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Entführtes Flugzeug: Engel von Mogadischu holt „Landshut“ heim

Gabriele von Lutzau will das 1977 entführte Flugzeug zum Denkmal umbauen.
Gabriele von Lutzau, der „Engel von Mogadischu“, zeigt in ihrem Frankfurter Lieblingslokal „Diesseits“ ein Foto der Lufthansa-Maschine „Landshut“. Sie verrottet derzeit in Brasilien. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Gabriele von Lutzau, der „Engel von Mogadischu“, zeigt in ihrem Frankfurter Lieblingslokal „Diesseits“ ein Foto der Lufthansa-Maschine „Landshut“. Sie verrottet derzeit in Brasilien.
Frankfurt. 

Sie hört ihn nicht gern, ihren „Titel“: Doch Gabriele von Lutzau ist nun einmal „der Engel von Mogadischu“. Und damit die Frau, die vor ziemlich genau 40 Jahren als Stewardess die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ durch pälastinensische Terroristen nach einer nervenaufreibenden Odyssee durch die Lüfte überlebte. Sie war für die Geiseln, die in dem Flugzeug festgehalten wurden, eine wichtige Stütze.

Nun aber setzt „der Engel“ seinen Titel ein. Denn das Flugzeug, eine Boeing der Baureihe 737-200, soll verschrottet werden. Das darf nicht sein, findet sie, „das würde mir wirklich leid tun“, erklärt die 62-Jährige, die heute Künstlerin ist und im vergangenen Jahr den Brustkrebs besiegte.

„Dieser Maschine habe ich – zusammen mit vielen Zufällen und viel professioneller Hilfe – zu einem großen Teil mein Leben zu verdanken“, sagt die ehemalige Stewardess, die damals noch Gabriele Dillmann hieß. Deshalb setzt sie sich jetzt dafür ein, dass die Bundesregierung das Wrack des Flugzeugs, das zurzeit in Brasilien verrottet, nach Deutschland zurückholt.

Gabriele von Lutzau erinnert sich: „Weil wir in der Wüste gelandet waren, war die ,Landshut‘ eigentlich nicht mehr flugfähig.“ Aber nachdem die Entführer dem Piloten die Pistole an den Kopf hielten und ihn zwangen, loszufliegen, geschah das Unmögliche: „Die Maschine hat es geschafft“, sie hob ab. „Das Flugzeug hat Dinge hinter sich, das ist unglaublich“, findet sie. „Und danach ist sie sogar noch weiter geflogen“. Bis zum Jahr 2008 war der Flieger für verschiedene Airlines im Einsatz. „Die ,Landshut‘ war so tapfer. Es ist so ein fleißiges Flugzeug. Es hat durchgehalten, was es eigentlich nicht mehr durchhalten konnte“, lobt von Lutzau. „Deshalb kann ich mich sehr gut mit ihr identifizieren.“ Die Maschine habe durchgehalten – so wie die Menschen an Bord.

„Es wäre gerecht, wenn sie ein Denkmal werden würde“, so von Lutzau. Aber einzelne Teile der Maschine für sich würde sie nicht besitzen wollen. Frankfurt wäre ihrer Meinung nach ein guter Standort, „aber auch Bonn, Berlin oder Landshut.“ Sie findet, dass die Maschine wieder fit gemacht werden sollte, umgespritzt mit den alten Lufthansa-Farben. „Man könnte sie umrüsten und teilweise als ein Dokumentationszentrum nutzen. Als Geschichte zum Anfassen quasi.“

Gabriele von Lutzau setzt sich dafür ein, dass die „Landshut“ heimkommt. Dazu fungiert sie als Beraterin und ist sogar als Schirmherrin im Gespräch. So ist sie bereits mit der Entourage des neuen Außenministers Sigmar Gabriel (SPD) in Kontakt. Doch sie betont: „Ich muss nicht Schirmherrin sein. Ich brauche das nicht. Aber ich helfe, wo ich kann.“ Auch deshalb fliegt sie demnächst mit ihrer Tochter und einem Fernsehteam nach Brasilien. „Es ist doch schön, wenn ich die ,Landshut‘ besuchen kann“. Ein Engel auf Reisen.

(es)
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