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Ausstellung: Freundinnen von Versen und Bildern

Die Künstlerin Agnes Jacobi (links) und die Autorin Joanna Masseli bei der Vernissage im Oberlandesgericht. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Die Künstlerin Agnes Jacobi (links) und die Autorin Joanna Masseli bei der Vernissage im Oberlandesgericht.

Sie ist Mutter, bringt eine Modezeitschrift heraus, fotografiert und ist bei so ziemlich jedem wichtigen Termin in der Stadt zu sehen. Dabei macht Agnes Jacobi noch viel mehr: Sie malt. Aber wann? „Nachts“, sagt sie, lacht etwas verlegen und schaut nach links. Dort steht Joanna Masseli , eine ihrer Freundinnen. Sie schreibt Gedichte. Und Agnes Jacobi hat Masseli gemalt. Sie setzte die Verse in große Bilder um. Zu sehen sind sie unter der Überschrift „Wenn Visionen zu Emotionen werden...“ bis zum Tag der Deutschen Einheit im Oberlandesgericht an der Zeil 42.

„Wir kennen uns schon lange und ich hatte Agnes zunächst als Fotografin wahrgenommen“, sagt Masseli. Sie verfasst Verse, seitdem sie sechs Jahre alt ist. Gemeinsam ist beiden Frauen, dass sie polnische Wurzeln haben; kennengelernt haben sie sich erst in Frankfurt. „Ich arbeitete schon in Polen mit Künstlern zusammen, die zu meiner Dichtung Bilder malten“, sagt Masseli. Aber in Deutschland ist die Zusammenarbeit mit Jacobi ihre erste. „Deutsch ist nicht meine Muttersprache und es hat lange gedauert, bis ich jemanden gefunden habe.“ Als sie Jacobis Werke sah, wusste sie, dass das die richtige Frau an ihrer Seite war. „Die Bilder haben meine Seele und mein Herz berührt“, sagt Masseli. „Das passiert äußerst selten.“

Umgekehrt sei es genauso gewesen. „Ich habe ihre Gedichte gelesen und wusste ganz genau, was sie sagen wollte und wie das Bild dazu aussehen müsste“, sagt Jacobi. So manches Bild sei gemeinsam entstanden. Andere schuf sie zu den Bildern. Aber Masseli schrieb auch Gedichte zu den Bildern Jacobis.

Ein Jahr lang brauchten sie, um die Gemälde für die neue Ausstellung zu schaffen. Zu sehen sind ungefähr 30 Bilder. Darunter sind sogar einige Werke aus früheren Jahren, denn „einige davon haben sehr gut zu den neuen Gedichten gepasst“, sagt Masseli.

Jacobi hat bereits etliche Ausstellungen präsentiert. Doch diese ist etwas Besonderes für sie, und das nicht nur wegen des Themas und der Zusammenarbeit mit der polnischen Seelenverwandten. „Es ist so, dass ich fast zwei Jahre lang auf die Möglichkeit gewartet habe, hier auszustellen“, sagt Jacobi. Dabei hatte sie noch Glück gehabt, dass es so schnell gegangen ist. Zum einen, „weil es nur zwei Ausstellungen pro Jahr im Oberlandesgericht gibt“, erzählt Jacobi. Zudem gebe es eine Warteliste – angeblich betrage die Wartezeit bis zu 13 Jahre.

Auf die Idee, ihre Gemälde im ersten Stock des Gebäudes des Oberlandesgerichtes zu präsentieren, brachte sie übrigens eine Freundin, die dort arbeitet. „Sie hat mir das erzählt und ich habe mich dann beworben. Aber ganz ehrlich: Ich hatte es vergessen.“ Bis dann der Anruf mit dem Hinweis kam, dass sie dort demnächst ausstellen könne.

Die Ausstellung dient einem guten Zweck, denn Jacobi wird für die Tombola der Gala von „Kleider machen Leute“, die im November stattfindet, ein Bild spenden. Der Erlös kommt der Leberecht-Stiftung dieser Zeitung zugute.

(es)

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