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Ein Film ist ihr nicht genug

„Ich habe sechs Samen gesät, die nun Früchte tragen. Ich habe einfach Lust, zu drehen“: Annette Ernst freut sich auf die Arbeit im kommenden Jahr. Vier Filme dreht sie fürs Fernsehen und zwei fürs Kino. Foto: Bernd Kammerer (.) „Ich habe sechs Samen gesät, die nun Früchte tragen. Ich habe einfach Lust, zu drehen“: Annette Ernst freut sich auf die Arbeit im kommenden Jahr. Vier Filme dreht sie fürs Fernsehen und zwei fürs Kino.
Frankfurt. 

Das kommende Jahr könnte für die Frankfurter Filmemacherin Annette Ernst ein richtig stressiges werden. Positiv stressig, versteht sich. Denn die Frau, die gleich für ihren ersten Film „Kiss and Run“ den Adolf-Grimme-Preis gewann und mit ihrem zweiten Streifen, „Mein erster Freund, Mutter und ich“ richtig abräumte, freut sich auf eine ganz gehörige Portion Arbeit – sie dreht fürs Fernsehen – vier Projekte – und zwei fürs Kino.

„Für alle schreibe ich die Drehbücher und bei allen führe ich Regie, nur bei dem Projekt über Alfred Herrhausen ist das noch nicht sicher“, schildert Annette Ernst die Aufgaben, die sie angegangen hat und die noch auf sie zukommen. „Ich habe sechs Samen gesät, die nun Früchte tragen“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich habe einfach Lust, zu drehen.“ Viele dieser Samen liegen schon länger unter der Erde und brauchten Jahre, um zu gedeihen. Sie plant mit Christine Schorn , die aus „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ bekannt ist, Maren Kroymann in der Hauptrolle, die unter anderem in „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ mitgespielt hat, und Mechtild Großmann , die als kettenrauchende Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im Tatort Münster bekannt wurde, die Romanverfilmung von „Almuth spielt auswärts“.

„Das sind drei Frauen, bei denen man denkt: So kann man alt werden“ sagt Ernst, die nicht weiß, wann es mit dem Dreh losgeht. „Wir haben alle Zutaten für den Film, es fehlt nur noch der Sender. Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir dieses Jahr noch anfangen können.“ Dann gibt es da noch ihren Zweiteiler über die 80er Jahre, die Verfilmung des Buches „Der Tag ist hell, ich schreibe dir“ von Tanja Langer . „Sie ist eine hervorragende Autorin, die in diesem Buch ihre Liebesgeschichte verarbeitet hat“, erzählt Ernst.

Darin geht es um den Mord an dem Vorstandssprecher der Deutschen Bank Alfred Herrhausen – und die Liebesgesichte zwischen den beiden. „Ich stamme ursprünglich aus Bad Homburg, wo das passiert ist, und kenne mich gut aus“, schildert Ernst ihre Motivation, sich dieses Stoffes anzunehmen, an dem sie schon mehr als zwei Jahre schreibt und zu dieser Zeit in Paris war.

„Romanverfilmungen sind tückisch“, sagt Ernst, die in ihrer Verfilmung allerdings auch nicht löst, wer den Anschlag auf den Bankier verübt hat. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, weil es ein Stück Heimat-, aber auch Weltgeschichte ist“, sagt die Filmfrau. Die Arbeiten für diesen Film sind schon recht weit. „Wir wissen auch schon, wen wir als Schauspieler haben wollen“, so Ernst, doch ob sie diejenigen auch wirklich bekommen, steht in den Sternen. Deshalb spricht sie lieber noch nicht darüber.

Worüber sie allerdings sehr gern redet ist ihr Projekt „Water and Soul“, das noch länger in der Schublade liegt als das Material über Herrhausen. „Dafür hatte ich 2009 beim Hessischen Filmpreis mal den Drehbuchpreis gewonnen“, erinnert sich Ernst, die in Frankfurt und Paris Germanistik, Romanistik sowie Theater-, Film und Fernsehwissenschaften studiert hat. Nun ist der Plan für diesen Dokumentationsfilm, der in sieben Kapiteln das Thema aufgreift, wieder auferstanden und die Dreharbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen.

„So ein Projekt ist so aufwendig in der Recherche“, sagt sie. „Damals hat mich die Produzentin mit dem Stoff durch die Welt geschickt und ich war in Frankreich, Israel und Japan“, erinnert sie sich. Doch dann lag das Vorhaben viele Jahre lang auf Eis. Dokus, die haben es Ernst, die auch mal eine Serie gedreht hat, „Josephine Klick – Allein unter Cops“, angetan. Denn es gibt noch die Langzeit-Doku „Zwei Mütter hat nicht jeder“, in der sie über viele Jahre ein lesbisches Paar und seine drei Söhne mit der Kamera begleitet. „Ich drehe in diesen Tagen wieder daran“, sagt sie. Später soll daraus ein Kinofilm werden. „Aber das dauert noch vier Jahre.“

(es)
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