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Musical im English Theatre: Dieser Engländer liebt Frankfurt

Der englische Schauspieler und Sänger John Addison spielt im English Theatre die Hauptrolle im Musical "Jekyll & Hyde" und fühlt sich in Frankfurt sehr wohl.
Spielt im English Theatre die Hauptrolle im Musical "Jekyll & Hyde", der englische Schauspieler und Sänger John Addison. Foto: Bernd Kammerer Spielt im English Theatre die Hauptrolle im Musical "Jekyll & Hyde", der englische Schauspieler und Sänger John Addison.
Frankfurt. 

"Do you really think that I would ever let you go?" - "Glaubst du wirklich, dass ich dich gehen lasse?" Mr. Hyde, der verdrängte Persönlichkeitsanteil des gutherzigen Dr. Jekyll lässt nicht locker, das Monster fordert seinen Anteil am Leben. Im Themse-Nebel ist gut und leise töten, da hilft auch keine Wunderdroge. Sänger und Schauspieler John Addison gibt mit aller Wucht auf der Bühne des English Theatre den bitterbösen Charakter, um sogleich wieder lammfromm zu sein. Wie kein anderes Musical entfaltet „Jekyll & Hyde“ nach der Vorlage des „Schatzinsel“-Autors Robert Louis Stevenson ein brutales Drama, das tiefenpsychologisch greift – zwei sind einer zu viel.

Die Doppelrolle ist für den 36-jährigen Londoner eine Herausforderung, denn das Charisma des Bösen braucht Orkanstärke: „Insbesondere einen Menschen darzustellen, dessen unmoralisches Handeln keinerlei Konsequenzen zu haben scheint und der sagt und tut, was immer er will, ist aufregend, da man selbst so nicht handelt.“ Um sich auf die Rolle vorzubereiten, hielt sich der Schauspieler das ambivalente Verhalten von Drogensüchtigen vor Augen, das Getriebensein von inneren Dämonen.

„Ich liebe Frankfurt“, demonstriert der sympathische Brite seine Deutschkenntnisse, die auf seinen letzten Aufenthalt am Main zurückgehen, wo er an der englischsprachigen Bühne über Monate im Musical „Ghost“ einen quicklebendigen Toten spielte. „Diesmal freue ich mich auf den Weihnachtsmarkt auf dem Römer. In Frankfurts Partnerstadt Birmingham lebt ein Freund von mir, er schwärmt sehr davon.“ Sanfte Weihnachtslieder wären für ihn natürlich ein Leichtes, doch bis zum 11. Februar sind im Rock-Musical mehr die schaurig-erotische Schmeichelstimme und das animalische Knurren von Mr. Hyde gefragt.

Vor Publikum sang John Addi-son mit sieben Jahren das erste Mal, ein trauriges Lied aus dem Musical „Oliver!“, das Talent lag in der Wiege und wurde gefördert. „Meine Mutter war Sängerin und mein Vater ist Musikprofessor an der Londoner Royal Academy of Music“, erzählt er.

In seiner Schulzeit an der vornehmen Privatschule Highgate im Norden Londons sei er außerdem ein guter Schwimmer gewesen und sogar gegen Prinz William in dieser Disziplin angetreten. „Der Prinz startete für das Eaton-College. Ich dachte noch, soll ich ihn gewinnen lassen, da er ja royal ist? Nein. Und ich gewann.“

Etliche Solo-Rollen in so renommierten Londoner Häusern wie der Royal Albert Hall und dem Barbican finden sich in seinem Lebenslauf. Die aktuelle Rolle bietet ihm die Gelegenheit, statt eines romantischen Helden einen absoluten Fiesling zu verkörpern und zugleich mit exzellent ausgebildeter Stimme zu brillieren. Gegen Ende der Vorstellung wird es für Addison hochemotional, dann kommt nämlich der Song, der ihn aufwühle, die Konfrontation, wenn Jekyll und Hyde sich im Spiegel gegenüberstehen und jeder Anteil aufs Ganze geht. „Der Wechselgesang steht für das Wesen des Stücks. Das packt mich jedes Mal.“ An Silvester gibt es nach der Vorstellung eine Party im Theater, bei der die Gäste ihr „Monster“, wie immer das ausschaut, präsentieren können. Das originellste Kostüm wird prämiert. Karten sind noch zu haben. (fai)

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