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Stadtgeflüster: Die Musik ist seine Droge

Das Duo „Rey & Kjavik“, bestehend aus DJ und Produzent, lässt zunächst an zwei Protagonisten denken. Doch weit gefehlt: Dahinter steckt "nur" ein Frankfurter – mit einer spannenden Geschichte.
DJ und Produzent in einer Person: Alex Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) DJ und Produzent in einer Person: Alex

Zuerst denkt man, es sind zwei Isländer, um die es da geht. „Rey & Kjavik “, ein Duo, bestehend aus DJ und Produzent. Doch es ist „nur“ ein Frankfurter, der den Sound produziert und seit einem halben Jahrzehnt in die Welt trägt. Der 35-Jährige möchte seinen bürgerlichen Namen nicht nennen, will sein Privatleben aus der Öffentlichkeit, die zurzeit großes Interesse an ihm hat, raushalten.

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – gibt es über den gebürtigen Bornheimer, der im Katharinenkrankenhaus das Licht der Welt erblickte so einiges zu berichten. Etwa, dass heute sein Debütalbum „Rkadash“, was, ein wenig anders geschrieben, nämlich „arkadas“, so viel wie Freund bedeutet. Und das ist der Mann auch, der gelernter Hotelfachmann ist: ein Freund der elektronischen Musik. Einer, der seine Fans rund um den Globus auf eine Reise mitnehmen will, die zwei bis vier Stunden (oder auch länger) pro Auftritt dauern kann. Einer, der am Erscheinungstag seines Erstlingswerks nicht in Frankfurt weilt, sondern – passender Weise – in Istanbul. Dort ist auch die Idee für das jetzige Album gereift.

Doch der Reihe nach. In der Bar Plank im Bahnhofsviertel sitzt, nennen wir ihn Alex , und trinkt ein nichtalkoholisches Getränk. Denn auch das ist ein Markenzeichen dieses Djs. In einer Musikwelt, die sich auch dadurch auszeichnet, das Halluzinogene und Partydrogen die Nächte zu Tagen machen, nimmt der Mann, der schon seit einigen Jahren – ja leider – in Offenbach wohnt, keine bewusstseinserweiternden Substanzen zu sich, weder legale noch illegale Drogen. Ihm war schon in sehr jungen Alter klar, dass er sein Dasein im Nachtleben fristen wollte. So arbeitete er im zarten Alter von 17 Jahren als Promoter für Clubs auf Mallorca. „Wenn du da nicht auf dich aufpasst, dann rächt sich das irgendwann“, weiß der DJ. Die Musik ist seine Droge. Sein Lebenselixier. Und sein Bewusstsein erweiterte sie ebenfalls – wenn auch auf indirekte Art und Weise. Die vielen Reisen führten ihn nicht nur mehrfach um die Erde, sondern auch zu sich selbst. „Ich war jemand, der viel mit Freunden unterwegs war“, erzählt er. „Auf Tour als DJ musste ich lernen, mit mir allein zu sein“, erklärt er. „Das war schon sehr neu für mich.“ Parallel wechselte er für neuere Produktionen zu einem anderen Sound. „Ich habe versucht, das Leben, das ich führe, in meine Musik zu packen und daraus eine Einheit zu machen.“ Pro Jahr tritt er rund 80 Mal auf. Unterwegs lernte er, wie differenziert Probleme und Gefühle wahrzunehmen sind. „Das hat mich und meine Musik verändert. Und nun fühle ich mich angekommen in diesem Sound.“ Ursprünglich kommt Alex nicht von der Musik. Sein jetziger Manager Matthias Grein war von seinem Musikverständnis immer schon überzeugt. „Jahrelang hat er mir gesagt, ich solle Musik machen.“ Jahrelang weigerte sich Alex, der in der Jugend bei der Eintracht Frankfurt Fußball gespielt hat und immer noch großer Eintracht-Fan ist. Kein Wunder, dass ihm die Idee zu dem Pseudonym beim Fußballschauen in den Sinn kam. „In der Schule im Musikunterricht war ich nicht so interessiert.“

Doch das ließ sein Manager Matthias Grein nicht gelten. Zu recht, wie sich gezeigt hat. „Ich bin froh, dass er mich überzeugt hat, und dass wir heute so weit gekommen sind“, sagt er. „Diesen Anstoß, mein Talent zu finden, habe ich gebraucht.“ Dabei sagt er von sich: „Ich war nie der klassische DJ“. Er produzierte Musik. „Und die ist von der ersten EP an in die Charts gegangen, worüber ich sehr glücklich bin. Meinen ersten Auftritt hatte ich in Paris, danach in London, ich war niemand, der als Resident-DJ angefangen hat.“ Dass er seinen richtigen Namen nicht nennen möchte, hat Vorteile. Aber auch Nachteile. Dem Namen „Rey & Kjavik“ konnte zunächst keiner ein Gesicht zuordnen. Veranstalter haben deshalb seine Musik aus dem Internet runtergeladen und irgendjemanden hinter die Plattenteller gestellt. Die Musik abgespielt und die Gage gespart.

(es)
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