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Frankfurter Zeichner Ferry Ahrlé: Eine ganz exponierte Stelle

Das Porträt des bekannten Frankfurter Zeichners Ferry Ahrlés von der Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz hat jetzt seinen Weg ins Literaturhaus gefunden.
Ferry Ahrlé mit Kaschnitz-Portrait im Literaturhaus. Foto: Bernd Kammerer (.) Ferry Ahrlé mit Kaschnitz-Portrait im Literaturhaus.
Frankfurt. 

Ferry Ahrlé hat sie alle gemalt. Sir Peter Ustinov, Maria Schell, Marianne Hoppe und, und, und. Die Liste ist schier unendlich. Zu den vielen, die der 92-Jährige porträtierte, gehört auch die Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz. „Sie zeichnete ich für die Ausstellung ,Auf der Bühne, vor der Bühne’ von 1966 im Frankfurter Schauspielhaus“, erinnert sich Ahrlé.

Nachdem das Bild der Autorin gezeigt wurde, kam es wieder ins Ahrlésche Heim, wo es bis vor wenigen Monaten auch blieb. Dann jedoch kam der Kontakt zum Literaturhaus zustande. „Eins kam zum anderen. Und nun hängt das Bild hier“, sagt Ahrlé.

„Hier“, das ist im Autorenzimmer des Literaturhauses. Sozusagen im „Backstage“-Raum, wo sich Schriftsteller und Vorleser auf ihre Auftritte vorbereiten. Also an ganz exponierter Stelle. Das freut Ahrlé besonders, der sich noch gut an die Arbeit für das Porträt erinnern kann. „Ich habe dafür fünf bis sechs Tage gebraucht und bin immer zu ihr nach Hause gefahren“, berichtet Ahrlé. Die Georg-Büchner-Preisträgerin wohnte zu der Zeit, in der Ferry Ahrlé sie malte in der Wiesenau im Westend. „Wir haben uns beim Malen immer gut unterhalten. Sie schrieb damals an ihren Tagebüchern“, erzählt er. Sie schrieb Ahrlé: „Es war sehr anstrengend, wie ich’s nicht war, wie ich’s wurde – Zähmung einer Widerspenstigen, die sich herzlich bedankt.“

Ahrlé wurde als zeichnender Talkmaster bekannt. In der Serie „Sehr ähnlich, wer soll’s denn sein?“, die in den 70er bis in die 90er Jahre lief, unterhielt er sich mit seinen Gesprächspartnern und porträtierte sie gleichzeitig. Für sein gewaltiges Oeuvre erhielt Ferry Ahrlé bereits zahlreiche Orden wie etwa das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main.

Trotzdem – oder gerade deshalb – steckt Ahrlé noch voller Tatendrang. So geht Anfang Oktober im Höchster Porzellanmuseum eine Ausstellung über die Bühne, „bei der ich Illustrationen des Dichters Christian Morgenstern zeige“, so Ferry Ahrlé, der zwar 30 vorführen will, aber – natürlich – schon viel mehr gezeichnet hat. Außerdem hat er noch einen Wunsch: „Ich habe noch nie in einem Spielcasino ausgestellt.“ Das könnte sich ändern, denn vor einiger Zeit stattete ihm der russische Generalkonsul Alexander Bulay einen Besuch ab. Ahrlé sagt: „Ich habe da mal eine Serie über Fjodor Michailowitsch Dostojewski gemacht, und die könnten wir in Wiesbaden präsentieren.“

(es)
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