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Die Nacht des Pianos

Maryam Maleki mit den Preisträgern Yekwon Sunwoo, Andjres Osokins und dem ehemaligen Verkehrsminister Peter Ramsauer (v.li.). Foto: Anna Meuer Maryam Maleki mit den Preisträgern Yekwon Sunwoo, Andjres Osokins und dem ehemaligen Verkehrsminister Peter Ramsauer (v.li.).
Frankfurt. 

Im verflixten siebten Jahr wird alles anders – und bleibt doch gleich. Der Internationale Deutsche Pianistenpreis geht in die siebte Runde – darum steckten die Macher um Maryam Maleki die Köpfe zusammen und änderten einiges am Ablauf dieser Veranstaltung, die am Dienstag, 4. April, mit dem Semifinale in Dr. Hochs Konservatorium beginnen und mit dem großen Finale im Großen Saal der Alten Oper am Mittwoch, 5. April, zu Ende gehen wird.

„Das Konzert ist das erste, das im großen Saal der Alten Oper stattfindet, und zugleich auch das offizielle Eröffnungskonzert für die Musikmesse“, erklärt Maleki, die diesmal die Qual der Wahl hatte. „Wir haben weit mehr als hundert Bewerbungen bekommen. Das ist zwar etwas weniger als in den vergangenen Jahren, aber dafür erreichten sie uns aus mehr Ländern.“ Die Anfragen für eine Teilnahme an dem renommierten Preis flatterten aus China, Korea, Italien, Russland, Kanada, Israel, den Vereinigten Staaten und sogar aus Australien auf Malekis Schreibtisch, der in dem Gebäude an der Wiesenau 1 steht.

Erstmals gehen am letzten Tag des Wettbewerbes nur zwei Finalisten ins Rennen um die Gunst des Publikums und der elfköpfigen Jury, die aus Pianisten und Dirigenten besteht. Und auch bei der Vergabe des Publikumspreises gibt es ein Novum. Denn: „Die Zuhörer können mittels einer App abstimmen“, erklärt Maleki, die mit 1500 und mehr Besuchern im Großen Saal rechnet. Und diese kriegen so einiges geboten: So gibt es erstmals einen roten Teppich und eine After-Show-Party. „Das war zwar nicht wirklich nötig, denn die Veranstaltung kam auch vorher gut an, aber wir wollen und müssen innovativ sein. Und der Preis soll ein wenig an Steifheit verlieren“, erklärt Meleki. Sie hat ein hehres Ziel vor Augen: „Wir wollen die ,Oscar-Nacht des Pianos‘ bieten.“

Seit es den Wettbewerb gibt, ist der ehemalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer dessen Schirmherr – und er wird dieser Rolle auch nicht überdrüssig. Gern nennt er zwei Gründe, warum ihm dieses Amt am Herzen liegt. Zum einen möchte er einen Beitrag leisten und mit seinem Namen und seinem Netzwerk Klaviertalente aus aller Welt dabei unterstützen, auf der Erfolgsleiter ein paar Stufen höher zu steigen. „Zum anderen aber will ich fördern, was es trotz zahlloser anderer Klavierwettbewerbe noch nie gegeben hat: Den internationalen deutschen Pianistenpreis. Ich finde, das braucht Deutschland als Kulturnation mit dieser Pianisten- und Komponistengeschichte“, erklärt Ramsauer. Er spielt selbst Klavier, wenn auch nur „gelegentlich. Zum Üben fehlt mir die Zeit und die nötige Muße, die im wahrsten Sinne des Wortes ja Kern der Musik ist. Was Üben bedeutet, weiß nur ein Künstler selbst: Nämlich sich jeden Tag einmal aus dem Tagesgeschäft herauszunehmen, und dann Körper, Geist und Seele dem Werk und dem Instrument zuzuwenden. Das ist hartes Arbeiten mit sich und am Werk“, erklärt der stellvertretende CSU-Vorsitzende, dem es vor allem die Klassik rund um Mozart und die Romantik angetan hat. „Am meisten hat mich von jeher Chopin in den Bann gezogen – auch heute noch, etwa mit dem e-Moll Klavierkonzert oder den Nocturnes zum ,Seele-baumeln-lassen‘“, so Ramsauer, dessen Frau Susanne eine Cousine der bekannten US-Schauspielerin Sandra Bullock ist.

Die Ramsauers haben vier Töchter, die von Papas musikalischen Vorlieben geprägt sind und ein Instrument spielen. „Tja, das ist so eine Sache“, sagt Ramsauer. „Musikalisch sind unsere Kinder eigentlich von beiden Seiten ,vorbelastet‘, die Tante meiner Frau war die Opernsängerin Helga Bullock. Aber vielleicht haben wir nicht genug Druck ausgeübt.“ Doch noch lässt Ramsauer die Hoffnung nicht fahren: „Wer weiß – vielleicht bringt die nächste Generation einen großen Musikus hervor.“

(es)
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