organisiert von hier aus seine Auftritte. Am Main hat er zwei Familien, die eigene und die Gemeinschaft des Tigerpalastes: „Margareta Dillinger und Johnny Klinke sind wie Eltern für mich. Hier zu sein, macht mich froh und stolz.“ Natürlich finden auch die Macher des Varieté-Theaters nur anerkennende Worte für ihren Künstler, der mit einer unglaublichen Disziplin an den Strapaten arbeitet, so Klinke: „Unsere Artisten trainieren mehr und häufiger als Profi-Fußballer.“

Zuhause hält Darkan schon die nächste Generation im Arm, sein Kind zeigt Talent: „Unser Sohn ist jetzt 13 Monate alt und kann schon Spagat.“ (fai)

Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse