Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 23°C

Ehrenplakette für Marek Lieberberg

Gratulanten Salomon Korn, Carmen-Renate Köper und Peter Eschberg. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Gratulanten Salomon Korn, Carmen-Renate Köper und Peter Eschberg.

Wer kann schon von sich behaupten, dass eine der bekanntesten Bands der Welt ihm mit einer ganzseitigen Anzeige in gleich mehreren Zeitungen zum Erhalt der Ehrenplakette der Stadt gratuliert. Konzertveranstalter Marek Lieberberg kann’s, denn Depeche Mode, die vor wenigen Tagen noch in der Commerzbank-Arena ihr Gastspiel gaben, taten dies.

Denn gestern erhielt der Frankfurter Konzertmacher im Kaisersaal eben diese Auszeichnung und bewies eine gehörige Portion Humor: „Keine Sorge, keine Wutrede“, sagte er zu Beginn seiner Dankesansprache von der Kanzel aus und spielte damit auf seine Rede an, die er hielt, als sein Festival, „Rock am Ring“, gleich am ersten Abend wegen einer Terrorwarnung unterbrochen werden musste.

Was dann im Kaisersaal folgte, war eine Liebeserklärung an und ein Referat über die (Rock)-Musik. „Music was my first love, music of the future, music of the past.“ Die Worte aus dem Song „Music“ von John Miles wählt Marek Lieberberg selbst und sie passen so haargenau zu ihm, um sich selbst zu beschreiben. Schließlich hat er in den vergangenen Jahrzehnten mit allen Größen der Branche zu tun gehabt. Die Beziehung des 71-Jährigen zu Frankfurt scheint gespalten. „Frankfurt blieb mir gegenüber stets merkwürdig still und indifferent“, sagt er und fügt lachend hinzu: „Heute hat sich das verändert. Jetzt brennt die Liebe.“ Weil Oberbürgermeister Peter Feldmann ihm die Ehrenplakette überreichte, nahm er ihn sozusagen in die „Römer-Rock’n’Roll-Hall-of-Fame“ auf, die erste in Deutschland.

Feldmann würdigte den Ausgezeichneten als „engagierten Förderer der Rock- und Pop-Musik. Einer, der sich für Menschlichkeit, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzt“ und vor allem als „Größe von Weltrang, die trotzdem Frankfurt treu geblieben ist“. Marek Lieberberg, Gründer von „Rock am Ring“, habe Stars wie die Band „U2“, Sängerin Madonna , Sänger Bruce Springsteen , die Gruppe Depeche Mode und unzählige andere nach Deutschland gebracht. Konzerte zu veranstalten, das sei für Marek Lieberberg weit mehr als nur ein Beruf. Zurecht gelte er deshalb „verdient als Wegbereiter der Rock- und Popmusik in Deutschland“ und „man kann sich keinen besseren Botschafter für Frankfurt vorstellen“. Von sich selbst sagt Lieberberg übrigens, dass er mit Horst Lippmann , Fritz Rau und Bill Graham die Profession des „Promoters, der Künstler Bühne und Aufmerksamkeit für ihr Auftreten bereitet“ entwickelt und entdeckt.

Zu den Gratulanten im Kaisersaal, den weit mehr als 150 Gäste gefüllt hatten, gehörten neben Schauspielerin Carmen-Renate Köper und ihrem Mann, dem Schauspieler und Intendanten Peter Eschberg auch Sänger Daniel Wirtz , der gerade seine Tournee beendet hat. „Jeder, der Musik macht, kennt Marek Lieberberg“, weiß Wirtz. „Es ist enorm, was er in seinem Leben geleistet hat. Das ist allemal eine Ehrenplakette wert“, findet Wirtz, der Lieberbergs Gradlinigkeit schätzt. Michael Stark , Manager von Schauspiellegende Mario Adorf , kennt Marek Lieberberg schon seit den 1970er Jahren. „Wir haben damals mit ihm und Mario Adorf die ,Al Dente’-Tournee gemacht“, erinnert sich Stark, der auch auf die Bedeutung der Lieberberg-Veranstaltungen für die Kultur in Frankfurt aufmerksam macht. Schließlich sagte Lieberberg in seiner Rede auch: Lange bevor Frankfurts ehemaliger Kulturdezernent Hilmar Hoffmann das Wort von „Kultur für alle“ prägte, „haben wir dieses Prinzip gelebt, mit eigenen Ressourcen, ohne Unterstützung, Förderung und wirkliche Anerkennung seitens der Stadt“. Auch Salomon Korn kennt Marek Lieberberg schon lange. „Schon seit 1948. Wir lernten uns damals im UN-Lager für Entwurzelte in Zeilsheim kennen“, so Korn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde.

Schon als Kind habe er zu seinem Bruder aufgeschaut, sagt David Lieberberg . „Er hat immer das gewisse Etwas gehabt und er ist der einzige Mensch, mit dem ich mich verbal nicht anlege“, so David Lieberberg, der auch erzählt, dass Marek Lieberberg mal Sänger war.

(es)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse