Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Für die Familie: Autor läuft nicht mehr gegen die Uhr

Achim Achilles alias Hajo Schumacher im Laufshop. Foto: Bernd Kammerer (.) Achim Achilles alias Hajo Schumacher im Laufshop.
Frankfurt. 

Der Laufshop an der Großen Friedberger Straße platzt aus allen Nähten. „So viele Zuhörer waren noch nie bei einer Lesung hier“, freut sich Jost Wiebelhaus , Chef des Laufshops. Dabei war es gar nicht der erste Auftritt von Achim Achilles. „Ich war schon fünfmal hier“, so der Autor und Journalist, der mit bürgerlichem Namen Hajo Schumacher heißt, bei Wiebelhaus sein neuestes Buch mit dem Titel „Sehnen lügen nicht“ präsentierte.

Unter dem Pseudonym Achim Achilles schreibt Schumacher seit 2004 Kolumnen bei Spiegel Online über Läufer, Walker und die Eigenheiten vieler Hobbysportler. Einige Kolumnen sind als Bücher verlegt worden. Er selbst schnürt auch sehr gerne die Turnschuhe. Aber er mag auch Ebbelwei. Vor der Lesung lief er noch 8,5 Kilometer am Main entlang – nur, weil er sich am Abend zuvor gut acht Schoppen gegönnt hatte. „Pro Kilometer einen Schoppen, kann man sagen.“

Erstaunt war der 52-Jährige über die Reaktion seines Körpers auf das Hessische Nationalgetränk. „Es ist interessant, was sich so auf der Mundschleimhaut abspielt“, berichtet er. „Das ist so eine Mischung aus Moos, leichter Bitterkeit und Schimmel – aber das war nach den acht Kilometern weg.“

Frankfurt erlief sich Schumacher schon ein paar Mal. „Den Marathon bin ich einmal allein gelaufen und zweimal in der Staffel. Beim Iron Man habe ich zugeschaut. Und beim Jost bin ich schon zum fünften Mal.“ Überhaupt kennt er sich mit Großstädten aus. Schließlich hat er schon in München und Hamburg gewohnt und lebt jetzt in Berlin. „Aber in Frankfurt gibt es so viele abgefahrene Leute, die alle im positiven Sinne ein Rad ab haben. ,Erbarmen – zu spät, die Hesse komme‘, das hat was Sympathisches und erfrischend Anarchisches“, findet Hajo Schumacher, der nächstes Jahr etwas zu feiern hat: „Meine Silberne Hochzeit.“ Um die zu erleben, verordnete er sich vor zwei Jahren eine „Wettkampfabstinenz“. „Nicht mehr gegen die Uhr ankämpfen, weil mich das stresst. Alles, was ich an schlechten Gewohnheiten im Berufsleben habe, nahm ich mit ins Laufen, somit verlängerte ich meinen Berufsstress bis ins Privatleben.“ Seit dieser selbst auferlegten Enthaltsamkeit „geht es mir bombig. Ich bin nicht mehr verletzt und haben keinen Stress mehr. Das ist viel familienfreundlicher“.

(es)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse