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Ferry Ahrlé mag es kunterbunt

Für einen Freund fertigte Ferry Ahrlé ein 13 Meter langes Bild. Es soll in einem Restaurant in Leipzig einen Platz finden. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Für einen Freund fertigte Ferry Ahrlé ein 13 Meter langes Bild. Es soll in einem Restaurant in Leipzig einen Platz finden.

Der Frankfurter Maler Ferry Ahrlé ist über 90 Jahre alt. Doch an Ruhe- oder gar Stillstand denkt er nicht. Jeden Morgen steht er um 6 Uhr auf, stellt sich nach dem Frühstück in sein Atelier und malt. Eben erst ist eine seiner Arbeiten fertig geworden. Und die ist rekordverdächtig. Das Wandbild mit dem Titel „Augustiner-Freuden“, Acryl auf Leinwand, ist 13 Meter lang.

Mehr als zwei Monate hat Ahrlé an dem Acrylbild, das er auf Leinwand gemalt hat, gearbeitet. Für den Künstler ist es aber nicht nur deshalb nicht nur irgendein Bild von den vielen Tausend, die er schuf: Es zeigt nicht nur zwei gut gelaunte Augustinermönche, die ihr selbst gebrautes Bier genießen, sondern auch den Komponisten Felix Mendelsohn-Bartholdy, den französischen Kaiser Napoleon, die Komponisten Franz Liszt sowie Richard Wagner oder Johann Sebastian Bach. Alle Figuren haben irgendeine Verbindung zu Leipzig.

„Das Malen selbst fällt mir nicht schwer“, sagt Ferry Ahrlé. Nur eins sei nicht ganz so einfach gewesen wie sonst, denn weil das Bild so lang ist, „musste ich mir immer wieder merken, was ich vorher gemalt hatte“. Schließlich gibt es in seinem Reihenhaus kein Zimmer, in das er die 13 Meter lange Leinwand hätte hängen können, auch nicht über Eck. Aber seine Frau Sigrid, mit der er seit mehr als fünf Jahrzehnten verheiratet ist, half. „Ich habe immer 1,2 Meter gemalt und sie hat sie abfotografiert. Dann kamen die nächsten 1,2 Meter an die Reihe“, so Ahrlé, der sie nahezu alle gemalt hat: Politiker, Musiker und Schauspieler. Und nicht nur in seiner Geburtsstadt Frankfurt, sondern verteilt auf der ganzen Welt.

Ahrlé porträtierte Theater-Legenden wie Gustaf Gründgens, Paul Wegener oder Klaus Maria Brandauer, er malte die Schell und die Knef, Peter Ustinov, Carl Zuckmayer. Den Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin, die Dirigenten Georg Solti, Pierre Boulez oder Kent Nagano, er hatte sie alle vorm Block für die ARD-Fernsehserie „Sehr ähnlich, wer soll’s denn sein?“, bei der er sich mit seinen Gästen unterhielt und sie malte. Für diese unterhaltende Art des Porträtierens erhielt der Frankfurter Künstler im Jahr 1980 den „Golden Award“ in New York.

Etwa 4000 Porträts malte er. Dazu zahllose Ölgemälde, Tusche- oder Rötelzeichnungen und Aquarelle. Nun also dieses Werk. „Es ist eine Arbeit für einen guten Freund von mir, Josef Lattner , und wird bald eben in Leipzig im Lokal Augustiner am Markt hängen“, berichtet der Maler. „Er bat mich vor einiger Zeit darum, weil er nicht nur ein Freund, sondern auch ein großer Fan ist.“ In dieser Woche reist das Bild nach Leipzig. Ehepaar Ahrlé reist nach. Aber erst zu Eröffnung des Lokals 2018. Bis dahin gibt es noch einiges zu malen. Drei weitere Porträts müssen bis Weihnachten fertig sein.

(es)

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