Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 32°C

Ein Weichei brachte den Erfolg

Bernd Reisig trinkt und redet gern mit prominenten Gästen im Bier- und Apfelweinlokal in der Friedberger Warte. Am kommenden Dienstag wird die 25. Sendung von „Bembel und Gebabbel“ aufgenommen. Bilder > Foto: Kammerer, Bernd (.) Bernd Reisig trinkt und redet gern mit prominenten Gästen im Bier- und Apfelweinlokal in der Friedberger Warte. Am kommenden Dienstag wird die 25. Sendung von „Bembel und Gebabbel“ aufgenommen.
Frankfurt. 

Bernd Reisig managte Rocksängerin Nena , die Comedians von Badesalz und andere Showgrößen. Später gelang den Kickern des FSV Frankfurt unter seiner Ägide der Aufstieg bis in die Zweite Bundesliga. Seit einigen Jahren führt er durch die Internet-Talkshow „Bembel und Gebabbel“, die kommenden Dienstag, 2. Mai, in die 25. Runde geht. Gäste sind Schauspielerin Uschi Glas , Sänger Andy Ost und Sozialminister Stefan Grüttner . Etliche Promis machten es sich im Ebbelwei-Lokal in der Friedberger Warte bequem, schlürften das edle Stöffchen und quatschten mit Reisig. Zum Jubiläum tat er dies mit FNP-Mitarbeiter Enrico Sauda.

Hätten Sie vor zweieinhalb Jahren gedacht, dass es so viele Talkrunden werden würden?

BERND REISIG: Jein. Natürlich will ich immer erfolgreich sein. Aber zu Beginn gab es nur Warner. Viele haben mir abgeraten. Es gäbe schon zu viele Talkrunden im Fernsehen.

Wie kam es denn?

REISIG: „Bembel und Gebabbel“ sollte von Anfang an anders sein: wilder, querer, authentischer. Ich wollte versuchen, ein ganz normales Kneipengespräch zu führen, nur mit Kameras. Ich glaube, dass uns das gut gelungen ist. Viele meiner Gäste vergessen, dass wir nicht „unter uns“ sind, sondern alles gefilmt wird. Deshalb sind auch viele Talks entstanden, die man so im „normalen“ Fernsehen niemals sehen würde.

Waren Sie direkt damit erfolgreich?

REISIG: Nein, ganz im Gegenteil. Wir hatten bei der ersten Sendung nur 8 000 Zuschauer. Damit ist eine solche Produktion nicht zu finanzieren. Die zweite Sendung lief sogar noch schlechter und wir hatten nur 6 000 Zuschauer und der Frust war riesig.

Und jetzt?

REISIG: Nun haben wir zwischen 200 000 und 250 000 Zuschauer pro Sendung – weltweit. Und wir sind immer wieder total baff, wann die Leute, welche Sendung schauen.

Gab es eine Folge, die der Knackpunkt war?

REISIG: Die Sendung mit dem ehemaligen DFB-Präsident Theo Zwanziger hat uns sehr weitergeholfen. Theo hat klare Worte über Katar, die Fifa und den DFB gesagt. Viele Fernsehstationen haben uns seine Zitate aus der Sendung abgekauft und „Bembel und Gebabbel“ wurde erwähnt. Wir sind auf mehr als 100 000 Zuschauer hochgesprungen. Theo war für uns ein Glücksfall.

Apropos Glücksfall. Volker Bouffier war auch so einer.

REISIG: Ja. Er war in meiner Sendung zu Gast und fing an, über Horst Seehofer zu plaudern. Dabei fiel der Satz: „Du musst wissen, Horst gilt in der CSU als Weichei.“ Am nächsten Tag rief die „ZDF Heute-Show“ an und wollte diesen Ausschnitt für die Sendung. Ich habe Volker Bouffier eine SMS geschrieben und ihn um Erlaubnis gefragt, was ich rein rechtlich nicht hätte tun müssen, weil die Rechte für die komplette Sendung bei mir liegen. Aber ohne seine Zustimmung hätte ich niemals diesen Ausschnitt an die „Heute-Show“ weitergeben. Ich verdanke ihm einfach zu viel.

Und hat er zugestimmt?

REISIG: Ja und zwar recht witzig. Er schrieb mir zurück: Wenn Du Geld für den Ausschnitt vom ZDF bekommst, dann mach es. Der Ausschnitt hat uns in Gefilde katapultiert, die wir vorher nicht zu träumen gewagt hätten.

Wie finanzieren Sie denn Ihre monatliche Talkshow eigentlich?

REISIG: Durch Werbung. Und das sogar recht ordentlich. Viele Firmen haben „Bembel und Gebabbel“ als gute Plattform für ihr Unternehmen entdeckt. Und wir sind natürlich stark regional. Fast 90 Prozent unserer Zuschauer kommen aus Hessen. Das ist ein klares Profil und wichtig für Werbetreibende. Zu Beginn haben wir erhebliche Defizite gemacht, aber wir haben dran geglaubt und sind jetzt auch wirtschaftlich dafür belohnt worden. Ohne Risikobereitschaft geht es meistens nicht.

Was sind Ihre Pläne mit „Bembel und Gebabbel“?

REISIG: Wie im Fußball. Von Sendung zu Sendung denken, die nächste Sendung ist die schwerste. Ich mag das Format und ich mache das, solange ich Lust habe. Wenn ich merke, dass ich vor einer Sendung zu mir sage „Oh Mist, am Dienstag ist schon wieder die Aufzeichnung“, dann höre ich auf. Im Moment freue ich mich aber wie ein kleines Kind vor der Bescherung an Weihnachten.

Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse