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Autorin Ina Knobloch ist ein großer Fan von Düften: Eine feine Nase für Geschichten

Ina Knobloch mit dem Duft von Köln – als Lese-, nicht als Riechstoff. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Ina Knobloch mit dem Duft von Köln – als Lese-, nicht als Riechstoff.
Frankfurt. 

Sie hat es wieder getan. Die Frankfurterin Ina Knobloch , promovierte Botanikerin und preisgekrönte Filmemacherin, tat, was sie am besten kann: Sie drehte Filme und schrieb ein Buch.

Bei letzterem handelt es sich um die Fortsetzung ihres Romans „Der Duftmacher“. Dieses historische Buch, das sich bisher gut 10 000mal verkaufte, handelt vom Leben und Werk des wohl größten Parfüm-Machers aller Zeiten: Giovanni Maria Farina. Der lebte und arbeitete im 17. und 18. Jahrhundert und über sein Werk gibt es so viel zu berichten, dass Ina Knobloch sogar eine Trilogie über diesen Italiener, der schließlich nach Köln auswanderte und dort eine Parfüm-Dynastie ins Leben rief, veröffentlichen möchte. Das zweite Buch trägt den Titel „Farina – der Duft von Köln“, spielt in den Jahren 1715 und 1716 und Frankfurt ist ein wichtiger Schauplatz.

Mayk Azzato vor zwei seiner acht neuen Motive.
Mayk Azzato hat neue Bilder

Er hat neue Bilder und er zeigt sie. Frankfurts Starfotograf Mayk Azzato stellte acht neue Motive im Nobelteppich-Geschäft „Fashion for Floors“ an der

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„Farina war viel und oft hier in Frankfurt“, weiß Ina Knobloch, die weit mehr als 100 Filme gedreht, etliche Sachbücher sowie unzählige Artikel veröffentlicht hat. Für ihre Streifen erhielt sie den Naturfilmpreis und den Filmpreis von Costa Rica.

„Allein schon wegen der Messen war Farina oft in Frankfurt.“ Und noch etwas weiß Knobloch: „Goethe gehörte zu seinen größten Fans, hatte immer ein Tuch dabei, das nach Farinas Parfüm duftete.“ Aber die Familie Farina pflegte auch enge Beziehungen zu den Frankfurter Familien Brentano und Bolongaro. Farina, dessen Todestag sich am 25. November zum 250. Mal jährt, gilt als Erfinder des „Eau de Cologne“ und könnte dem Autor Patrick Süskind als Vorbild für den Mädchenmörder Jean-Baptiste Grenouille in „Das Parfüm – die Geschichte eines Mörders“ gedient haben. Ein gutes Dreivierteljahr saß Knobloch an diesem neuen Farina-Band.

„Es war ein Vergnügen, dieses Buch zu schreiben. Denn es geht einem viel leichter von der Hand, wenn man in den Figuren schon drinsteckt“, berichtet Ina Knobloch, die auch schon einen Film über Farina, „Das Parfüm – Die wahre Geschichte“, drehte. In der Zeit, in der das neue Buch angesiedelt ist, „passierte unheimlich viel. Es gab große Finanzkrisen, die Fremdenfeindlichkeit war groß, ich denke da an den Judenbrand in der Frankfurter Judengasse und die Vertreibung der Hugenotten“. Während sie das gut 260 Seiten starke Werk in den freien Stunden schrieb, die sie hatte, während sie ihr Baumhaus in Costa Rica baute, wird sie den dritten und letzten Band der Trilogie, der sich schon im Entstehen befindet, im Baumhaus schreiben.

„Das hat übrigens auch viel mit Düften zu tun. Ich habe es nämlich zwischen Frangipani-Baumkronen gebaut. Das ist eine sehr bekannte Blume, auch als Duftblume bekannt“, sagt Knobloch. Dann wird sie eine ganze Zeit mit ihrer ganzen Familie in dem Baumhaus verbringen, in dem es nach Frangipani durftet. Aber sie hat einen ganz anderen Lieblingsduft: „Meinen eigenen.“

Denn, um den Umwelt- und Naturschutz in Costa Rica zu unterstützen, „entwickelte ich ein Parfum selbst. Ein Duft, der mich an das Land und das Meer dort erinnert. Und der Gewinn, den wir erwirtschaften, soll komplett in Projekte vor Ort gehen“. Einen Namen hat es zwar noch nicht, „es sollte irgendwas mit der Zahl fünf zu tun haben.

Schließlich sind die Rose und die Frangipani fünfblättrig und die fünf ist auch das Symbol des Lebens“. Bevor sie sich aber an den Computer setzen kann, dauert es noch eine ganze Weile. Denn momentan steht erst einmal eine Lesereise auf der Europa II auf dem Programm, mit der sie gerade durch die Südsee fährt.

(es)
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