Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

Angelo Colagrossi: Geschichten vom Herrn Blunagalli

Autor und Regisseur Angelo Colagrossi mit seinem neuen Buch vor dem Frankfurter Hof. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Autor und Regisseur Angelo Colagrossi mit seinem neuen Buch vor dem Frankfurter Hof.

Bevor Erfolgsregisseur Angelo Colagrossi („Ein Mann, ein Fjord!“) bei den „Autorengesprächen“ im Hotel Frankfurter Hof aus seinem neuen Buch „Herr Blunagalli auf großer Kreuzfahrt“ las, erlebte er eine Überraschung. Was im Hotelzimmer passiert war, berichtete er offenherzig dem Publikum. Statt Zahnpasta hatte der 57-Jährige in seiner Wahlheimat Berlin versehentlich eine Tube Prothesenhaftcreme in den Kulturbeutel gesteckt, genau jene alte Tube, die sein Ex-Partner, Komiker Hape Kerkeling , für das künstliche Gebiss der Kultfigur „Horst Schlämmer“ verwendete. „Plötzlich klebten alle meine Zähne aufeinander“, lachte Colagrossi, der nur zu gut weiß, dass das Leben oft die besten Gags auf Lager hat.

Der gebürtige Römer war fast 28 Jahren an der Seite von Hape Kerkeling, gemeinsame Projekte zogen sich wie ein roter Faden durch die Partnerschaft. Das „Schätzelein“-Schlämmer hatte Colagrossi entwickelt, bei der Filmkomödie „Isch kandidiere“ mit Kerkeling in der Hauptrolle führte er Regie. „Kontakt haben wir nicht mehr“, erzählt Colagrossi ohne Groll. Inzwischen fand er eine neue Liebe. „Herr Blunagalli“, schon mehrmals Titelheld seiner Bücher, ist eigentlich das Alter Ego von Angelo Colagrossi: einer aus der schreibenden Zunft, quirlig und nie einem guten Küchenrezept abgeneigt. Nur dass Blunagalli diesmal ein typisches Autorenproblem hat – sein Verlag wartet auf das längst fällige Manuskript. Eine Schreibblockade ist die Ursache, und eine Kreuzfahrt soll helfen. Kreuzfahrten hat auch Angelo Colagrossi schon unternommen. „Menschen und Situationen zu beobachten ist mein Job, dabei ist der Mikrokosmos an Bord ideal“, so der Autor. Blockaden seien ihm jedoch fremd, „wenn, dann bin ich einfach nur zu faul zum Schreiben“, lacht er wieder.

Dass man ihn auch im wahren Leben Blunagalli rufe, habe er dem hessischen Urgestein Heinz Schenk zu verdanken, mit dem er den Kinofilm „Kein Pardon“ drehte. „Wenn wir morgens um fünf Uhr zum Dreh abgeholt wurden, erzählte mir Heinz immer Witze in Mundart, die ich aber nicht verstand. Für ihn Anlass, meinen Namen in Blunagalli zu verballhornen. Der Spitzname blieb“, erinnert er sich an den Kollegen. Von Schreibblockade kann bei ihm wirklich keine Rede sein, gerade hat er in seinem Sommerhaus auf Sardinien in nur einer Woche das Drehbuch für die Komödie „Ostschland“ geschrieben. Gern würde er die bekannten Schauspieler Katja Riemann und Wotan Wilke Möhring in den Hauptrollen sehen.

Und an einem neuen „Herr Blunagalli“-Roman sitzt er auch. Darin wandert der schrullige Held auf dem Jakobsweg. Moment mal, ein Schelm, wer Vergleiche zieht. Startete doch das Pilger-Buch von Hape Kerkeling seinerzeit wie eine Rakete auf den Bestsellerlisten durch. Reiner Zufall, sagt Colagrossi. „Ich bin den Weg selbst gewandert, von Pamplona bis ans Ziel.“ Allerdings blieb die Erleuchtung aus: „Gott habe ich unterwegs nicht gefunden.“ Lieber spricht der Italiener noch einmal über Kulinarik. „Der Verlag wollte keine Rezepte in mein ,Kreuzfahrt-Buch‘ aufnehmen“, dabei hätte Colagrossi den Deutschen gern den Mund mit „Trippa alla romana“ wässrig gemacht. Dass hierzulande sich aber kaum einer die Lippen nach Pansen und anderen Innereien leckt, weiß der Spaßvogel natürlich.

(fai)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse