Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 22°C

Geburtstag feiert er mit Zigarre

Das „Sudfass“ von Dieter Engel ist Geschichte. Heute feiert der Pionier der Bordellbranche seinen 80. Geburtstag. Foto: Fotograf : Winfried Faust Das „Sudfass“ von Dieter Engel ist Geschichte. Heute feiert der Pionier der Bordellbranche seinen 80. Geburtstag.
Frankfurt. 

D ieter Engel hat deutsche Sittengeschichte geschrieben: In seinem Edelbordell „Sudfass“ im Ostend verband er Sauna und Sex, Wellness und Prostitution – zum ersten Mal bundesweit. Inzwischen ist die Erotik-Immobilie selbst Geschichte, sie wurde abgerissen. Der einstige „Sudfass“-Chef wird heute 80 Jahre alt. „Wenn ich mich gut fühle“, sagt Engel, „werde ich heute Nachmittag in Sachsenhausen mit Freunden auf meinen Geburtstag anstoßen.“ Zur Feier des Tages wird er sich dann ein oder zwei Bier genehmigen und ausnahmsweise auch eine der geliebten Zigarren rauchen. Ausnahmsweise, denn dem gebürtigen Kölner geht es gesundheitlich nicht so gut.

Zu seinen Freunden gehört Schriftsteller Peter Zingler (73). Der „Tatort“-Autor hat Engel im Jahr 2010 mit dem Buch „Rotlicht im Kopf – das Sudfass“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Beide wohnen im Ostend nur wenige Meter voneinander entfernt. Engel hat nach dem „Sudfass“-Verkauf in der Oskar-von-Miller-Straße gleich nebenan eine neue Wohnung bezogen, Zingler wohnt seit vielen Jahren im Haus Uhlandstraße 21, das der Bordell-Betreiber einst gekauft und saniert hat. Beide kennen sich schon seit Jahrzehnten.

Von seiner Wohnung aus kann Engel sehen, wie auf dem einstigen Grundstück seines Erotik-Reiches die neuen Häuser mit Eigentumswohnungen und Apartments fertig werden. Er findet es gut, was hier gebaut wird. Der Verkauf seiner Häuser für zehn Millionen Euro („das ist meine Rente“) hat dafür gesorgt, dass er finanziell sorgenfrei leben kann.

1971 war Engel von Köln nach Frankfurt gegangen, weil er mit seinen Ideen in der prüden Stadt am Rhein auf Widerstand stieß. In Frankfurt gelang es ihm, seine Vision vom fairen Miteinander von Freiern und Prostituierten zu realisieren. Ende 2013, nach 42 Jahren, wurde das „Sudfass“ für immer geschlossen.

In der Kölner Innenstadt zeigt Engel seit gut einem Jahr seine umfangreiche Sammlung „Venusberg“ – erotische Kunst aus aller Welt, die er in mehr als 40 Jahren zusammengetragen hat. „Das ist mein Alterswerk“, sagt er. Zu den Exponaten gehören auch goldene Riemchen-Schuhe. Mit ihnen ging einst Frankfurts berühmteste Prostituierte auf Freiersuche: Rosemarie Nitribitt.

(wa)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse