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Stadtgeflüster: Er ist der neue Kapitän im Frankfurter Hof

Spiridon Sarantopoulos lenkt als Direktor jetzt wieder die Geschicke im Hotel Frankfurter Hof in Frankfurt. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Spiridon Sarantopoulos lenkt als Direktor jetzt wieder die Geschicke im Hotel Frankfurter Hof in Frankfurt.

Er kam, ging und ist nun wieder da. Spiridon Sarantopoulos ist neuer Direktor der Luxusherberge Steigenberger Frankfurter Hof. Beim ersten Mal manövrierte der gebürtige Münchner das Traditionshaus durch die Wirtschaftskrise. „Die Hotellerie litt damals insgesamt sehr. Für uns war diese Situation aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, und schon 2010 hatten wir wieder guten Rückenwind“, sagt der 48-Jährige. Jetzt führt Sarantopoulos erneut das Ruder in Frankfurt, der ehemalige Direktor Moritz Klein übernahm die Leitung des Steigenberger Hotels Hamburg – die Eröffnung des modernisierten Hotelrestaurants „Oscar’s“ war dessen letzter festlicher Aufritt an alter Wirkungsstätte.

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Wieder hohe See für das Fünf-Sterne-Haus? Mit dem neuen Kapitän kam auch eine neue Führungsmannschaft. „War die Wirtschaftskrise die Beringsee, sind wir derzeit in Frankfurt auf der Nordsee, ruhigeres Wetter, aber weit von der Côte d’Azur entfernt“, bleibt Sarantopoulos beim maritimen Bild. Sein Plan ist eine Profilschärfung, der Geist des Grandhotels soll wieder stärker beschworen werden: „Hotels wie das unsere haben immer eine Seele, eine gewisse Magie. In Frankfurt tragen wir das Feuer weiter, anstatt die Asche zu bewahren.“ Nicht nur, dass 40 Zimmer im Nordflügel modernisiert werden, auch die Almhütte im winterlichen Ehrenhof, die der Münchner in seiner ersten Amtszeit initiierte, bekommt ein Facelift. „Ihr Innenleben wird glamouröser – St. Moritz-Chic statt Alpengemütlichkeit“, verspricht er. Mit innovativen Angeboten will man sich verstärkt an die Frankfurter wenden, eine neue Bar im Hotel-Spa und ein öffentliches Programm zum Welt-Yoga-Tag am 21. Juni sind geplant.

Konkurrenz, die ringsum wächst, fürchtet der Direktor nicht. „Ich sehe die anderen mehr als Mitstreiter. Jedes neue Hotel beansprucht einen Teil des Marktes, bringt aber wieder Gäste mit. Die Kunden sind heute hybrid, mal Sternerestaurant, mal das Sandwich auf die Hand. Uns muss es gelingen, die besondere Aura des Frankfurter Hofs hochzuhalten und die Marke noch attraktiver zu machen.“ Bettensteuer? „Die Motivation dahinter verstehe ich nicht. Auch die Kurtaxe ist ein Modell der Historie“. Und kürzlich die TV-Serie „Bad Banks“ gesehen? Im Film gehen skrupellose Bankvorstände im mehr als 140 Jahre alten Hotelpalast ein und aus. „Gut, wenn das polarisiert. Polarisierung ist immer gut“, so Sarantopoulos.

Als Kind wollte er Kapitän werden, bis heute ist er gern am und auf dem Wasser. Nur eine Kreuzfahrt hat er nie gemacht, „allein das Kapitänsdinner wäre mir ein Graus“. Lieber urlaubt er am warmen Wasser der Ägäis, und das möglichst ohne Halbpension, denn: „Ich will frei wählen können, überhaupt bin ich ein Freigeist. Spiridon leitet sich vom Wort Spirit ab.“ Jetzt steuert der Vater von zwei Söhnen ein Haus mit rund 300 Mitarbeitern, „es gibt griechische oder deutsche Dörfer, die haben weniger Einwohner“, scherzt er. Viel hat der Direktor gesehen, etwa von Promis demolierte Hotelzimmer oder kuriose VIP-Wunschlisten, „mit Dutzenden Positionen, etwa in welchem Winkel das Sofa zu stehen hat.“ Sein Credo fürs Haus? „Wir sind anders. Baulich werden wir immer ein gut erhaltener Oldtimer bleiben. Eine Dachterrasse mit Skyline-Blick, das wäre eine Vision.“

(fai)

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