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Frankfurts Männer und ihre Orte

Haben 101 Männerorte gefunden: die Autoren Christian Setzepfandt, Jutta Zwilling und Frank Berger mit ihrem Werk. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Haben 101 Männerorte gefunden: die Autoren Christian Setzepfandt, Jutta Zwilling und Frank Berger mit ihrem Werk.

Wann ist der Mann ein Mann?“, fragt Herbert Grönemeyer in seinem gleichnamigen Hit. „Wo ist der Mann ein Mann?“ oder „Wo könnte der Mann ein Mann sein?“ Diesen Fragen gehen die drei Autoren Jutta Zwilling , Frank Berger und Christian Setzepfandt in ihrem gerade erschienenen Buch „101 Männerorte“ nach.

Dabei nehmen sie „natürlich“ solche Orte auf, auf die man sofort kommen würde. Etwa der Barber-Shop mit dem alles andere als dezenten Hinweis in englischer Sprache, dass Frauen bitte weitergehen sollten. Aber auch solche, bei denen erst beim zweiten Hinschauen deutlich wird, warum das (auch) Männerorte sind. Etwa „Michis Schokoatelier“ am Sandweg.

Dort ging gestern auch die Präsentation dieses Büchleins über die Bühne, das in einer Erstauflage von 3000 Exemplaren im Societäts-Verlag erschienen ist.

Gut ein halbes Jahr lang arbeitete das Trio an dem Buch, das Setzepfandt als „Spin-off“ („Ableger“) der „Unorte“-Trilogie bezeichnet, die er mit Berger verfasste. Dabei stellt Kult-Stadtführer Christian Setzepfand allerdings eines klar: „Der Leser kann nicht vom Geschriebenen auf den Autor schließen.“ Will heißen, dass die einzelnen Texte nicht gekennzeichnet sind. „Man weiß also nicht, ob nun der heterosexuelle oder der homosexuelle Mann oder die Frau einen Text verfasst hat“, so Setzepfand, der auch Vorstandsmitglied der Frankfurter Aidshilfe ist.

Jutta Zwilling nahmen sie für die Recherche in Sachen Männerorte mit ins Boot, „um auch einen anderen Blickwinkel zu haben“, erklärt Setzepfandt. Es habe auch solche Orte gegeben, an und in die sie sich allein nicht hingetraut hätte, so Jutta Zwilling, die Sprecherin des Instituts für Stadtgeschichte ist. „Etwa ins Wettbüro“, erzählt sie. „Für mich war die Arbeit ein Ausflug zu unbekannten Orten und gleichzeitig eine Gelegenheit, Orte vorzustellen, die einen ganz anderen Hintergrund haben“, sagt Zwilling weiter. Setzepfandt nennt als Beispiel den Musentempel Festhalle, „wo in der Reichspogromnacht jüdische Männer zusammengepfercht wurden“.

Die Arbeit an dem Buch habe die Möglichkeit eröffnet, „seriös zu recherchieren und Orte zu zeigen, in die man als Frau sonst nicht kommt“, resümiert Jutta Zwilling, deren Männerbild sich während der Recherchearbeit nicht verändert hat. „Ich liebe alle Männer“, scherzt sie.

„Jungs brauchen nunmal Orte, an denen sie sich wohlfühlen“, erklärt Setzepfand, warum ein solches Buch geschrieben werden musste. „Es ist doch so, dass sich die Atmosphäre schlagartig ändert, wenn eine Frau einen Ort betritt, an dem zuvor Männer allein unter sich waren“, weiß Frank Berger, der Kurator am Kestner-Museum in Hannover und am Historischen Museum in Frankfurt ist. „Das Gute an diesem Buch ist doch, dass es Geschichten enthält, die viele, die in Frankfurt leben, über unsere Stadt noch gar nicht wissen“, erklärt Setzepfand, der mit seinen zwei Mitschreibern Selbsthilfegruppen, Krankenhäuser oder Beerdigungsbruderschaften vorstellt. Der Leser erfährt aber auch, wo und wie er sein bestes Stück vergrößern lassen kann, wo Männer ausnüchtern, sich aussprechen, Pornos schauen oder Sex haben.

Das perfekte Weihnachtsgeschenk für jede Frau.

(es)

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