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Vorzeigekünstler Ferry Ahrlé: Ferrys Römer erobert Europa

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Von der Skizze zum fertigen Bild: Maler Ferry Ahrlé lässt seinen Termus Romanus durch ganz Europa touren. 
Foto: Kammerer Von der Skizze zum fertigen Bild: Maler Ferry Ahrlé lässt seinen Termus Romanus durch ganz Europa touren. Foto: Kammerer
Frankfurt. 

Wer rastet, der rostet. Aber von Oxidation ist bei Frankfurts Vorzeigekünstler Ferry Ahrlé nichts zu merken. Im Gegenteil. Quirlig und glücklich mit seinem jugendlichen, schelmischen Lachen im Gesicht, sitzt der 90-Jährige im Wohnzimmer seines Frankfurter Hauses auf dem Sofa. „Schauen Sie“, sagt er und hält ein Buch hin, zeigt ein Foto: „Vor kurzem wurde Richard von Weizsäcker zu Grabe getragen, und ich habe ihn 1982 für das ZDF porträtiert. Damals war er noch Regierender Bürgermeister von Berlin.“

Das Originalbild befindet sich übrigens noch bei Ahrlé.

Und nach Berlin, wo er und seine Frau ein zweites Domizil haben, zieht es ihn auch wieder. Im März muss er geschäftlich in die Hauptstadt. Denn Ahrlé hat alle Hände voll zu tun. „Die Europäische Union und der Europäische Heilbäderverband in Brüssel beabsichtigen, die europäischen Thermalbäder zu fördern, die auf das Erbe römischer Bäder zurückzuführen sind“, erklärt der Maler und Buchautor, der vergangenes Jahr von Ministerpräsident Volker Bouffier in Wiesbaden den Hessischen Verdienstorden bekam.

„Um der Werbung einen einheitlichen Rahmen zu geben, wurden Künstler in ganz Europa dazu aufgefordert, Entwürfe für eine paneuropäische Symbolfigur einzureichen“, erklärt Ahrlé. Das war vergangenes Jahr. Ahrlé machte sich dran, eine Figur zu entwickeln, und entstanden ist der „Termus Romanus“, der erste römische Tourist, mit dem er dann den internationalen Wettbewerb für sich entschied. „Wie viele andere Künstler mitgemacht haben, das kann ich nicht sagen, denn das weiß ich nicht“, so Ahrlé, der auch nicht darüber sprechen möchte, wie viel Geld er für diese Auftragsarbeit bekam.

„Bis jetzt haben sich acht Länder diesem Vorhaben angeschlossen“, berichtet der umtriebige Künstler, der gerade ein Buch über gezeichnete Architektur herausgebracht hat und schon am nächsten werkelt. „Es geht um das Leben Christi, und ich male die Bilder für einen Bischof, der gerade seine Memoiren schreibt.“ Welcher Geistliche das ist, „das darf ich noch nicht sagen, nur, eins: Es ist nicht Franz-Peter Tebartz-van Elst“, sagt Ahrlé und lacht.

Doch zurück zum römischen Touristen. Ahrlé hat 16 Motive gemalt, die Termus Romanus in acht europäischen Ländern zeigen. „Er bereiste Ungarn, Rumänien, Griechenland, Bulgarien, Deutschland, Portugal, Italien sowie Frankreich und traf in den Heilbädern mit römischen Wurzeln auf Kaiser, Könige, Legionäre und Markgrafen, auf Philosophen, Helden der Antike und schöne Römerinnen“, erzählt Ahrlé. In Deutschland machte Termus Romanus Halt in Badenweiler. Ahrlés Bild zeigt ihn mit Markgraf Karl Friedrich von Baden. „Das Bild ist leider schon auf dem Weg nach Berlin“, sagt Ahrlé, während er die steile Treppe zu seinem Atelier unterm Dach hinaufgeht.

An der Staffelei ist das neueste Termus-Romanus-Exemplar zu sehen. Der römische Reisende ist in Frankreich in Dax und streichelt am Ufer der Adour den Hund eines Legionärs. „Der ist glücklich darüber, dass sein rheumakranker Freund wieder laufen kann“, schildert Ahrlé die Szene, die das Bild wiedergibt. „Geheilt wurde sein Leiden durch den Schlamm des Flusses, dessen Schlick den Thermalschlamm liefert, durch den Dax zu einem der berühmtesten französischen Kurorte wurde.“

So fit, wie Ahrlé ist, braucht er selbst nicht in diese Kurorte zu pilgern, sondern kann mit seiner Figur in seiner Fantasie dorthin fahren.

Das Oeuvre Ahrlés ist gewaltig und bereits mit zahlreichen Orden wie etwa dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und der Goetheplakette der Stadt Frankfurt gewürdigt. Es gibt fast keinen Prominenten, den er nicht porträtierte. Zu ihnen zählen Maria Schell , Marianne Hoppe , Erika Pluhar , Karl John , Paul Dahlke , Martin Held , Johannes Heesters , Yehudi Menuhin und Erich von Däniken . Für diese besondere und unterhaltende Art des Porträtierens im doppelten Sinn erhielt er in New York den „Golden Award“ beim „Internationalen Film- und Fernsehfestival“.

(es)
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